Grundlagen der Sonderpädagogik: Behinderungen und Förderung
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Grundlagen der Sonderpädagogik
Einführung: Begriffe wie Idiot, Schwachkopf oder Oligophrenie wurden früher verwendet, um geistige Behinderungen zu definieren. Heute ist eine wertschätzende Terminologie gefordert.
Perspektiven der Studie
- Psychometrisch: Fokus auf den Intelligenzquotienten (IQ).
- Evolutionär, kognitiv und funktional: Weitere Ansätze zur Betrachtung.
Grundprinzipien der Lehre
Jeder Student benötigt Unterstützung, um:
- Sich sicher, geliebt und geschätzt zu fühlen.
- Sich frei zu entfalten.
- Einen anständigen Beruf zu erlernen.
- Freizeit zu genießen.
- Verantwortung zu übernehmen.
Intelligenz und Entwicklung
Intelligenz ist komplex, veränderbar und in die Persönlichkeit integriert. Das Konzept der Multiplen Intelligenzen umfasst zwischenmenschliche Beziehungen und intrapersonale Fähigkeiten (Selbstwertgefühl).
Definition nach AAMR
Geistige Behinderung ist durch Einschränkungen im intellektuellen Funktionieren und in adaptiven Fähigkeiten (Kommunikation, soziale Kompetenzen, Gesundheit) gekennzeichnet, die vor dem 18. Lebensjahr auftreten.
Prädisponierende Faktoren
- Genetik (5%): Stoffwechselstörungen.
- Embryonale Entwicklung (30%): Frühe Veränderungen.
- Schwangerschaft/Perinatal (10%): Frühgeburt, Hypoxie, Trauma.
- Erworbene Bedingungen (5%): Infektionen in der Kindheit.
Kognitive und motorische Entwicklung
Kognitive Merkmale
- Schwierigkeiten im abstrakten Denken.
- Kognitive Steifigkeit und Aufmerksamkeitsdefizite.
- Langsameres Lerntempo und schnellere Ermüdung.
Motorik und Sprache
Es zeigen sich oft Schwächen in der Fein- und Grobmotorik sowie eine verzögerte Sprachentwicklung. Die Förderung der persönlichen Anpassung und Motivation ist entscheidend, um erlernte Hilflosigkeit zu vermeiden.
Pädagogische Interventionen
Methoden
- Verhaltensmodifikation: Einsatz von positiver Verstärkung und Aufgabenanalyse.
- Token-Wirtschaft: Übergang von extrinsischer zu intrinsischer Motivation.
- Kooperatives Lernen: Peer-Tutoring und Einbindung in soziale Aktivitäten.
Down-Syndrom (Trisomie 21)
Das Down-Syndrom ist eine genetische Veränderung (Trisomie 21). Die Förderung konzentriert sich auf visuelle Lernstrategien, da auditive Verarbeitung oft erschwert ist. Augmentative Kommunikationsprogramme (Symbole/Zeichen) helfen, Frustration zu reduzieren.
Sehbehinderung und Blindheit
Die Förderung bei Sehbehinderung erfordert eine Anpassung der räumlichen Umgebung und den Einsatz taktiler Materialien. Wichtig ist die psychomotorische Stabilität und die Nutzung bimanualer Koordination.
Hörschädigung
Hörverlust wird nach Grad (in Dezibel) und Zeitpunkt (prälingual/postlingual) klassifiziert. Pädagogische Strategien umfassen:
- Sitzplatzwahl in Klassennähe.
- Einsatz von Gebärdensprache und Lippenlesen.
- Vereinfachung der Sprache bei gleichzeitiger syntaktischer Korrektheit.
Pervasive Entwicklungsstörungen (Autismus)
Autismus ist durch qualitative Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion, Kommunikation und durch repetitive Verhaltensmuster gekennzeichnet. Die Theory of Mind beschreibt das Defizit, die Perspektive anderer einzunehmen. Das Asperger-Syndrom unterscheidet sich durch das Fehlen einer klinisch signifikanten Sprachverzögerung.