Herbert Simons Organisationstheorie (1950-1960)

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Herbert Simons Organisationstheorie (1950–1960)

Die Verwaltungslehre (1946)

Schritte zur strukturellen Veränderung und zur Gestaltung der Regierungsweise auf Basis realistischer Modelle:

  • 1. Administrative Man (Verwaltungsmensch): Fokus auf rationale und kognitive Entwicklung. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Entscheidungsprozessen.
  • 2. Ganzheitlicher Ansatz: Nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Überprüfung der Ergebnisse. Analyse der Delegation und anschließende Kontrolle.
  • 3. Gleichgewichtsmodell: Organisationen befinden sich in einem permanenten Gleichgewicht zwischen den Beiträgen der Mitglieder und der erhaltenen Anerkennung. Fehlt dieses Gleichgewicht, entstehen Konflikte und Effizienzverluste.
  • 4. Konfliktmodell: Ein gut geführter Konflikt ermöglicht Wachstum.

Organisationstheorie (1956): Der Entscheidungsprozess

Simon betrachtet die Entscheidung als einen Prozess, bei dem die Interaktion zwischen dem Entscheidungsträger und der ausführenden Person im Vordergrund steht. Der Kontext (das Hier und Jetzt) interagiert mit dem geistigen Bereich der Person. Dieser Prozess basiert auf vier kritischen Elementen:

1. Macht

Macht ist nicht unendlich, sondern begrenzt:

  • Absolute Macht: Befehle und Weisungen werden durchgesetzt, aber nicht hinterfragt.
  • Begrenzte Macht (Anerkannte Autorität): Die Autorität muss verdient werden. Einfluss auf den Untergebenen führt dazu, dass dieser sich an die Anweisungen gebunden fühlt.

Das Modell verbindet beide Autoritätsformen: Macht leitet sich aus dem Entscheidungsprozess ab – je stärker der Einfluss auf die Entscheidung, desto größer die Macht.

2. Zeit

Die Zeit bestimmt die Qualität der Entscheidung. Es gilt, den Zeitdruck zu berücksichtigen und Zeit zu gewinnen, um eine fundiertere Entscheidung zu treffen.

3. Information

Man muss zwischen Daten und Informationen unterscheiden. Organisationen sind oft mit Daten gesättigt, verfügen aber über zu wenig echte Informationen. Laut Simon ist es für die Entscheidungsfindung notwendig, über Informationen statt nur über Daten zu verfügen, um keine perfekten, aber mögliche Entscheidungen zu treffen.

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