Grundlagen der Soziolinguistik: Mehrsprachigkeit und Wandel
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Soziolinguistik
Die Soziolinguistik untersucht die Verwendung von Sprache in Abhängigkeit vom sozialen Kontext, einschließlich des Studienverlaufs, von Dialekten und verschiedenen Sprachsituationen.
Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt
Mehrsprachigkeit beschreibt den Einsatz von mehr als einer Sprache durch ein Individuum in einem bestimmten Gebiet. Sprachkontakt bezeichnet die Verbindungen, die entstehen, wenn zwei oder mehr Sprachen in einem Gebiet aufeinandertreffen.
Zweisprachigkeit
Zweisprachigkeit ist eine Form der Mehrsprachigkeit, die auftritt, wenn zwei Sprachen in Berührung kommen. Man unterscheidet drei Arten:
- Personenbezogen: Eine Person kann zwei Sprachen aktiv (gesprochen/verstanden) oder passiv beherrschen. Dabei wird zwischen symmetrischer (beide Sprachen gleich stark) und asymmetrischer (unterschiedliche Kompetenzniveaus) Zweisprachigkeit unterschieden. Zudem gibt es instrumentelle (praktische Anwendung) oder integrative (Anpassung an eine Gemeinschaft) Zweisprachigkeit.
- Territorial: Zwei Sprachgemeinschaften existieren in einem geografischen Gebiet, das in zwei einsprachige Bereiche unterteilt ist.
- Sozial: Die Verwendung von zwei Sprachen im selben Gebiet, wobei eine oft autochthon (einheimisch) ist.
Dies kann allgemein oder beschränkt sein, abhängig von der offiziellen oder nicht-offiziellen Verwendung.
Sprachkonflikt
Ein Sprachkonflikt ist der Kampf zwischen zwei oder mehr Sprachen um Dominanz oder das Überleben. Es gibt zwei Lösungen: Ersetzung oder Normalisierung. Eine Minderheitensprache verfügt über wenige Sprecher und unterliegt oft Einschränkungen durch eine externe Sprache. Dies wird durch externe Faktoren (politische Struktur, Medien) sowie interne Faktoren (Vorurteile, staatliche Interessen, Minderwertigkeitskomplexe) beeinflusst.
Sprachwandel und Aussterben
Das Aussterben einer Sprache impliziert oft einen vorangegangenen Prozess der Zweisprachigkeit. Er verläuft in drei Stufen: Eindringen einer dominanten Fremdsprache, Zweisprachigkeit als langsamer Prozess und Monolingualisierung durch Sprachplanung. Die schrittweise Substitution führt zu Diglossie, bei der die einheimische Sprache an Zusammenhalt verliert und sich zu einem Dialekt entwickelt.
Standardisierung von Sprachen
Die Standardisierung ist ein langsamer Prozess, der durch soziale Kampagnen unterstützt wird. Eine normalisierte Sprache ist frei von Konflikten, kodifiziert und in allen Bereichen akzeptiert. Der Prozess erfordert Zeit, ein positives Bewusstsein der Sprecher und die Zusammenarbeit der Medien.
Der Prozess der Standardisierung
Die Standardisierung führt zu einer neutralen, hochsprachlichen Varietät. Der Prozess der Destandardisierung umfasst vier Bedingungen:
- Auswahl eines Verbreitungsgebiets oder einer Kombination bestehender Varietäten.
- Normalisierung der Varietät.
- Eignung für alle Anwendungsbereiche.
- Massenhafte Annahme durch die Sprecher.