Hörspiele und Diskriminierung: Spiele zur auditiven Wahrnehmung und Motorik
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Hörspiele und Diskriminierung
Die folgenden Spiele fördern die auditive Wahrnehmung, die Unterscheidung von Geräuschen und Lauten sowie die Entwicklung der Sprache bei Kindern.
Geräusch- und Stilleübungen
Bei diesem Spiel werden Kinder aufgefordert, sich zu bewegen, wenn Musik oder Lärm zu hören ist, und stillzustehen, wenn es still wird. Zum Beispiel: Die Kinder gehen durch einen Wald und suchen sehr langsam nach Tieren. Weitere Anweisungen können sein: Die Kinder gehen mit einem Tamburin im Klassenraum umher und bleiben stehen, sobald der Ton verklingt.
Geräusche und Bewegung
Geräusche können durch Bewegungen, Haltungswechsel oder Ortswechsel dargestellt werden. Beispielsweise stellen sich die Kinder auf die Schwellen und tanzen im Kreis wie Indianer beim Regentanz. Wenn die Kastagnetten sehr schnell (auf Zehenspitzen) gespielt werden, tanzen die Kinder wie ein feiner Regen. Bei langsamen Trommelschlägen tanzen sie wie ein starker Regen mit Donner.
Unterscheidung von Geräuschen
Die Unterscheidung verschiedener Geräusche kann nach folgenden Kriterien erfolgen:
- Intensität: Laute Geräusche werden mit kräftigen, leise Geräusche mit schwachen Bewegungen dargestellt. Beispiel: Die Kinder ahmen die Bewegungen verschiedener Tiere nach, etwa schwere Schritte von Elefanten oder leichte Schritte von Mäusen.
- Länge: Geräusche werden mit ihrer Dauer in Verbindung gebracht und entsprechend umgesetzt. Beispiel: Ein Ball wird über den Boden gerollt, bis er bei einem Signal stoppt; je nachdem, ob der Ton kurz oder lang ist, rollt der Ball kürzer oder länger.
- Klangfarbe: Verschiedene Instrumente werden verschiedenen motorischen Reaktionen zugeordnet. Beispiel: Die Hand heben, wenn der Klang hell ist; den Fuß heben, wenn der Klang ernst ist.
Wort- und Silbenspiele
Die Aufmerksamkeit der Kinder wird zunächst auf einfache sprachliche Elemente wie Wörter gelenkt. Zum Beispiel können die Indianer einen Regentanz aufführen, während die Hexe Lieder singt, die aus einer Abfolge einzelner Wörter bestehen (Scoba, Pflaumen, Kartoffeln, Vakuum usw.).
Die Kinder stehen in einer Reihe. Die Idee ist: Immer wenn das Wort „Stift“ fällt, läuft das Kind los und setzt sich am Ende der Reihe wieder hin. Diese Übungen werden schrittweise schwieriger gestaltet. Wenn beispielsweise die Zeit gekommen ist, sollen die Kinder auf ihren Plätzen sitzen bleiben, bis das Wort fällt, mit dem sie die Tür verlassen dürfen.
Auch silbenbezogene Elemente werden genutzt: Die Silben werden reduziert und zusammengesetzt. Zum Beispiel wird das Wort „Kaffee“ kurz gesprochen, und die Gruppe reagiert mit einem Code. Es werden Anweisungen eingeführt, die mit ähnlich klingenden Silben zusammenhängen, etwa „Bum“, „Tiene“, „Cindo“, „Piedritas“ oder „Papelitos“. Hier geht es darum, auf verschiedene Silben unterschiedlich zu reagieren.
Motorische Spiele: Bucofaziale Motorik
Bei der Durchführung dieser Spiele ist Vorsicht geboten. Die Spiele sollten immer ganzheitlich eingeführt werden, und übermäßige Anstrengungen sind zu vermeiden.
- Blasspiele: Mit Strohhalmen Wasser bewegen, Wattebällchen oder Luftballons durch Blasen fortbewegen, Luftballons aufblasen, Papierkugeln pusten.
- Zungenspiele: Die Zunge herausstrecken, nach oben und unten bewegen, an den Lippen entlangfahren.
- Sprechspiele: Die Kinder sprechen bestimmte Laute oder Wörter nach, zum Beispiel mit übertriebener Artikulation.
- Lippenspiele: Die Kinder ahmen bestimmte Gesichtsausdrücke nach, etwa von einem traurigen zu einem fröhlichen Gesicht.
Nachahmungsspiele
Bei Nachahmungsspielen werden Geräusche, Tierlaute, Kinderlieder, spanische Lieder und Beispiele für Onomatopoesie verwendet. Geräusche wie „Ayyyy!“, „Ohh!“ oder „Ahhh!“ werden mit Gesichtsausdrücken, Handlungen oder Gefühlen wie Freude, Trauer oder Lachen verbunden. Bei Tierlauten wie „Wuff“ oder „Miau!“ ist das ebenso der Fall.
Diese Spiele sind Nachahmungs- und Gedächtnisspiele. Eine direkte Erreichung der Aussprache ist nicht das Ziel, sondern eine große, klare Artikulation. Die Spiele sind wiederholend aufgebaut, und das Kind lernt durch die Nachahmung der Erwachsenen. Einige Spiele werden mit Handbewegungen begleitet, zum Beispiel: „Boot, boot, boot“ – den Ball kicken, „Pío, pío“ – den Vogel nachahmen. Man kann mit den Händen zeigen, welche Tiere im Klassenraum als Plüschtiere vorhanden sind. Wenn die kleinen Kinder die Wörter wiederholen, sind es zunächst nur Lautmalereien.
Spiele zur zeitlichen Strukturierung
Das Spiel wird durch Klangfolgen strukturiert. Die Lehrkraft verteilt Instrumente an die Kinder; einer nach dem anderen spielt, und danach hebt sich die Hand des nächsten Kindes in der gleichen Reihenfolge.
Die Variante kann erweitert werden, indem mehr Instrumente eingesetzt werden. Die Kinder spielen mit verschiedenen Instrumenten, und Kombinationen können ebenfalls gebildet werden. Die Kinder werden aufgefordert, die Anzahl der Instrumente in der Reihenfolge zu nennen, in der die Lehrkraft sie berührt hat.
Beispiel: Zwei verschiedene Instrumente, die Pauke und die Kastagnetten. Die Kinder hören jedes Mal, wenn die Kastagnetten oder die Pauke erklingen, und heben die Hand. Danach fragt man: Wenn die Kastagnetten gespielt wurden und die Pauke erklingt, was tut man? Die Kinder antworten entsprechend. Man kann auch die Pauke auf den Boden legen und eine Reihenfolge abwechselnd mit zufälligen Folgen spielen, zum Beispiel Pauke – Kastagnetten – Kastagnetten – Pauke.
Grundsätzlich gilt: Die Schwierigkeit wird schrittweise gesteigert, damit die Kinder die Aufgabe verstehen und auf die Antworten der anderen achten können.
Klangobjekte
Die Übung zielt auf die Entwicklung der Wahrnehmung in zeitlicher Abfolge ab. Mit Silben wird folgendes Spiel durchgeführt: Zwei Gruppen mit je fünf Kindern stehen sich gegenüber. Die erste Gruppe erhält die Silbe „Al“, die zweite Gruppe die Silbe „Die“. Wenn die erste Gruppe ihre Silbe spricht, schreitet ein Kind vor und berührt das Gegenüber, wobei die Töne abwechselnd gesprochen werden. Die Silben werden zunächst deutlich getrennt; mit der Zeit wird der Rhythmus schneller und die Unterscheidung schwieriger. Dabei werden verschiedene Silbenpaare verwendet, etwa invertierte Silben wie „ar-ra“ oder „ta-te“.
Damit die Kinder mehr Herausforderungen meistern können, werden Abfolgen von drei Silben oder Geräuschen mit drei Phonemen eingeführt, die dem gleichen Muster folgen. Dabei werden Instrumente wie die Pauke und die Kastagnetten eingesetzt, und die Kinder heben die Hände oder klatschen. Man arbeitet mit Gegensätzen wie Pauke gegen Kastagnetten oder Ring gegen Kastagnetten.
Die Spiele mit Silben können ebenfalls mit Kombinationen und Umkehrungen erweitert werden, etwa mit Wörtern wie „tra-tar“ oder „pre-pro“. Das Ergebnis wird mit den Kindern besprochen, die sich auf die Unterschiede in den Klängen konzentrieren sollen.