Die Hypophyse und Diabetes: Hormone und Pathophysiologie

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Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse)

Die Hypophyse ist eine wichtige Hormondrüse an der Basis des Gehirns, die im Keilbein (Sella turcica) liegt. Sie reguliert zahlreiche andere Drüsen im Körper. Man unterscheidet drei Teile:

1. Adenohypophyse (Vorderlappen)

Dieser Teil produziert trophische Hormone, die andere Drüsen aktivieren:

  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon): Reguliert die Schilddrüsenfunktion (T3, T4) und den Stoffwechsel. Störungen: Hyperthyreose (Struma), Hypothyreose (Kretinismus, Myxödem).
  • FSH (Follikel-stimulierendes Hormon): Fördert die Reifung der Eibläschen (Ovar) und Spermien (Hoden).
  • LH (Luteinisierendes Hormon): Stimuliert den Gelbkörper bei Frauen und die Testosteronproduktion bei Männern.
  • ACTH: Aktiviert die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von:
    • Glukokortikoiden (Cortisol): Wirken entzündungshemmend, beeinflussen das Immunsystem und erhöhen den Blutzucker (Cushing-Syndrom).
    • Mineralokortikoiden (Aldosteron): Regulieren Natrium, Kalium und Chlorid (Addison-Syndrom).
    • Androgenen.
  • STH / GH (Wachstumshormon): Steuert das Körperwachstum. Störungen führen zu Riesenwuchs oder Zwergwuchs.
  • LTH (Prolaktin): Stimuliert die Milchbildung in der Brust.

2. Mittellappen

MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon): Verantwortlich für die Melanin-Synthese und den Tagesrhythmus.

3. Neurohypophyse (Hinterlappen)

Dieser Teil synthetisiert keine eigenen Hormone, sondern speichert sie:

  • ADH (Vasopressin): Konzentriert den Urin in den Nierentubuli und verhindert übermäßigen Flüssigkeitsverlust (Diabetes insipidus).
  • Oxytocin: Löst Kontraktionen des Myometriums bei der Geburt und den Milcheinschuss aus.

Pathophysiologie des Diabetes mellitus

Ein Mangel an Insulin führt zu Hyperglykämie (Blutzuckeranstieg). Die Ausscheidung von Glukose über den Urin (Glykosurie) zieht Wasser mit sich, was zu Polyurie (häufiges Wasserlassen), Polydipsie (starker Durst) und Polyphagie (Heißhunger) führt.

Diabetes-Typen

  • Typ I (IDDM): Insulinmangel, tritt meist in der Jugend auf. Akuter Beginn, oft Ketoazidose. Behandlung: Lebenslange Insulingabe.
  • Typ II (NIDDM): Insulinresistenz oder relative Insulinschwäche. Tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf, oft assoziiert mit Übergewicht. Behandlung: Ernährung, Bewegung, orale Antidiabetika.
  • Sekundärer Diabetes: Durch Zerstörung der Bauchspeicheldrüse (z. B. Pankreatitis).
  • Gestationsdiabetes: Tritt während der Schwangerschaft (meist 3. Trimester) auf.

Komplikationen

  • Akut: Ketoazidose, Hypoglykämie, hyperosmolares Koma.
  • Chronisch: Arteriosklerose, Retinopathie (Blindheit), Nierenversagen, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Neuropathien (Gefühlsverlust, Impotenz).

Die Gonaden (Keimdrüsen)

Die Eierstöcke und Hoden werden durch FSH und LH gesteuert:

  • Eierstöcke: LH stimuliert den Gelbkörper. Östrogene bestimmen weibliche Merkmale, Progesteron unterstützt die Einnistung bei Schwangerschaft.
  • Hoden: Testosteron bestimmt männliche Geschlechtsmerkmale und die Libido. FSH stimuliert die Spermienproduktion.

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