Hygiene und Infektionskontrolle in der Zahnmedizin
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Grundlagen der Infektionskontrolle
Kreuzkontamination: Diese entsteht von Patient zu Patient über das medizinische Personal oder die verwendeten Instrumente. Die epidemiologische Kette besteht aus Faktoren, welche die Ausbreitung der Krankheit durch den Kontakt des Überträgers zum empfänglichen Wirt bestimmen.
Opportunistische Pathogene: Eine Pathologie ergibt sich, wenn die Abwehrmechanismen des Organismus reduziert sind. Antiseptik: Dies ist die chemische Desinfektion der Haut, der Schleimhäute oder anderer Gewebe durch ein Antiseptikum – eine Substanz, die das Bakterienwachstum inaktiviert.
Desinfektion: Der Prozess der Zerstörung von Krankheitserregern, jedoch nicht von Sporen und Viren. Bakterizid: Ein Stoff, der zur Vernichtung von Bakterien fähig ist. Eine Infektion ist die Invasion eines externen Erregers, der eine Krankheit hervorrufen kann.
Infektionsrisiken in der Zahnarztpraxis
Alle Mitarbeiter in der Praxis sind dem Risiko ausgesetzt, an Infektionskrankheiten zu erkranken oder diese zu verbreiten. Verschmutzungen können im Mund des Patienten auftreten, da dieser Keime enthalten kann. Die Übertragung auf das Gesundheitsteam erfolgt über direkte Wege (organische Sekrete aus Speichel oder Blut durch Verletzungen der Haut oder Schleimhäute) oder indirekt durch kontaminierte, schlecht desinfizierte Instrumente. Zu den Mikroorganismen zählen Bakterien, Pilze und Viren.
Schutzmaßnahmen und Praxiskontrolle
Das Ziel ist es, das Infektionsrisiko für Patienten und Fachpersonal zu minimieren. Die Schutzmittel umfassen:
- Persönliche Hygiene
- Barriere-Schutzelemente
- Immunisierung (Impfungen gegen Hepatitis B, Tetanus, Grippe)
Hygienetechnik und Desinfektionsmittel
Der Prozess der Praxishygiene umfasst: Einweichen, Desinfizieren, Reinigen, Trocknen, Schmieren, Verpacken und Sterilisieren. Desinfektionsmittel werden wie folgt klassifiziert:
- High-Level-Desinfektion: Ermöglicht die Inaktivierung vegetativer Bakterienformen, Pilze, Sporen und Viren (z. B. Glutaraldehyd).
- Low-Level-Desinfektion: Inaktiviert vegetative Bakterien und Pilze (z. B. Natriumhypochlorit 10 %).
Häufig verwendete Substanzen
Am meisten gefragt sind:
- Natriumhypochlorit: Zur Desinfektion unkritischer Oberflächen oder metallischer Werkstoffe sowie für Wurzelkanäle in der Endodontie.
- Glutaraldehyd: Ein hochwirksames Desinfektionsmittel, das oft als Spray verwendet wird.
- Chlorhexidin: Zur Desinfektion von Haut und Schleimhäuten oder zum Händewaschen.
- Phenol: Eines der ersten Antiseptika.
- Quartäre Ammoniumverbindungen: Wirken fungizid und bakterizid.
- Ethylalkohol (70 % oder 96 %): Wird als Desinfektionsmittel genutzt, ist jedoch oft nur zweite Wahl.
Klassifizierung der Instrumente
- Kritisch: Direkter Kontakt mit oralem Gewebe und Blut; muss sterilisiert werden.
- Semikritisch: Kontakt mit der Mundhöhle ohne Blutkontakt; sollte desinfiziert oder sterilisiert werden.
- Nicht-kritisch: Kein direkter Kontakt mit dem Mund; die Oberflächen im Kabinett müssen zur Beseitigung von Bakterien desinfiziert werden.
Verfahren der Sterilisation
Sterilisation ist ein Verfahren, das jegliches Leben auf einem Objekt zerstört. Methoden umfassen:
- Physikalische Methoden: Trockene Hitze (Heißluftsterilisatoren), feuchte Hitze (Autoklav) zur Vernichtung aller Keime.
- Chemische Methoden: Chemiklave, Ethylenoxid (vorrangig im Krankenhaus) oder Glutaraldehyd 2 % mit sterilisierender Wirkung.
Kontrolle der Sterilisationsverfahren
Ziel ist die Gewährleistung der vollständigen Beseitigung von Mikroorganismen. Dies wird erreicht durch:
- Physikalische Kontrollen: Überprüfung von Druck, Zeit und Temperatur.
- Chemische Kontrollen: Farbumschlag bei Erreichen bestimmter Temperaturen.
- Biologische Kontrollen: Bakteriensporen in einer Kapsel werden 48 Stunden im Ofen inkubiert. Ein Farbumschlag zeigt ein Wachstum an (Fehler); bleibt die Farbe unverändert, war die Sterilisation erfolgreich.