Ideologie und Grundlagen des Faschismus und Nationalsozialismus

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Ideologie und soziale Grundlagen des Faschismus

Die faschistische Ideologie befürwortete die Einrichtung eines totalitären, diktatorischen Einparteiensystems. Der Faschismus versuchte, eine Gesellschaft zu etablieren, die auf den Grundsätzen von Hierarchie, Gehorsam und der unbestrittenen Autorität eines außergewöhnlichen Menschen basierte. So wurde der Personenkult um den Führer begründet.

Die Ideologie bildete einen Antikapitalismus und Antiliberalismus aus und hielt einen expansiven sowie aggressiven militaristischen Nationalismus aufrecht. Faschisten und Rassisten betrachteten jene als minderwertig, die nicht als weiß galten; im Nationalsozialismus wurden Rassismus und Antisemitismus zur zentralen Lehre der Bewegung.

Der Faschismus lehnte die Grundsätze der „dekadenten“ westlichen Kultur ab, die auf Materialismus und Rationalismus basierten, und verherrlichte stattdessen irrationale Verhaltenselemente. Er befürwortete Gewalt gegen politische Gegner; Gewalt wurde als positiver und sogar „therapeutischer“ Wert angesehen. Faschistische Parteien versuchten, die Massen über Milizen zu mobilisieren und legten großen Wert auf Symbole. Zudem wurde das Ideal des „männlichen Kriegers“ erhöht, während Frauen auf die Betreuung von Kindern und die Hausarbeit verwiesen wurden.

Der italienische Faschismus und der Weg zur Macht

Der Gründer des Faschismus war Benito Mussolini, der vom radikalen Flügel der Sozialistischen Partei zum extremen Nationalismus wechselte. Im Jahr 1919 gründete Mussolini in Mailand die Fasci di Combattimento, eine paramilitärische Gruppe, deren Mitglieder sich durch schwarze Hemden und militärische Mützen identifizierten.

Die Faschisten verteidigten extrem nationalistische Forderungen innerhalb eines ursprünglich sozialrevolutionären Programms. Eine der ersten gewaltsamen Aktionen der Squadristi war die Zerstörung der Büros der sozialistischen Zeitung Avanti!, da diese angeblich antinationale Gefühle verbreitete. Die faschistische Bewegung war in den Jahren 1919 und 1920 noch in der Minderheit, doch angesichts des Misstrauens der Italiener gegenüber dem parlamentarischen System wuchs die soziale Unterstützung. Mussolini änderte seine Taktik, gab den revolutionären Trend auf und bereitete sich auf den parlamentarischen Kampf vor. Im Jahr 1921 wurde die Bewegung in die Nationale Faschistische Partei (PNF) umgewandelt. Gleichzeitig ging die Bewegung zur gewaltsamen Unterdrückung von Gewerkschaften und Bauern über. Im August 1922 förderten die Sozialisten einen Generalstreik gegen die faschistische Gewalt.

Nazi-Deutschland und die Weimarer Republik

Im Januar 1919 musste die neue Republik den Spartakusaufstand von Unterstützern niederschlagen, die nach dem Vorbild der Bolschewiki eine sozialistische Republik installieren wollten. Inmitten dieser Krise fanden Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung statt, die in der Stadt Weimar tagte. Die Nationalversammlung entwarf eine Verfassung, die eine föderale Republik auf der Grundlage demokratischer Prinzipien festlegte. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wurde zum Reichspräsidenten gewählt. Die drei großen Parteien bildeten eine Koalition, bekannt als Weimarer Koalition. Die erste Entscheidung der neuen Regierung war die Unterzeichnung des Versailler Vertrages, dessen harte Bedingungen eine sehr schwere Last für die Republik darstellten und negative wirtschaftliche Folgen für Deutschland hatten.

Krise der Republik und Aufstieg des Nationalsozialismus

Die Weltwirtschaftskrise war verheerend für die deutsche Demokratie und verhalf dem Nationalsozialismus zur Macht. Aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen verlor die Bevölkerung das Vertrauen in die traditionellen Parteien und das demokratische System. Es folgte eine ideologische Radikalisierung. Im Jahr 1931 formalisierten die Nazis ihre Allianz mit der traditionellen Rechten. Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.

Errichtung des totalitären Staates und das Dritte Reich

Zwischen 1933 und August 1934 wurde der totalitäre NS-Staat konstruiert. Im Februar 1933 wurden nach dem Reichstagsbrand die Grundrechte außer Kraft gesetzt. Im März 1933 erhielt Hitler durch das Ermächtigungsgesetz die Vollmacht, und Deutschland wurde eine Einparteiendiktatur. Im Juni 1934 befahl Hitler während der „Nacht der langen Messer“, radikale Elemente der SA zu eliminieren. Im August 1934 wurde Hitler nach dem Tod des Reichspräsidenten zum „Führer und Reichskanzler“ proklamiert und das Dritte Reich gefestigt.

Merkmale des neuen totalitären Staates

  • Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und Etablierung der Zensur.
  • Strenge Kontrolle der Erziehung zur Indoktrination der Jugend mit rassistischen und militaristischen Theorien.
  • Effiziente Nutzung von Medien und Kultur zur Verherrlichung des Regimes.
  • Umsetzung einer radikalen rassistischen und antisemitischen Politik.
  • Beginn einer Wirtschaftspolitik der Autarkie und intensiven Aufrüstung mit dem Ziel, ein „Großdeutschland“ zu schaffen und „Lebensraum“ zu gewinnen.

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