Erste Hilfe: Leitfaden für Notfälle und Verletzungen

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Herz-Kreislauf-Notfälle und Schockzustände

Der Schockzustand (State of Shock): Eine Kreislauferkrankung, die durch massiven Blut- und Flüssigkeitsverlust lebensbedrohliche Zustände verursacht. Die Ursachen (Roots) sind: schwere blutende Wunden, innere Blutungen, Verbrennungen, Durchfall sowie schwere oder sehr schwere Allergien.

Die Diagnose: Schneller und schwacher Puls, Blässe (vor allem an Lippen, Ohrläppchen und Fingernägeln), Kältegefühl, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Verwirrtheit, Beeinträchtigung des Bewusstseins oder Bewusstlosigkeit.

Vorgehensweise:

  • Verständigung des Rettungsdienstes (Emergency Medical Services).
  • Inbetriebnahme der Schockposition (Rückenlage, horizontal, flacher Stamm mit angewinkelten oder hochgelagerten Beinen).
  • In eine Decke wickeln und beruhigen.
  • Blutungen (falls vorhanden) stoppen und kontinuierlich Bewusstsein, Atmung und Kreislauf überwachen.
  • Bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen.
  • In allen Fällen eine Notfall-Übertragung an eine medizinische Einrichtung sicherstellen.

Ohnmacht oder Synkope

Eine Beeinträchtigung des Bewusstseins, ohne dass ein vollständiger Verlust eintritt. In der Regel unproblematisch, sofern kein Schädel-Hirn-Trauma (Trauma craneoencefálico) vorliegt. Die Ursache ist eine unzureichende Blutversorgung des Gehirns. Symptome: Müdigkeitsgefühl, Blässe und kalter Schweiß. Verhalten: Flach auf den Rücken legen mit erhöhten Beinen; bei leichter Bewegung erfolgt meist eine perfekte Erholung.

Blutungen: Arten und Erste Hilfe

Blutung: Blutverlust durch das Durchbrechen der Blutgefäßwände. Dies kann schwerwiegende oder sogar tödliche Folgen haben. Die Bedeutung der Blutung hängt von der Menge des verlorenen Blutes pro Zeiteinheit sowie dem Gesundheitsstatus nach dem Unfall ab.

Arten von Blutungen

  • Äußere Blutungen: Unterteilt in arterielle, venöse und kapillare Blutungen.
  • Innere Blutungen: Nicht sichtbar, oft diagnostiziert durch Anzeichen eines Schocks.
  • Exteriorisierte Blutungen: Blut tritt aus natürlichen Körperöffnungen aus.
    • Nasenbluten (Epistaxis): Nase für 5–10 Minuten komprimieren, sitzend mit nach vorne gebeugtem Kopf. Falls nötig, Gaze mit Wasserstoffperoxid verwenden. Wenn es nach 15–20 Minuten nicht stoppt: Krankenhaus.
    • Otorrhagie (Ohrblutung): Nicht komprimieren! Auf das blutende Ohr legen und dringend ins Krankenhaus.
    • Blut aus dem Mund: Hämatemesis (Erbrechen von Blut aus dem Verdauungssystem) oder Hämoptyse (schaumiges Blut aus den Atemwegen).
    • Hämaturie: Blut im Urin.

Maßnahmen bei äußeren Blutungen

Das Hauptziel ist der schnellstmögliche Stopp der Blutung. Die Reihenfolge der Maßnahmen ist:

  1. Manueller Druck (lokal) auf die Wunde.
  2. Druckverband auf die blutende Stelle.
  3. Kompression der zuführenden Arterie (Remote-Handbuch).
  4. Tourniquet (Abbinden) als letzte Instanz.

Hinweis: Innere Blutungen führen oft zu einem Schockzustand.

Unfälle und Verletzungen (Trauma)

Verletzungen: Schnelle Auswirkungen durch mechanische, physikalische oder chemische Faktoren auf den Körper. Diese können im Rahmen von Schul-, Haus-, Sport-, Arbeits- oder Verkehrsunfällen sowie bei Katastrophen auftreten.

Mechanische Verletzungen und Weichteilschäden

Ein Aufprall führt zu zwei Arten von Läsionen: Einfache Quetschung (unverletzte Haut) oder Wundquetschung. Eine Quetschung ist ein stumpfes Trauma, bei dem die Hautintegrität meist erhalten bleibt.

  • Grad 1: Leichte Intensität, Schmerzen, Kardinalpunkte.
  • Grad 2: Größere Intensität, Schmerzen, Blutergüsse (Hämatome/Beulen).
  • Grad 3: Sehr intensiv, Gefahr von Gewebenekrosen.

Allgemeines Verhalten: Ruhe, lokales Eis, Hochlagern und Entlasten der Extremität. Den Bereich bandagieren, keine Massage für 48–72 Stunden, keine Hitze für 48 Stunden. Nicht durchlöchern und ärztlich begutachten lassen.

Wunden und Hautverletzungen

Definiert als Bruch in der Haut mit getrennten Rändern, Blutung und Schmerz. Die Hauptkomplikation ist die Infektion. Schweregrad: Mild (Erosionen) bis schwer. Symptome: Schmerz, Blutung, Klaffen der Wundränder. Zeichen der Schwere: Lage, Tiefe, Reinheitsgrad und Komplikationen. Versorgung: Wunden ohne Kleidung freilegen (100 %). Nicht reinigen, sondern mit Gaze und Verband sichern, Bereich immobilisieren und ins Krankenhaus transportieren.

Thermische Unfälle: Hitze und Verbrennungen

Hitzschlag und Sonnenstich

Verursacht durch intensive Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf. Klinik: 1. Prodromalphase: Kein Fieber, Schwitzen, Unwohlsein (Lagerung: halbsitzend). 2. Statusphase: Schwitzen verschwindet, hohes Fieber, heiße/trockene Haut, Schock, Krämpfe. Verhalten: Schockposition, Kühlung (Temperatur auf 10–15 Grad senken), Eis anwenden, Krankenhaus.

Hitzschlag (Definition): Versagen des Hypothalamus-Wärmeregulierungssystems durch Umgebungshitze. Symptome ähneln dem Sonnenstich, oft begleitet von Dehydration und Nasenbluten.

Verbrennungen (Burns)

Verletzungen durch physikalische, chemische oder biologische Agenzien.

  • Grad 1: Erythem (Rötung).
  • Grad 2: Blasenbildung (Blister).
  • Grad 3: Schorfbildung, schwerste Form.

Schweregrad nach Ausdehnung: <10 % mild, 10–33 % schwer, 33 % sehr ernst, 50 % meist tödlich. Die gefährlichste Komplikation ist der Schock.

Vergiftungen und chemische Angriffe

Vergiftung: Auftreten von Symptomen nach Einwirkung eines Toxins (akut, subakut oder chronisch). Eingangswege: Verdauungstrakt, Atemwege, Haut oder parenteral (Injektion). Gifte: Biologisch (Tier/Pflanze), toxisch (Alkohol/Drogen) oder anorganisch (Metalle/Ätzmittel).

Ziele der Behandlung: Vitalfunktionen erhalten und Giftkonzentration niedrig halten (Aufnahme verzögern, Ausscheidung fördern). Techniken: Erzwungenes Erbrechen (Emesis) oder Magenspülung. Kontraindikationen für Erbrechen: Ätzende Stoffe, Bewusstlosigkeit, ZNS-Stimulanzien, Öl-Aufnahme, Kinder unter 6 Monaten, Schwangerschaft. Gegenmittel (Demulcentia): Eiweiß-Milch-Wasser-Gemisch (4–6 Eiweiß auf 1 Liter) gegen Säuren und Laugen. Achtung: Milch ist bei Phosphor-Vergiftung kontraindiziert!

Allergische Reaktionen

Nebenwirkungen nach Kontakt mit Triggern. Kann zum anaphylaktischen Schock führen (Bewusstlosigkeit, Hypotonie, Kreislaufkollaps). Ohne Behandlung droht der Tod durch Herzstillstand.

Muskel- und Skeletterkrankungen

Frakturen (Knochenbrüche)

Unterbrechung der Knochenkontinuität durch direktes oder indirektes Trauma.

  • Geschlossen: Haut intakt.
  • Offen: Knochen durchstößt die Haut.
  • Kompliziert: Mit Verletzungen angrenzender Strukturen.
  • Fissur (Riss): Keine vollständige Trennung der Knochenenden.

Verhalten: Wunden abdecken, Ruhigstellung (Schiene/Schlinge), Entlastung und Transport.

Verstauchungen (Distorsionen)

Erzwungene Bewegung eines Gelenks. Typen: Belastung (kein Riss), Einriss (Teilriss, stabil), kompletter Riss (instabil). Behandlung: Kryotherapie (Kälteanwendung) zur Schmerzlinderung, Vasokonstriktion und Entspannung.

Prophylaxe

Tetanus: Eine Erkrankung verleiht keine Immunität. Vorbeugung durch Tetanus-Impfung ist essenziell.

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