Die Herrschaft der Katholischen Könige und Machiavelli
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Machiavelli und "Der Fürst"
9. "Der Fürst" ist ein Werk über den idealen Herrscher. Besitzt er die nötigen Qualitäten und scheint das Buch auf König Ferdinand von Aragonien zu basieren? Welchen Rat gibt Machiavelli den Herrschern?
Niccolò Machiavelli verfasste dieses Werk. Sein Rat lautet: "Tu, was du zu tun hast, und mach dir keine Sorgen." Man muss bereit sein, auch schlecht zu handeln, wenn man in Laster fällt, denn: Der Zweck heiligt die Mittel.
Die Königreiche der Iberischen Halbinsel
10. In welche Königreiche war die Halbinsel im 15. Jahrhundert unterteilt?
- Krone von Kastilien
- Krone von Aragon
- Königreich von Navarra
- Königreich Portugal
- Islamisches Königreich von Granada
Die Vereinigung von Kastilien und Aragon
11. Erklären Sie, wie die Königreiche Kastilien und Aragon vereint wurden (mit Daten und Besonderheiten):
Im Jahr 1469 heirateten Ferdinand, der Sohn des Königs von Aragon, und Isabella, die Schwester des Königs von Kastilien. Im Jahre 1479 folgte Ferdinand seinem Vater auf den Thron von Aragon. So entstand eine Union, die jedoch lediglich eine Personalunion war. Jedes Reich behielt weiterhin seine eigenen Gesetze und Institutionen. Daher war die dynastische Verbindung durch den Tod Isabellas im Jahr 1504 gefährdet.
Die endgültige Einigung der Königreiche
12. Wie und durch wen wurden die Königreiche schließlich vereint?
Die endgültige Vereinigung erfolgte unter Karl I., dem Sohn von Juana la Loca. Nach Isabellas Tod blieb der kastilische Thron bei ihrer Tochter Juana, während Ferdinand König von Aragon blieb. Aufgrund des Zustands der Königin Juana ("die Wahnsinnige"), der sie für den Thron untauglich machte, übernahm Ferdinand die Regentschaft, bis Karl I. im Jahre 1516 schließlich den Thron beider Kronen bestieg.
Machtinstrumente der Katholischen Könige
13. Wie festigten die Katholischen Könige ihre Macht?
Es entstand die Heilige Brüderschaft (Santa Hermandad) in Kastilien, eine Polizeieinheit zur Bekämpfung von Banditen und zur Eindämmung des Adels. Zudem wurde die Justiz neu organisiert und die Kanzlei als höchste juristische Instanz gestärkt.
Die Katholischen Könige erhöhten ihre Macht gegenüber den Städten, indem sie Richter (Corregidores) ernannten, um die königliche Autorität in den Gemeinden von Kastilien durchzusetzen. Zudem stärkten sie die königliche Schatzkammer, indem sie Privilegien und Ländereien beschlagnahmten, die ihre Vorgänger dem Adel gewährt hatten.
Territoriale Eroberungen
14. Welche Länder wurden während der Herrschaft der Katholischen Könige erobert?
Das Reich von Granada, das in muslimischer Hand war, wurde erobert. Nach Isabellas Tod folgte das Königreich Navarra. Im Jahre 1504 trat das Königreich Neapel bei, zudem wurden Melilla und Oran in Afrika erobert. Im Atlantik wurden die Kanarischen Inseln unterworfen und die Eroberung Amerikas begann.
Die religiöse Einheit Spaniens
15. Wie erreichten die Katholischen Könige die religiöse Einheit?
Durch die Gründung der Inquisition im Jahr 1478 zur Verfolgung von Ketzern. Dieses Gericht hatte die Zuständigkeit in Kastilien sowie Aragon und war für harte Sanktionen bekannt. Der nächste Schritt war die Vertreibung der Juden im Jahr 1492 durch ein königliches Dekret: Alle Juden mussten zum Christentum konvertieren oder Spanien verlassen. Im Jahre 1512 wurde ein ähnliches Dekret für die Konversion oder Ausweisung von Muslimen erlassen. Muslime, die konvertierten, wurden Moriscos genannt.
Glossar und Definitionen
16. Begriffe eingrenzen:
- Heiratsallianzen: Strategische Ehen der Königskinder zur Verfolgung territorialer Interessen, insbesondere gegen Frankreich.
- Gerichtshof der Inquisition: 1478 mit päpstlicher Erlaubnis gegründet, um Ketzer in Kastilien und Aragon zu verfolgen.
- Kanzlei: Höchste juristische Instanz.
- Schöffen (Corregidores): Beauftragte der Könige in den kastilischen Gemeinden.
- Santa Hermandad: Eine Polizeieinheit gegen Banditentum und Adelsansprüche.
- Dynastie: Erbfolge von Herrschern derselben Familie.
- Konvertiten (Conversos): Juden, die zum Christentum übertraten und oft von der Inquisition verfolgt wurden.
- Morisken (Moriscos): Muslime, die zum Christentum übertraten.
- Juana la Loca: Tochter Isabellas, deren Thronanspruch aufgrund ihrer psychischen Verfassung schließlich auf ihren Sohn Karl I. überging.