Heilige Schriften der Weltreligionen im Überblick

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Die Bibel

Die Bibel ist die Sammlung der heiligen Bücher des Judentums. Die Tora, die fünf Bücher Mose, erzählt die Geschichte des jüdischen Volkes vom Anfang der Welt bis zur Ankunft im Gelobten Land. Es wurde davon ausgegangen, dass die Tora persönlich von Mose geschrieben und unmittelbar von Gott inspiriert wurde. Zu den schriftlichen Regeln kam die mündliche Tradition hinzu, die im Talmud gesammelt wurde. Diese mündlichen Überlieferungen stammen aus der Zeit des Mose und wurden um das Jahr 200 n. Chr. transkribiert.

Der Koran

Der Koran ist das offenbarte Buch des Islam und in 114 Suren (Kapitel) unterteilt, die wiederum aus Versen bestehen. Der Prophet Muhammad empfing zahlreiche Offenbarungen. Die erste Sure fasst den islamischen Glauben zusammen und ist für Muslime so fundamental wie das Schma Jisrael für Juden oder das Vaterunser für Christen. Übersetzungen in andere Sprachen gelten als Näherungen. Zudem wurden Hadithen aufgezeichnet – Bücher, die Fakten, Sprüche und Geschichten über das Leben Muhammads enthalten und von großer normativer Bedeutung sind.

Orientalische heilige Bücher

Zu den heiligen Büchern des Hinduismus zählen die vier Sammlungen der Veden (Wissen). Sie wurden von Priestern bewahrt und enthalten das Wissen, das den Sehern von den Göttern offenbart wurde, darunter religiöse Hymnen und Lobgesänge. Die Bhagavad Gita („Gesang des Erhabenen“) ist in Sanskrit verfasst und gilt als eines der wichtigsten religiösen Werke der Hindus.

Totenbücher

Das ägyptische Totenbuch besteht aus zahlreichen Texten, Hymnen, Gebeten und Zauberformeln. Seine Aufgabe war es, die Seele des Verstorbenen zu schützen und sie durch das Jüngste Gericht zu führen. Die ersten Dokumente wurden in Hieroglyphen an die Innenwände von Pyramiden geschrieben. Auch das tibetische Totenbuch, verfasst vom Begründer des Lamaismus, dient als Leitfaden für Sterbende und Verstorbene.

Die Sprache heiliger Texte

Die jüdische Bibel wurde auf Hebräisch verfasst, einer Sprache, die bis heute religiöse Bedeutung hat. Bei den Katholiken war Latein bis weit ins 20. Jahrhundert die offizielle Sprache. Martin Luther forderte jedoch, die Texte in die Landessprachen der Gläubigen zu übersetzen. Eine Sprache gilt oft als heilig, weil sie die offizielle Doktrin einer Religion transportiert.

Interpretation heiliger Texte

Die Auslegung heiliger Texte erfordert Experten, die speziell dafür ausgebildet sind. Da die Schriften in einem bestimmten historischen Kontext offenbart wurden, beziehen sie sich nicht nur auf den Glauben, sondern auch auf individuelle, familiäre und soziale Vorschriften. Priester und Theologen versuchen, den Willen Gottes in diesen Texten zu deuten.

Heilige Texte und religiöse Spaltungen

Die Lehre in heiligen Büchern führt oft zu unterschiedlichen Interpretationen. Wenn Menschen den Sinn der Texte verschieden auslegen, kann dies zu Spaltungen innerhalb der Glaubensgemeinschaft führen. So trennten sich die Buddhisten aufgrund unterschiedlicher Auslegungen in die Gruppen des „kleinen“ und „großen Fahrzeugs“. Im Christentum kam es zu großen Spaltungen zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche sowie später zwischen Katholiken und Protestanten.

Der Eid auf heilige Bücher

In vielen Zivilprozessen ist es üblich, einen Eid auf ein heiliges Buch zu leisten, um die Bedeutung des Gesetzes zu unterstreichen. In Ländern mit reformiert-christlicher Tradition findet man beispielsweise häufig Bibeln in Hotelzimmern. Auch der Koran wird oft als Symbol für die Lebensführung und das Modell des Glaubens bei öffentlichen Anlässen oder Protesten verwendet.

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