Grundlagen des spanischen Finanzsystems
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Lektion 1: Das spanische Finanzsystem
Das grundlegende Ziel eines Marktes ist der Austausch von Waren und Dienstleistungen sowie der Tausch von Geld. Um den Kontakt zwischen Menschen, die über überschüssiges Kapital verfügen, und denen, die Kapital benötigen, zu erleichtern, existiert das Finanzsystem zur Kanalisierung dieser Mittel.
2. Konzept, Funktion und Zusammensetzung der Finanzen
2.1. Konzept
Das Finanzsystem ist eine Gesamtheit von Institutionen, Medien und Märkten, deren Hauptzweck darin besteht, Ersparnisse von überschüssigen wirtschaftlichen Einheiten (Sparer) an Kreditnehmer oder defizitäre wirtschaftliche Einheiten (Investoren) zu leiten.
Aus dieser Definition lässt sich ableiten:
- Wirtschaftliche Einheiten mit Überschuss: Diese geben weniger aus, als sie einnehmen.
- Wirtschaftliche Einheiten mit Defizit: Diese geben deutlich mehr aus, als sie einnehmen.
2.2. Funktionen
- Förderung des Sparens.
- Erfassung dieser Ersparnisse und deren Zuführung in Investitionen.
- Angebot von Produkten, die an die Bedürfnisse von Sparern und Investoren angepasst sind.
- Erreichung von Währungs- und Finanzstabilität durch Anpassung der Finanzinstitutionen an wirtschaftliche Veränderungen.
2.3. Zusammensetzung
Das Finanzsystem besteht aus:
- Finanzanlagen
- Finanzintermediären
- Finanzmärkten
3. Finanzanlagen
3.1. Konzept und Funktionalität
Finanzielle Vermögenswerte sind Wertpapiere, die von wirtschaftlichen Einheiten ausgegeben werden. Sie dienen als Werkzeug, um Ersparnisse in Investitionen zu lenken, und stellen für den Käufer einen Vermögenswert (Recht) und für den Emittenten eine Verbindlichkeit (Verpflichtung) dar.
Die wesentliche Rolle von Finanzanlagen in einer Volkswirtschaft ist:
- Transfer von Geldern: Kanalisierung der Ersparnisse von Sparern zu Investoren.
- Gefahrübergang: Da der Emittent eines Vermögenswertes eine Schuld zurückzahlen muss, findet eine teilweise Verlagerung des Risikos vom Investor auf den Emittenten statt.
3.2. Besonderheiten
Die wichtigsten Merkmale von Finanzanlagen sind:
- Liquidität: Die Leichtigkeit und Sicherheit, eine Anlage in Bargeld umzuwandeln.
- Risiko: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Emittent bei Fälligkeit nicht zur Zahlung oder Rückzahlung der Schulden in der Lage ist. Man unterscheidet:
- Kreditrisiko: Fehlinvestitionen.
- Zinsänderungsrisiko: Abweichung der erwarteten Rendite.
- Marktrisiko: Externe Faktoren führen zu Kursrückgängen.
- Länderrisiko: Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen.
- Wechselkursrisiko: Währungsschwankungen.
- Ergebnis: Die Möglichkeit, Zinsen oder andere Einkünfte zu erzielen.
Es besteht ein umgekehrter Zusammenhang zwischen Liquidität und Rendite, während zwischen Risiko und Rendite ein direkter Zusammenhang besteht.
3.3. Klassifizierung
Finanzielle Vermögenswerte können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden:
- Nach der Emission: Primäre Aktiva (direkt von defizitären Einheiten) oder sekundäre Aktiva (von Finanzintermediären).
- Nach dem Emittenten: Öffentlich oder privat.
- Nach Liquiditätsgrad: Kurzfristig (unter einem Jahr), langfristig (über einem Jahr) oder unbefristet (perpetual).
4. Finanzinstitute
4.1. Konzept
Finanzinstitute sind Institutionen, die die Wünsche von wirtschaftlichen Einheiten mit Defizit und solchen mit Überschuss in Einklang bringen. Da der direkte Kontakt zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern aufgrund unterschiedlicher Anforderungen an Zeit, Risiko und Rendite schwierig ist, fungieren Finanzintermediäre als Vermittler.
4.2. Klassifizierung
- Banken-Finanzintermediäre: Haben die Möglichkeit, Geld zu schaffen (z. B. Zentralbanken, Geschäftsbanken, Sparkassen, Kreditgenossenschaften, E-Geld-Institute).
- Nichtbanken-Finanzintermediäre: Vermitteln nur zwischen Käufern und Verkäufern, ohne selbst Geld zu schaffen (z. B. Finanzkreditinstitute, Investmentfonds, Versicherungen).
4.3. Vorteile
- Vermittlungstätigkeit und Vereinbarkeit von Interessen.
- Risikoreduzierung.
- Bereitstellung von Informationen und Senkung der Transaktionskosten.
- Beschleunigung von Zahlungsmechanismen.
4.4. Nachteile
- Möglichkeit von Insolvenzen.
- Gefahr von Monopolsituationen bei zu hoher Konzentration.
5. Finanzmärkte
5.1. Konzept
Der Finanzmarkt ist der Mechanismus oder Ort, an dem Finanzinstrumente ausgetauscht und deren Preise bestimmt werden.
5.2. Bedienung
- Verbindung der wirtschaftlichen Akteure.
- Preisfestlegung.
- Bereitstellung von Liquidität.
- Reduzierung von Zeit- und Vermittlungskosten.
5.3. Besonderheiten
- Transparenz: Schneller und kostengünstiger Informationszugang.
- Freiheit: Keine Hindernisse für den Marktzugang.
- Tiefe: Große Anzahl an Kauf- und Verkaufsaufträgen.
- Flexibilität: Schnelle Reaktion auf Preisänderungen.
5.4. Klassifizierung
- Nach Betriebsart: Direkt oder über Intermediäre.
- Nach Handelsgegenstand: Primärmarkt (neue Vermögenswerte) oder Sekundärmarkt (bestehende Vermögenswerte).
- Nach Laufzeit: Geldmarkt (kurzfristig) oder Kapitalmarkt (langfristig).
- Nach Regulierung: Freie Märkte oder regulierte Märkte.
- Nach Abwicklung: Spot-Märkte (sofort) oder Terminmärkte (zukünftig).
- Nach Formalisierung: Organisierte Märkte oder OTC-Märkte (Over-the-Counter).