Grundlagen des spanischen Strafprozessrechts

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1. Grundlagen der Gerichtsbarkeit

1. Wie nennt man allgemein die Organe, die eine konstitutionelle Macht zum Urteilen haben? Es handelt sich um die Gerichte.

2. Was bedeutet die Amtszeit von Richtern und Staatsanwälten? Einmal ernannte Richter können nicht ihres Amtes enthoben werden, es sei denn, es liegen gesetzlich festgelegte Gründe und Verfahren vor.

3. Was ist der Hauptgrund für die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit? Die Unabhängigkeit stellt sicher, dass sich Legislative und Exekutive nicht in rechtliche Angelegenheiten einmischen.

4. Unterschied zwischen Aktion und Anspruch: Die Aktion ist das Grundrecht eines jeden Menschen, ein Verfahren einzuleiten. Der Anspruch ist das konkrete Begehren, das vor Gericht geltend gemacht wird.

5. Warum ist der Prozess öffentlich? Da der Prozess ein Instrument ist, das eine konstitutionelle Behörde mit einem individuellen Grundrecht (Aktion) vereint, muss er aufgrund seiner öffentlich-rechtlichen Natur öffentlich sein.

6. Grundsatz des kontradiktorischen Verfahrens: Wesentlich ist die Trennung zwischen der Ermittlungsphase und der Entscheidungsphase sowie die Zuweisung an verschiedene Stellen.

7. Wann ist ein Verfahren mündlich? Wenn die Grundlagen der gerichtlichen Entscheidung auf mündlichen Ausführungen basieren.

Strafgerichtsbarkeit und Organisation

1. Zuständige Gerichte für Strafsachen: Dazu gehören der Supreme Court (2. Strafkammer), der National High Court (Audiencia Nacional), zentrale Strafgerichte, zentrale Haftprüfungsgerichte und zentrale Jugendgerichte.

2. Was ist Gerechtigkeit? Unparteilichkeit bedeutet das Fehlen von Interessen am Ausgang des Rechtsstreits, abgesehen von der strikten Anwendung des Gesetzes.

3. Kontrolle der Voreingenommenheit: Dies erfolgt durch die Garantien der Unparteilichkeit (Art. 217–228 LOPJ) sowie durch Abstinenz und Ablehnung (Recusación).

4. Organisation der Staatsanwaltschaft (MF): Die Prinzipien sind Einheit (für den gesamten Staat), Abhängigkeit (hierarchisch organisiert) und Legalität.

Kompetenzen und Zuständigkeiten

1. Zielkompetenz: Kriterium zur Bestimmung des zuständigen Gerichts basierend auf der Art der Straftat (Verbrechen/Vergehen) und der Schwere.

2. Funktionale Kompetenz: Bestimmt, welche Gerichte für spezifische Verfahrensschritte befugt sind.

3. Örtliche Zuständigkeit: Verteilung der Zuständigkeiten auf Gerichte gleicher Kategorie in verschiedenen Regionen.

Verfahrensbeteiligte und Prozesshandlungen

  • Aktive Parteien: Staatsanwaltschaft, Privatkläger, populäre Klage.
  • Europäischer Haftbefehl: Eine gerichtliche Entscheidung zur Festnahme und Übergabe einer Person zwischen EU-Mitgliedstaaten.
  • Rechtsbeistand: In der Regel ist die Unterstützung durch einen Anwalt und einen Prozessbevollmächtigten (Procurador) zwingend erforderlich.

Abschluss des Verfahrens

1. Was sind Abschlussakte? Die Parteien fassen ihre kritische Zusammenfassung der Beweise und die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen zusammen.

2. Ungültigkeit einer Entscheidung: Eine Nichtigkeit kann gemäß Art. 241 LOPJ bei Verletzung von Grundrechten geltend gemacht werden, sofern keine ordentlichen Rechtsmittel mehr bestehen.

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