Grundlagen der sportlichen Ausbildung und Anpassung
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Grundsätze der sportlichen Ausbildung
Die sportliche Ausbildung basiert auf verschiedenen essenziellen Prinzipien:
- Multilateralität: Eine harmonische körperliche Entwicklung erfordert ein vielseitiges Training, das nicht nur einzelne Muskelgruppen oder Fähigkeiten isoliert betrachtet.
- Spezifität: Ergänzend zur allgemeinen Basis muss das Training gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Sportart ausgerichtet sein.
- Kontinuität: Regelmäßigkeit ist entscheidend. Trainingsreize müssen über einen längeren Zeitraum ohne lange Unterbrechungen gesetzt werden, wobei die Regeneration als integraler Bestandteil der Leistung gilt.
- Transfer: Jede Übung sollte ein klares Ziel verfolgen. Dabei ist zu beachten, dass sich Trainingsformen gegenseitig beeinflussen können (positiver, neutraler oder negativer Transfer, z. B. aerobe Ausdauer vs. Schnelligkeit).
- Freiwillige Stimulation: Der einzig wirksame Reiz für eine körperliche Anpassung ist die aktive Bewegung. Passive Systeme ohne Eigenleistung führen nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung der Fitness.
- Progressive Belastungssteigerung: Um eine kontinuierliche Anpassung zu erreichen, muss die Belastung stetig gesteigert werden, da sich der Körper an bestehende Reize gewöhnt.
- Überlastungsprinzip: Um Anpassungsprozesse auszulösen, muss der gesetzte Reiz die individuelle Reizschwelle der Muskel-Erregbarkeit überschreiten.
Anpassungsprozesse in der Ausbildung
Der menschliche Körper reagiert ständig auf Umweltreize. Anpassung ist die Fähigkeit des Organismus, ein Gleichgewicht gegenüber diesen Anforderungen aufrechtzuerhalten.
1. Das Reizschwellengesetz (Schultz-Arndt-Gesetz)
Dieses Gesetz besagt, dass die Intensität eines Reizes entscheidend für die Auslösung von Anpassungsprozessen ist, basierend auf der individuellen Leistungsfähigkeit.
2. Theorie des Allgemeinen Anpassungssyndroms (GAS)
Stress wird hier als Reaktion auf Faktoren definiert, die das biologische Gleichgewicht stören. Die Phasen sind:
- Alarmphase: Der Körper reagiert auf einen ungewohnten Reiz mit einem kurzzeitigen Ungleichgewicht und beginnt, kompensatorische Mechanismen zu aktivieren.
- Anpassungsphase: Nach der Erholung stabilisiert sich das Fitnessniveau auf einem höheren Stand.
- Erschöpfungsphase: Bei zu hoher Intensität oder fehlender Erholung kann der Organismus das Gleichgewicht nicht mehr halten, was zu Übertraining und Erschöpfung führt.
3. Prinzip der Superkompensation
Nach einer Belastung benötigt der Körper Zeit zur Erholung. Die Superkompensation beschreibt den Prozess, bei dem das Leistungsniveau nach der Erholung über das Ausgangsniveau hinaus ansteigt. Die Dauer der Erholung hängt von der Intensität ab:
| Aktivität | Erholungszeit |
|---|---|
| Aerobe Ausdauer | 24 h |
| Anaerobe Ausdauer | 48–72 h |
| Allgemeine Kraft | 48 h |
| Schnelligkeit | 24 h |
| Agilität und Koordination | 6 h |