Erste Hilfe bei Blutungen: Ursachen, Arten und Maßnahmen
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Definition und Ursachen von Blutungen
Eine Blutung entsteht, wenn die Gefäßwand durch eine Verletzung oder Erkrankung beschädigt wird. Ursachen können traumatische Wunden, Frakturen, Magengeschwüre oder Gefäßveränderungen (z. B. an Speiseröhre oder Beinen) sein.
Die Schwere der Blutung hängt von drei Faktoren ab:
- Dem betroffenen Gefäßtyp
- Dem Ort der Blutung
- Der Dauer und Geschwindigkeit des Blutverlusts
Diese Faktoren bestimmen das Volumen des verlorenen Blutes.
Klassifizierung von Blutungen
Nach dem blutenden Gefäß
- Arterielle Blutung: Das Blut tritt stoßweise und synchron zum Herzschlag aus. Es ist hellrot und kann aufgrund der hohen Geschwindigkeit zu einem schnellen, massiven Blutverlust führen. Dies ist die gefährlichste Form.
- Venöse Blutung: Das Blut fließt kontinuierlich und langsamer. Die Farbe ist dunkelrot bis fast schwarz.
- Kapillarblutung: Das Blut sickert langsam aus vielen kleinen Punkten der Hautoberfläche.
Nach dem Ort des Blutaustritts
- Externe Blutungen: Das Blut tritt nach außen aus. Sie sind meist sofort sichtbar und alarmierend, was eine schnelle Reaktion zur Blutstillung ermöglicht.
- Innere Blutungen: Das Blut sammelt sich im Gewebe oder in Körperhöhlen. Sie sind schwerer zu erkennen und daher oft gefährlicher.
- Externalisierte Blutungen: Blut aus dem Körperinneren tritt über natürliche Körperöffnungen (Mund, Vagina, Anus) aus.
Nach Zeitpunkt und Geschwindigkeit
- Akute Blutungen: Treten über Minuten oder Stunden auf und zeigen je nach Blutverlust allgemeine Symptome.
- Chronische Blutungen: Können über Tage oder Wochen anhalten.
Schweregrade von Blutungen
- Leichte Blutungen: Verlust von weniger als 10 % des Blutvolumens (ca. 500 ml). Führt meist nur zu leichter Instabilität, Schmerzen stehen im Vordergrund.
- Schwere Blutungen: Verlust von 10 % bis 30 % des Blutvolumens (500 bis 1500 ml). Symptome: Schmerzen, flache Atmung, blasse/kalte Haut, Tachykardie (Herzrasen), Schwindel, Ohnmacht, Sehstörungen und Ohrgeräusche.
- Sehr schwere Blutungen: Verlust von über 30 % des Blutvolumens (über 1500 ml). Intensivere Symptome, Schockzustand und Lebensgefahr innerhalb weniger Stunden.
Maßnahmen bei Blutungen
Bei Notfällen sind sowohl allgemeine als auch lokale Maßnahmen erforderlich.
Allgemeine Maßnahmen
- Sicherheit: Bringen Sie das Opfer in eine sitzende oder liegende Position, um Stürze durch Schwindel zu vermeiden.
- Lagerung: Bei Anzeichen von Schock (blasse, kalte Haut, Schwindel) das Opfer in Rückenlage bringen, ggf. mit hochgelagerten Beinen (Schocklage).
Lokale Maßnahmen bei äußeren Blutungen
- Freilegen: Die Wunde freimachen, um die Blutungsquelle zu identifizieren.
- Direkter Druck: Mit einer sauberen Auflage fest auf die Wunde drücken. Wenn das Tuch durchblutet, nicht entfernen, sondern ein weiteres Tuch darauflegen und den Druck beibehalten.
- Hochlagern: Wenn möglich, das betroffene Körperteil über Herzhöhe lagern.
- Druckpunkt: Bei starker Blutung kann die zuführende Arterie zwischen Wunde und Körpermitte komprimiert werden.
Der Druck sollte mindestens 5 bis 10 Minuten aufrechterhalten werden, um die Blutgerinnung zu ermöglichen.
Umgang mit Fremdkörpern
Bei eingebetteten Fremdkörpern (Glas, Metall, Holz) sollte der Gegenstand in der Regel nicht entfernt werden, da dies die Blutung verschlimmern kann. Die Wunde stattdessen mit Polsterungen um den Fremdkörper herum verbinden.
Maßnahmen bei inneren Blutungen
Bei Verdacht auf innere Blutungen (z. B. nach einem schweren Schlag auf den Oberkörper) das Opfer ruhigstellen, zudecken und umgehend den Notruf absetzen. Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage einnehmen.
Der Schockzustand
Ein Schock entsteht durch mangelnde Durchblutung lebenswichtiger Organe, oft ausgelöst durch starken Blutverlust, Dehydrierung oder schwere Verletzungen.
Symptome
- Blasse Hautfarbe
- Kühle Extremitäten
- Kalter Schweiß
- Schneller, schwacher Puls
- Schnelle, flache Atmung
- Starker Durst
- Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma
Erste-Hilfe-Maßnahmen
- Blutung stoppen.
- Opfer in Rückenlage mit hochgelagerten Beinen bringen.
- Gesicht zur Seite drehen, beruhigen und warm halten.
- Notarzt rufen.
- Bei vollem Bewusstsein nur kleine Schlucke Wasser geben.