Grundlagen der Theatertexte und Dramaturgie

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Einführung in Theatertexte

In theatralischen oder dramatischen Texten gibt es zwei Möglichkeiten der Darstellung: die Lesung (Reading), die einzeln durchgeführt werden kann, und die Darstellung. Das Werk ist geschrieben, um das Leben auf die Bühne zu bringen.

Die Dialoge

Die Dialoge sind Gespräche zwischen den Charakteren und in der Regel das fundamentale Element des Stückes, welches die gesamte Handlung leitet. Die Struktur und Anordnung der Schrift erscheint im geschriebenen Text. Es gibt keinen Erzähler: Der Autor übergibt das Wort direkt an die Charaktere.

Die wichtigsten Funktionen des Dialogs sind die Präsenz der Figuren, das Aufzeigen ihres Charakters und die Entwicklung der Handlung.

Modalitäten des Dialogs

  • Dialog: Zwischen den Figuren, die sich die Bühne teilen und in den Situationen abwechselnd interagieren.
  • Erzählender Monolog: Wird hinter den Kulissen verwendet, um andere Charaktere und den Leser bzw. Zuschauer über Ereignisse zu informieren.
  • Das Beiseite-Sprechen (Aparte): Wird verwendet, um mit leiser Stimme die wahren Gefühle über eine Tatsache oder Situation diskret auszudrücken.
  • Soliloquium oder Monolog: Ein Charakter denkt allein auf der Bühne laut nach, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
  • Der private Monolog: Hierbei führt der Charakter Gespräche per Telefon, Radio oder über andere Medien mit einer anderen Person, die nicht auf der Szene ist.

Die Regieanweisungen

Im theatralischen Text gibt es zusätzlich zu den Dialogen eine andere Art des Schreibens mit eigenen Funktionen: die Regieanweisungen. Dies sind Anzeichen dafür, die der Autor einschließt, um auf bestimmte Aspekte der Inszenierung hinzuweisen. Sie stehen meist in Klammern und in einer anderen Schriftart. Ihre Funktion ist erklärend und sie werden hauptsächlich eingesetzt für:

  • Die Art des Raumes, in dem die Szenen stattfinden.
  • Die Platzierung der Objekte auf der Bühne, deren Anordnung und die Beleuchtung.
  • Den Zeitpunkt des Auf- und Abtritts von Personen auf der Bühne, den Ort und die Bewegungen, die sie ausführen.
  • Die Beschreibung physischer Eigenschaften (Physiognomie, Kleidung) und physiologischer Merkmale oder die Angabe von Gesten und dem Tonfall, in dem die Dialoge gesprochen werden sollten.

Die dramatische Struktur

Die dramatische Handlung ist oft in Handlungen (Akte) unterteilt, die den verschiedenen Momenten der dramatischen Spannung entsprechen. Die Ereignisse sind in Szenen organisiert, Fragmente, die durch den Ein- und Austritt eines Charakters bestimmt werden. Manchmal wird die Aufteilung in Bilder (Tableaus) verwendet, was der Entwicklung am selben Ort entspricht. Die interne Struktur des theatralischen Textes ist oft in Einleitung (Exposition), Steigerung (Knoten) und Auflösung organisiert.

Charaktere im Drama

Im Stück präsentieren sich die Charaktere direkt: Sie selbst zeigen ihre Charakteristiken in ihren Taten und Dialogen. Ihr dramatischer Charakter kann definiert werden durch:

  • Den Namen: Der Name des Charakters kann bereits bezeichnend sein.
  • Das Aussehen: Gesten, Bewegungen und Kostüme.
  • Die psychologischen Merkmale: Charakter und Verhaltensweisen, welche die Szene im Verhältnis zu den anderen zeigt.
  • Die Sprechweise: Ein Charakter kann bestimmte Register basierend auf seinem Typ wiedergeben.

Theatrale Genres

Zu den grundlegenden theatralen Genres gehören Tragödie, Drama und Komödie.

Sprachliche Besonderheiten von Theatertexten

  • Die Fülle an Personalpronomen und Deiktika.
  • Die Fülle an Vokativen und Beinamen.
  • Die Verwendung verschiedener Register.
  • Das Vorhandensein konventioneller Gesprächsmarker.

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