Indeterminismus: Freiheit und menschliche Existenz

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Was ist Indeterminismus?

Der Indeterminismus ist eine philosophische Haltung, die besagt, dass der Mensch nicht vollständig determiniert ist. Er vertritt die Auffassung einer radikalen und grundlegenden Freiheit des Menschen. Dabei erhebt er keinen Anspruch auf absolute Freiheit, denn diese ist nur Gott vorbehalten. Der Mensch ist frei, doch es gibt viele Umstände, die ein Individuum dazu bewegen, einen bestimmten Pfad zu wählen.

Darüber hinaus begrenzen physikalische, chemische oder biologische Gesetze das Handeln des Menschen, bestimmen es jedoch nicht vollständig: Wir haben einen gewissen Spielraum. Der Indeterminismus besagt: Wir sind konditioniert, aber nicht determiniert. Umstände wie Erfahrungen, Geschlecht, Umwelt oder Sprache beeinflussen uns. Ortega y Gasset sagt dazu, dass der Mensch konditioniert ist und gerade in diesen Situationen seine Identität erwirbt.

Typologien der Freiheit

Biblische Offenbarung

Es gibt eine Ähnlichkeit zwischen Gott und dem Menschen in Bezug auf Gut und Böse. Gut zu sein bedeutet, frei zu sein wie Gott. Paradoxerweise bedeutet Sünde einen Verlust an Freiheit, da sie ein Versagen darstellt. Die Befreiung, die Auferstehung, ist ein Zustand des Seins, der ein Maß an Erfüllung, Freude und totaler Freiheit für den Menschen bedeutet. Freiheit und Liebe zu wählen – statt fleischlicher Triebe wie Faulheit, Eigensinn oder Egoismus – bedeutet, sich gegen die Sklaverei zu entscheiden.

Thomismus (Hl. Thomas von Aquin)

Die Auffassung, dass der Mensch völlige Freiheit besitzt, gründet darauf, dass er von Gott als vernünftiges Wesen erschaffen wurde. Glaube und Vernunft sind theoretische Dimensionen, die uns helfen, die Welt zu verstehen. Wenn jemand etwas nicht versteht, kann er keine rationale Erklärung liefern. Die Vernunft bedeutet eine gewisse Unsicherheit beim Handeln. Durch die Vernunft entscheiden wir uns zu handeln und zu diskutieren, was uns Freiheit verleiht. (Anmerkung: Es ist genau die Vernunft, die alle vernünftigen Wesen bei gleichen Variablen zu ähnlichen Reaktionen treibt.)

Ethische Notwendigkeit und Rationalität

Die Rationalität des Menschen führt zu einer Moral, durch die der Mensch hinterfragt, wie er handeln soll. Die Moral gehört zum Menschen, aber nicht zwingend zu seiner Natur.

  • Wissenschaft: Sie ist heteronom und hängt von der materiellen Welt ab.
  • Moral: Sie ist autonom, beruht nicht auf Erfahrung und hat kein äußeres Gesetz. Sie ist ein Bereich, in dem der Mensch in Freiheit handelt.

Um moralisch zu sein, muss man die Existenz von Freiheit annehmen. Ohne Freiheit wäre ein moralisches Leben unmöglich; Handlungen wären amoralisch.

Perspektive der neuen Physik

Die Naturgesetze sind keine deterministischen Formeln, sondern probabilistisch (wie durch die Unschärferelation befürwortet). Wissenschaftliche Theorien sind lediglich Instrumente, um die Komplexität der Natur verständlich zu machen. Sie definieren die Natur nicht, sondern sind Aussagen über sie. Mathematische Regeln sind eine Erfindung des Menschen. Ein Vergleich: Eine mit Kreide gezogene Linie auf einer Tafel scheint aus der Ferne gerade, doch bei näherer Betrachtung zeigt sich ihre Unvollkommenheit. So sind Theorien unser Werkzeug zur Annäherung an die Natur, aber nicht die Natur selbst.

Psychologisches Bewusstsein und Existentialismus

Der Existentialismus ist eine philosophische Ansicht, nach der der Mensch nicht durch sein Wesen, sondern durch seine Existenz definiert wird. Zuerst existieren wir, dann planen und bauen wir unser Leben, um uns zu entfalten und offen für das Ende zu sein.

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