Grundlagen der Wirtschaftspolitik und Fiskalpolitik
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Die Wirtschaftspolitik
Die Wirtschaftspolitik umfasst alle Formen staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft, um definierte wirtschaftliche Ziele zu erreichen.
Ziele und Zwecke
Die häufigsten Ziele sind:
- Nachhaltiges Wirtschaftswachstum: Der Staat greift ein, um die Produktion von Waren und Dienstleistungen langfristig zu steigern.
- Vollbeschäftigung: Von Vollbeschäftigung wird ausgegangen, wenn 98 % der erwerbsfähigen Bevölkerung beschäftigt sind.
- Preisstabilität: Die Sicherung stabiler Preise dient der Erhaltung der Kaufkraft und der Vermeidung von Unsicherheit.
Mittel der Wirtschaftspolitik
Um diese Ziele zu erreichen, nutzt der Staat verschiedene Institutionen und Akteure:
- Direkte Mittel: Behörden, die Wirtschaftspolitik entwickeln und umsetzen.
- Indirekte Mittel: Banken, große multinationale Unternehmen und Gewerkschaften verfügen über erhebliche Macht, weshalb der Staat mit ihnen verhandeln muss.
Arten der Wirtschaftspolitik
- Fiskalpolitik: Staatliche Maßnahmen zur Steuerung der wirtschaftlichen Aktivität.
- Geldpolitik: Maßnahmen der Zentralbank zur Gewährleistung der Preisstabilität.
- Außenwirtschaftspolitik: Staatliche Interventionen zur Regulierung des Handels mit anderen Ländern.
- Einkommenspolitik: Maßnahmen zur Sicherung der Preisstabilität und Eindämmung der Inflation.
Fiskalpolitik
Die Fiskalpolitik umfasst die Einnahmen- und Ausgabenpolitik des Staates zur Erreichung wirtschaftspolitischer Ziele.
Instrumente der Fiskalpolitik
- Diskretionäre Fiskalpolitik: Gezielte Maßnahmen der Regierung, wie z. B.:
- Öffentliche Arbeitsprogramme
- Beschäftigungs- und Ausbildungspläne
- Transferprogramme
- Anpassung der Steuersätze
- Automatische Stabilisatoren: Mechanismen wie:
- Proportionale Besteuerung
- Progressive Steuern
- Sozialbeiträge
- Arbeitslosengeld
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Eine expansive Fiskalpolitik (Steuersenkungen oder höhere Staatsausgaben) kurbelt die Nachfrage an. Eine restriktive Fiskalpolitik (Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen) dient der Dämpfung der Wirtschaft.
Die öffentlichen Haushalte
Der öffentliche Haushalt (PGE) ist eine Aufstellung der geschätzten Einnahmen und Ausgaben für ein Geschäftsjahr.
Staatliche Einnahmen
- Sozialabgaben: Beiträge der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung.
- Steuern und Gebühren:
- Steuern: Zahlungen ohne direkte Gegenleistung.
- Gebühren: Zahlungen für die Nutzung öffentlicher Dienste.
- Sonstige Erträge: Laufende Übertragungen, Gewinne aus Eigentum, Veräußerung von Kapitalanlagen und Vermögensübertragungen.
Öffentliche Ausgaben
- Laufende Ausgaben: Gehälter von Beamten sowie Käufe von Waren und Dienstleistungen.
- Investitionsausgaben: Erhalt und Ausbau der Produktionskapazitäten.
- Transfers und Subventionen: Finanzielle Unterstützung für Personen (Transfers) oder Unternehmen (Subventionen).
Analyse des Haushaltsdefizits
Es gibt zwei theoretische Ansätze:
- Keynesianismus: Befürwortet staatliche Kreditaufnahme zur Erreichung von Vollbeschäftigung.
- Neoliberalismus: Kritisiert die Staatsverschuldung aufgrund der Inflationsgefahr.
Defizite werden unterschieden in konjunkturelle (zyklusbedingt) und strukturelle (dauerhafte) Defizite. Zur Finanzierung kann der Staat Staatsanleihen ausgeben, Steuern erhöhen oder die Geldmenge ausweiten.