Die Höhlen von Altamira und die Kunst der Urgeschichte

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Die Höhlen von Altamira

Kontext

Die Höhle wurde 1879 von Marcelino Sanz de Sautola entdeckt. Die Entdeckung geschah zufällig, als seine Tochter Maria ihrem Hund folgte, der sich dort versteckt hatte. Das Mädchen betrat das Innere der Höhle durch eine kleine Öffnung und entdeckte bei der Rettung des Hundes diesen großen künstlerischen Schatz.

Formale Beschreibung

Die Höhle von Altamira erstreckt sich 270 Meter vom Eingang in die Tiefe. Man unterscheidet drei Zonen: die Eingangshalle, in der sich das Leben der Urmenschen abspielte, das Zimmer der Gemälde – oft als „Sixtinische Kapelle“ der quartären Kunst bezeichnet – sowie eine Reihe weiterer Räume und Gänge.

In all diesen Räumen finden sich künstlerische Darstellungen, wobei die bedeutendsten im zweiten Naturraum zu finden sind. Die Bilder gehören zur frankokantabrischen Malerei. Die Tiere wurden unter Ausnutzung der natürlichen Felswölbungen gemalt, um ein Gefühl von Volumen zu erzeugen. Die Farbpalette ist sehr reichhaltig und umfasst Ocker, Schwarz und Rot. Details wie Augen, Mähnen und Hufe der Tiere sind präzise ausgearbeitet.

Bedeutung und Forschung

Dank der Höhlenmalerei kennen wir Details über das Leben der Menschen im oberen Paläolithikum, wie Jagdmethoden, Waffen und Rituale. Ein Pionier der Erforschung war Henri Breuil. Andere Forscher vertraten die Theorie, dass die Höhlenkunst einen religiösen Charakter hatte und als Zufluchtsort diente, an dem die Geheimnisse von Leben und Tod verewigt wurden. Die Kraft, der Realismus und die Ausdruckskraft dieser Bilder sind bemerkenswert. Man unterscheidet zwei große Stile: die frankokantabrische Schule (zu der Altamira gehört) und die levantinische Kunst (Mittelsteinzeit).

Prähistorische Kunst

Die Höhlenmalerei ist die wichtigste Form prähistorischer Kunst. Auf der Iberischen Halbinsel und in Südfrankreich dominieren zwei große Schulen:

  • Schule frankokantabrisch: Charakteristisch sind polychrome Darstellungen isolierter großer Tiere (Bisons, Hirsche, Pferde). Bekannte Höhlen: Altamira, El Castillo, Pindal, Las Monedas.
  • Schule Levante: Die Figuren sind einfarbig (schwarz, rot oder ocker) und zeigen stark stilisierte, schematische Szenen. Wichtige Fundorte: Cogul, Morella, Alpera, Minateda.

Mesopotamien

In sumerischer Zeit wurden Tempel auf Erdhügeln errichtet. Diese Struktur entwickelte sich zur Zikkurat, einem Turm mit einem großen Tempel an der Spitze, der über Rampen zugänglich war. Die Zikkurat von Ur (dokumentiert im 12. Jh. v. Chr.) und der Tempel des Marduk in Babylon sind herausragende Beispiele.

Die sumerische Skulptur zeichnet sich durch vollplastische, zylindrische Figuren aus. Diese Statuen wirken betend, hieratisch und unterliegen dem Frontalitätsgesetz. Sie erscheinen sitzend oder stehend mit den Händen vor der Brust, rasierten Schädeln und Bärten sowie einem Gewand, das eine Schulter und einen Arm frei lässt.

Die Assyrer entwickelten die Kunst weiter, indem sie alltägliche Episoden oder die Verherrlichung des Königs in Streifen auf den Wänden darstellten. Dabei wurde der menschliche Rumpf meist im Profil gezeigt. Besonders hervorzuheben sind Szenen mit Tieren, die durch große Dynamik und Ausdruckskraft bestechen, insbesondere die Darstellungen verwundeter Löwen.

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