Historische Entwicklung Chinas und Australiens

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China im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war China durch eine feudale Monarchie und eine imperiale Struktur mit einer starken zentralen Regierung und Bürokratie gekennzeichnet. Die soziale Basis bildete eine breite Masse der Bevölkerung, die unter der Herrschaft einer adligen Minderheit und Großgrundbesitzern lebte und teils sklavenähnlichen Bedingungen unterworfen war. Nach dem Opiumkrieg gegen Großbritannien verlor der kaiserliche Hof die Kontrolle über strategische Städte, die für den Außenhandel entscheidend waren. Zudem verlor China in peripheren Konflikten Gebiete an Japan, Korea und Taiwan.

Australien: Vom Commonwealth zur modernen Nation

Australien entstand 1901 durch den Zusammenschluss ehemaliger britischer Kolonien zum Commonwealth of Australia, unterstützt durch ein vom britischen Parlament verabschiedetes Gesetz. Es wurde eine Bundesregierung mit einem Zweikammer-Parlament etabliert. Das Statut von Westminster besiegelte die Unabhängigkeit Australiens von Großbritannien.

Gesellschaft und Einwanderung

  • Einwanderungspolitik: Ursprünglich wurde eine restriktive Politik gegenüber nicht-europäischen Einwanderern verfolgt.
  • Ureinwohner: Die Regierung praktizierte gegenüber den australischen Ureinwohnern eine Politik der Ausgrenzung und Segregation.
  • Demografie: Australien weist eine junge Bevölkerung auf, die stark durch Zuwanderung geprägt ist. Das Land hat einen der weltweit höchsten Anteile an Menschen mit Migrationshintergrund, was zu einer ethnischen Diversifizierung führt.
  • Urbanisierung: Die Bevölkerung ist ungleich verteilt; die Mehrheit lebt in den Küstenregionen. Australien weist zudem eine der höchsten Urbanisierungsraten weltweit auf.

Geopolitik und Bündnisse

Während des Ersten Weltkriegs orientierte sich Australien zunehmend an den USA, um militärischen Schutz vor dem Japanischen Kaiserreich zu erhalten. Nach dem Krieg wurde diese Partnerschaft weiter gefestigt, während die Bindungen zu Großbritannien allmählich abnahmen.

Die wirtschaftliche Grundlage Australiens

Der Agrarsektor erlebt seit einem halben Jahrhundert einen stetigen Rückgang im Verhältnis zum BIP. Die Viehwirtschaft, die in der Kolonialzeit begründet wurde, macht Australien zum weltweit größten Produzenten und Exporteur von Wolle.

Merkmale der Landwirtschaft

Die australische Landwirtschaft zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Großflächige Landnutzung
  • Intensive Kapitalisierung der Betriebe
  • Hohe Spezialisierung
  • Marktorientierung

Industrie und Dienstleistungssektor

Die australische Industrie begann sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu entwickeln, blieb jedoch lange Zeit eine Minderheitenaktivität. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg führten eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur, eine liberalere Einwanderungspolitik und ausländische Investitionen zu einem starken Wachstum.

Australien folgt einem postindustriellen Modell: Der sekundäre Sektor trägt nur knapp über 20 % zum BIP bei, während der tertiäre Sektor (Dienstleistungen) etwa 70 % ausmacht. Ein prägendes Merkmal der industriellen Struktur ist die Makrozephalie: Die Hauptstädte vereinen heute mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze und der industriellen Produktion der jeweiligen Bundesstaaten auf sich.

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