Grundlagen der Wasserqualität und Abwasserreinigung
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Kommunales Abwasser
Kommunales Abwasser umfasst Abfälle aus städtischen Haushalten und Einrichtungen. Diese Gewässer sind durch hohe Konzentrationen an organischer Substanz, pathogenen Keimen, Bleichmitteln sowie Schwermetallen aus urbanen Böden und Fahrzeugabrieb belastet.
Abwasserarten
Abwasser enthält menschliche Ausscheidungen sowie Rückstände aus industriellen oder landwirtschaftlichen Aktivitäten. Es ist mit organischen Stoffen, Waschmitteln und Nitraten verunreinigt. Je nach Herkunft wird es als städtisches, industrielles oder landwirtschaftliches Abwasser klassifiziert.
Wasserqualität
Die Wasserqualität definiert die Eignung des Wassers für spezifische Nutzungen (Trinkwasser, Bewässerung) unter Erhalt der Ökosysteme. Sie wird durch physikalische und chemische Merkmale wie Geruch, Geschmack und natürliche Zusammensetzung bestimmt.
Wasserverschmutzung
Wasserverschmutzung bezeichnet das Vorhandensein von Chemikalien, Organismen oder Energieformen, die das Wasser für den Verzehr oder industrielle Anwendungen schädlich machen. Beispiele sind Pestizide und Reinigungsmittel.
Diffuse Verschmutzung
Bei der diffusen Verschmutzung ist der Ursprung nicht klar definiert. Schadstoffe gelangen nicht über einen einzelnen Punkt, sondern über große Flächen in die Umwelt (z. B. Verkehrsemissionen). Sie sind schwieriger zu kontrollieren als Punktquellen.
Verschmutzung durch Punktquellen
Hierbei entstehen Schadstoffe an einem spezifischen Ort, wie etwa dem Schornstein einer Fabrik. Diese Quellen sind leichter zu lokalisieren und durch Gesetze sowie technische Kontrollmechanismen zu regulieren.
BSB (Biochemischer Sauerstoffbedarf)
Der BSB ist ein Maß für die organische Belastung im Wasser. Er gibt an, wie viel Sauerstoff Mikroorganismen benötigen, um organische Stoffe zu oxidieren. Der Standardwert ist der BSB5 (Inkubation über 5 Tage bei 20 °C).
CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf)
Der CSB misst den Anteil organischer Verbindungen im Wasser durch chemische Oxidation. Im Gegensatz zum BSB erfolgt die Messung ohne Beteiligung von Lebewesen durch Zugabe von Chemikalien.
Eutrophierung
Die Eutrophierung ist die Nährstoffanreicherung in Gewässern (Stickstoff und Phosphor), die zu einer übermäßigen Produktivität aquatischer Ökosysteme führt. Dies beeinträchtigt die biologische Vielfalt und verschlechtert die Wasserqualität.
Belebtschlammverfahren
Dies ist ein biologischer Prozess zur Abwasserreinigung. In belüfteten Tanks bauen aerobe Mikroorganismen organische Substanzen ab. Der entstehende Schlamm wird anschließend durch Sedimentation entfernt.
Umweltindikatoren
Indikatoren spiegeln den Druck menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt wider (z. B. CO2-Emissionen) oder zeigen den Zustand und die Reaktion der Umwelt auf diese Einflüsse.
Auslaugung und Sickerwasser
- Auslaugung: Das Auswaschen von Stoffen aus Abfällen, Düngemitteln oder Pestiziden durch Regen- oder Bewässerungswasser.
- Sickerwasser: Die durch Auslaugung entstandene Flüssigkeit, die in den Boden und das Grundwasser gelangen kann.
Ölverschmutzungen
Ölkatastrophen durch Tankerunglücke sind besonders schwerwiegend. Der Ölfilm auf der Wasseroberfläche und die Ablagerungen am Boden schädigen marine Ökosysteme, die Fischerei und den Tourismus massiv.
Rote Gezeiten
Dies ist eine übermäßige Vermehrung bestimmter Planktonalgen, die giftige Stoffe produzieren. Diese reichern sich in Muscheln an und machen sie für den Menschen giftig. Sie werden oft durch Eutrophierung begünstigt.
OD (Gelöster Sauerstoff)
Der gelöste Sauerstoff ist ein kritischer Parameter für das Leben im Wasser. Er ist in sauberen, fließenden Gewässern höher und nimmt in tiefen, statischen Gewässern mit hoher organischer Belastung ab"