Die hispanoamerikanische Literatur: Von der Moderne zum Boom

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Die hispanoamerikanische Lyrik und die Moderne

Der glorreiche Augenblick der hispanoamerikanischen Lyrik tritt mit der Moderne ein, die sich als eine Bewegung der politischen und kulturellen Aussage zeigt. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erreicht die Moderne ihre volle Fülle durch Autoren wie Rubén Darío, José Martí und Julio Herrera y Reissig. Sie übte einen großen Einfluss bis 1920 aus, als sie durch die Avantgarde abgelöst wurde.

Die Bewegung entstand Ende des 19. Jahrhunderts mit José Martí, Rubén Darío und José Asunción Silva, die sich vom spezifisch europäischen literarischen Kanon lösten. Sie suchten ihre Identität nach der Kolonialzeit, als die verschiedenen hispanoamerikanischen Republiken befreit wurden – ein Prozess, der 1898 mit dem Verlust der spanischen Inselkolonien Kuba und Puerto Rico in Amerika sowie den Philippinen in Asien endete.

Der lateinamerikanische Boom

Die Spitze der lateinamerikanischen Literatur markiert der sogenannte Boom ab 1940, der mit der realistischen Literatur des magischen Realismus korrespondiert. In diesem Zusammenhang liefert José Donoso eine eindeutige Erklärung in seinem autobiografischen Werk „Geschichte des persönlichen Booms“.

Zu den wichtigsten Schriftstellern dieser Bewegung zählen unter anderem:

  • Jorge Luis Borges, Julio Cortázar, Horacio Quiroga
  • Manuel Puig, Juan Carlos Onetti, Pablo Neruda
  • César Vallejo, Ciro Alegría, José Carlos Mariátegui
  • Mario Vargas Llosa, Alfredo Bryce Echenique, José Vasconcelos
  • Gabriel García Márquez, Alejo Carpentier, José Lezama Lima
  • Augusto Roa Bastos, Miguel Ángel Asturias

Lyrik und Avantgarde

Nach einer postmodernen Phase umfasst die lateinamerikanische Lyrik die Entscheidung für die Avantgarde. Diese Strömung gewinnt durch den Kreationismus an Kraft, der später nach Spanien exportiert wurde. Die bedeutendsten Dichter dieser Ära sind César Vallejo, Jorge Luis Borges und Pablo Neruda.

Narrative: Vom Realismus zum magischen Realismus

Der traditionelle Realismus

Der Roman blieb lange Zeit realistisch und thematisierte menschliche sowie gesellschaftliche Probleme, oft mit indigenen Einflüssen.

Der magische Realismus

Der magische Realismus bietet eine komplexe Darstellung der Welt, in der Traum und Fantasie auf dem gleichen Niveau wie die rationale Realität stehen. Er gilt als die einzige Möglichkeit, die südamerikanische Realität zu erfassen, die sich durch das Überleben des Magischen und die Kraft der tellurischen Natur von Europa unterscheidet.

Merkmale und Innovationen

  • Einbeziehung des Magischen, Legendären und Mythischen.
  • Formale Innovationen: innerer Monolog, komplexe Strukturen, chronologische Unordnung.
  • Thematisierung sowohl städtischer Umgebungen als auch der Natur.

Repräsentative Autoren sind der Guatemalteke Miguel Ángel Asturias („Der Herr Präsident“), der Kubaner Alejo Carpentier („Die verlorenen Spuren“) und der Mexikaner Juan Rulfo („Pedro Páramo“).

Jorge Luis Borges, Autor zahlreicher Kurzgeschichten, verbindet das Fantastische mit dem Geistigen und behandelt Themen wie das Schicksal des Menschen, Identität, Zeit, Ewigkeit und Unendlichkeit (z. B. in „Ficciones“ und „Das Aleph“).

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