Hypnotische Sprachmuster: Techniken der indirekten Suggestion
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Die Voraussetzung
Der Zweck dieser Implikation ist die stillschweigende Zusage des Patienten, den ersten Teil des Vorschlags zu akzeptieren.
Wirkmechanismus
Die Struktur der Phrasierung ist der potenzielle Gewinn des zweiten Teils der Suggestion (etwas Gewünschtes) als Ausführung des Prerequisits.
Splash (Ideen-Streuung)
Das „Splash“ ist bekannt durch das Einpflanzen von Ideen oder Wörtern, die über das gesamte Skript der Sitzung verteilt werden. Beispiel: „Vielleicht möchten Sie diesmal eine Änderung in Ihrem Leben vornehmen... Sie können Ihre Fähigkeit bewundern, Dinge aus einer anderen Sicht zu betrachten... manchmal sind Sie überrascht, eine andere Art und Weise zu wählen.“
Indikationen
Diese Technik ist sehr nützlich, wenn der Patient neue Wege sucht, um ein Problem zu lösen, und sich jenseits der direkten Kontrolle des Therapeuten befindet.
Metaphorische Sprache
Geschichten, Gleichnisse, Witze, Rätsel, Analogien und Metaphern bilden ein Muster der hypnotischen Kommunikation auf zwei Ebenen: Eine Ebene spricht das Bewusstsein an, während die verdeckte Ebene den Inhalt direkt an das Unbewusste richtet.
Märchen und Geschichten
Sie dienen dazu, dem Patienten neue Möglichkeiten aufzuzeigen, indem die Einstellung des Helden in der Geschichte markiert wird. Wortspiele und symbolische Bilder können hier als Substrat für indirekte Vorschläge dienen.
Witze in der Psychotherapie
Humor ist ein Werkzeug, um eine positive Einstellung zwischen Therapeut und Patient zu fördern. Wichtig ist die Fähigkeit des Therapeuten, über sich selbst zu lachen und Grenzen mit Humor zu betrachten.
Rätsel und Definitionen
Geistige, geometrische oder mathematische Spiele fordern den Patienten auf, über übliche Denkmuster hinauszugehen.
Reframing und Misframing
Hierbei wird aktuellen Ereignissen eine neue Bedeutung verliehen oder Assoziationen aufgebrochen. Beispiel: „Das Zittern kann eine Garantie für das sein, was Sie erzählen, und ist das Ergebnis Ihres Interesses, Ihre Botschaft leicht zugänglich zu vermitteln.“
Binsenweisheiten
Dies ist die Präsentation von Tatsachen, die auf der täglichen Erfahrung basieren und nicht geleugnet werden können. Sie dienen dazu, den Patienten in einen entspannten Zustand zu führen.
Repräsentationssysteme
Der Therapeut identifiziert und nutzt die Sinneskanäle des Patienten (visuell, auditiv, olfaktorisch, gustatorisch, kinästhetisch), um dessen Weltbild zu spiegeln.
Rhythmische Amplifikation
Hierbei geht es um die Art und Weise des Sprechens, unabhängig vom inhaltlichen Wert des Gesagten, um Empathie und Beziehung zu fördern.
Anker
Ein Anker ist ein Reiz (auditiv, verbal, gestisch, taktil), der automatisch eine zuvor festgelegte Reaktion beim Patienten auslöst.
Wahl-Illusion
Dem Patienten werden verschiedene Alternativen angeboten, wobei jede Wahl in die vom Therapeuten gewünschte Richtung führt.
Sequitur
Zwei Sätze werden logisch nicht miteinander verbunden, um Verwirrung zu stiften und so die stillschweigende Zustimmung zu einem der Sätze zu erhalten.
Offene Vorschläge
Indirekte Hinweise, die vage gehalten sind, damit der Patient sie an seine eigenen Bedürfnisse anpassen kann.
Fragen als Suggestion
Durch das Frageformat wird die Aufmerksamkeit auf bestimmte Ideen gelenkt, um die Bedeutung der Sitzung für den Patienten zu vertiefen.
Apposition der Gegensätze
Die sprachliche Struktur verbindet zwei gegensätzliche Pole. Der Patient konzentriert sich bewusst auf ein Element, während das andere die automatische Reaktion auslöst.
Negative Vorschläge
Durch die Verneinung einer zwingenden Notwendigkeit wird der Druck genommen und die automatische Reaktion des Patienten erleichtert (z. B. „Mach dir keine Sorgen...“).
Sprachliche Konnektoren
- Verbindung: „A und B“ (z. B. „Du spürst, wie deine Hand taub wird und gleichzeitig dein Atem rhythmisch wird.“)
- Kausativ: „Wenn, während, denn, wie“ (z. B. „Während du bemerkst, wie dein Arm starr wird, vertieft sich dein Entspannungszustand.“)
- Ursache-Wirkung: „A verursacht B“ (z. B. „Achte auf deine Atmung, das führt zu tieferer Inspiration.“)