Grundlagen der Sportwissenschaft: Kondition und Training

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Widerstand (Ausdauer)

Widerstand ist die Fähigkeit, körperliche Anstrengung über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten und sich nach Belastung schneller zu regenerieren.

Faktoren der Ausdauer

  • Muskelsystem: Art der Muskelfasern (schnell/langsam), Energiespeicher, Fähigkeit zum Abbau von Milchsäure.
  • Nervensystem: Koordination der Muskeln bei Bewegungsabläufen.
  • Kreislaufsystem: Menge an Sauerstoff und Energieträgern im Blut.
  • Atmungssystem: Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme und -versorgung.

Bewertung der anaeroben Ausdauer

  • Alaktazid: 10s, 90-100% Intensität, keine Milchsäurebildung, 1. Energieweg.
  • Laktazid: 10s bis 2min, 80-90% Intensität, Milchsäurebildung, 2. Energieweg.

Aerobe Ausdauer

  • Aerobe Leistung: 2-10 min, 60-80% Intensität.
  • Aerobe Kapazität: 10 min bis 2 h, 40-60% Intensität.
  • Grundlagenausdauer: ab 20 min, 30-50% Intensität.

Stärke (Kraft)

Stärke ist die Fähigkeit des Körpers, Widerstände durch Muskelkontraktion zu überwinden.

Einflussfaktoren

  • Muskelsystem: Art, Länge und Dicke der Muskelfasern sowie Art der Kontraktion.
  • Nervensystem: Koordination verschiedener Muskelbewegungen.
  • Sonstige Faktoren: Muskel-Temperatur, Fitnesszustand und Geschlecht.

Bewertung der Kraft

  • Maximalkraft: Fähigkeit zur maximalen Spannung bei Muskelkontraktion.
  • Explosivkraft: Fähigkeit, hohe Lasten mit maximaler Geschwindigkeit zu bewegen.
  • Kraftausdauer: Fähigkeit, eine Tätigkeit über längere Zeit gegen Widerstände aufrechtzuerhalten.

Schnelligkeit

Schnelligkeit ist die Fähigkeit, eine oder mehrere Bewegungen in kürzester Zeit auszuführen.

Faktoren

  • Muskelsystem: Muskelfasertyp und Muskelkraft.
  • Nervensystem: Übertragungsgeschwindigkeit von Nervenimpulsen.
  • Biomechanik: Technische Umsetzung der Bewegung.

Klassifikation

  • Reaktionsgeschwindigkeit: Zeit zwischen Reiz und Muskelkontraktion (einfach oder diskriminierend).
  • Kontraktionsgeschwindigkeit: Fähigkeit der Muskelfaser zur schnellen Kontraktion.
  • Bewegungsgeschwindigkeit: Fähigkeit, eine kurze Strecke in minimaler Zeit zu überwinden.

Flexibilität (Beweglichkeit)

Flexibilität ist die maximale Dehnfähigkeit einer Bewegung in einem bestimmten Gelenk.

  • Mechanische Faktoren: Gelenkstruktur und muskuloligamentäre Beschaffenheit.
  • Emotionale Faktoren: Individueller Erregungszustand.
  • Externe Faktoren: Temperatur, Alter und soziale Einflüsse.

Klassifikation der Flexibilität

  • Absolute Flexibilität: Maximale Kapazität eines Gelenks.
  • Arbeitsflexibilität: Erforderlicher Grad für eine spezifische Technik.
  • Restflexibilität: Beweglichkeit zur Vorbeugung von Steifigkeit und Verletzungen.

Grundsätze der Trainingslehre

  • Phase der Reaktion: Der Körper reagiert auf einen Reiz mit einem Verlust der Homöostase.
  • Phase des Widerstands: Der Körper passt sich an den Reiz an.
  • Phase der Erschöpfung: Überlastung durch zu starke oder zu lange Reize.
  • Prinzip der Individualität: Programme müssen auf die Bedürfnisse des Sportlers zugeschnitten sein.
  • Prinzip der Anpassung: Leistungssteigerung durch Belastung und anschließende Ruhe.
  • Prinzip der Progression: Langsame, stetige Steigerung der Belastung.
  • Prinzip der Kontinuität: Systematisches Training ist für dauerhafte Anpassungen notwendig.
  • Prinzip des Wechsels: Ausreichende Ruhezeiten zwischen den Reizen sind essenziell.
  • Prinzip der Variation: Abwechslungsreiche Trainingsmethoden vermeiden Eintönigkeit.

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