Grundlagen der Soziologie: Ursprung, Mensch und Kultur

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Ursprünge der Soziologie

Das Interesse am gesellschaftlichen Leben ist sehr alt (Sozialphilosophie). Die Soziologie als eigenständige Wissenschaft erschien im 19. Jahrhundert; ihr „Vater“ war Auguste Comte, der den Begriff prägte. Sie entstand im Zusammenhang mit der Industriellen Revolution und der Französischen Revolution, in deren Zeit Comte aufwuchs. Diese Revolutionen verursachten große politische und soziale Veränderungen. Zu denjenigen, die diese neue soziale Realität zu erklären suchten, gehörten unter anderem Comte, Durkheim, Marx und Weber.

Studienobjekte der Soziologie

Die Soziologie ist die Sozialwissenschaft, die sich dem systematischen Studium der Gesellschaft und der sozialen Aktionsgruppen in ihr widmet. Sie untersucht, wie Organisationen und Institutionen sowie die soziale Struktur geschaffen, gepflegt oder verändert werden. Zudem analysiert sie die Auswirkungen auf das individuelle Verhalten und die sozialen Veränderungen, die als Produkt sozialer Interaktionsformen entstehen.

Der Mensch als soziales Tier

Der Mensch wurde von Aristoteles als „soziales Tier“ bezeichnet, da er von Geburt an stets Teil einer bestimmten Gesellschaft ist. Der Mensch benötigt andere Menschen, um zu überleben, und kann nicht allein oder isoliert leben; er bedarf der Zeichen der Menschlichkeit.

Der Prozess der Sozialisation

Primäre Sozialisation

Der Prozess der primären Sozialisation beginnt mit der Geburt. Der wichtigste Agent der Sozialisation ist die Familie. Hier erfährt das Individuum, was innerhalb seiner Kultur als richtig gilt.

Sekundäre Sozialisation

Die sekundäre Sozialisation ist ein kontinuierlicher Lernprozess, bei dem sich die Sozialisationsinstanzen ändern. Dazu gehören die Schule, Freunde, Vereine und Medien. In dieser Phase entwickelt sich die individuelle Persönlichkeit weiter.

Definition von Kultur

Kultur ist die Gesamtheit von Überzeugungen, sozialen Bedeutungen, materieller Produktion, Bräuchen und Werten sowie individuellem und kollektivem Verhalten. Jede Kultur wird durch eine bestimmte Gesellschaft realisiert, und jede Gesellschaft produziert stets eine Art von Kultur; beide sind daher untrennbar miteinander verbunden.

Kulturelle Universalien

  • Die Sprache: Jede Kultur besitzt eine Sprache zur Durchführung des Sozialisationsprozesses.
  • Familienorganisation: Sie ermöglicht die physische und kulturelle Reproduktion.
  • Religionen und Mythen: Glaubenssysteme zur Welterklärung.
  • Technologien: Materielle Elemente wie Behausungen, die das tägliche Leben unterstützen.
  • Kunstbewegungen: Ausdrucksformen durch Gesang, Musik und vieles mehr.

Kulturelle Positionen

  • Ethnozentrismus: Die Erhebung der Werte der eigenen Gesellschaft in den Status universeller Werte. Man verallgemeinert das Vertraute und glaubt, dass die eigenen Werte absolut sind. Beispiele: USA, Muslime.
  • Exotismus: Die Bevorzugung einer fremden Kultur gegenüber der eigenen; die andere Kultur wird als idealisiertes Vorbild betrachtet. Beispiele: Chinesisch, Marokkanisch.
  • Relativismus: Die Überzeugung, dass alle Kulturen gleichermaßen gültig sind und nicht beurteilt werden sollten. Jeder Wert bezieht sich auf die jeweilige Kultur; keine Kultur ist besser und es gibt keine absoluten Wahrheiten. Beispiele: Soziologen, Anthropologen.

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