Industrialisierung in Spanien: Ursachen und soziale Folgen
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Ursachen des Rückgangs der Sterblichkeit
Die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Verbesserung der Ernährung führten zu einem Rückgang der Sterblichkeitsrate.
Agrar-liberale Reformen
Eine Reihe von Reformen zielte auf die Auflösung des alten Regimes ab. Dazu gehörten die Aufteilung von Grundbesitz, die Desamortisation von Kirchengütern und die Konsolidierung von Privateigentum.
Meilensteine der Industrialisierung
- 1802: Das Verbot der Einfuhr von Baumwolle stimulierte die heimische Spinn- und Textilindustrie.
- 1830: Beginn der Mechanisierung durch den Einbau von Spinnmaschinen in England.
- 1833: Einführung der ersten Dampfmaschine.
- 1830–1860: Großer Aufschwung durch die Mechanisierung der Betriebe.
- 1860: Gründung von Industriekolonien an Flussläufen, um Kohle durch Wasserkraft zu ersetzen.
Regionale Schwerpunkte
- Andalusien (Marbella): Frühe Bedeutung der Hochöfen (ab 1826).
- Asturien: Spaniens reichste Region an Kohlevorkommen.
- Biskaya: Wichtigstes Zentrum für den Eisenerzbergbau.
Herausforderungen der spanischen Industrialisierung
Negative Faktoren waren geringe Kaufkraft, Investitionsmangel, Transportprobleme, fehlende Energiequellen und die periphere Lage Spaniens gegenüber den industriellen Kernländern. Zum Schutz der Industrie wurde ein Protektionismus mit Zöllen auf ausländische Produkte eingeführt.
Infrastruktur und Energie
- Eisenbahnausbau: 1856–1865 (4.500 km) und 1876–1885 (3.000 km).
- Ende des 19. Jahrhunderts: Aufkommen von Strom und Öl.
Agrarstrukturen
- Latifundien (Kastilien, Extremadura, Andalusien): Großgrundbesitz mit schlecht bezahlten Tagelöhnern.
- Kleinbetriebe (Nord-Sub-Plateau und Galizien): Oft zu kleine Flächen für eine effiziente Bewirtschaftung.
Soziale Klassen
Neue herrschende Klassen
- Adel: Erhielt Grundbesitz und Privilegien.
- Großbürgertum: Eigentümer neuer Industrien, Großunternehmen und Banken.
- Mittelbürgertum: Kleine Unternehmer, Kaufleute, Freiberufler und Beamte.
Arbeiterklasse und prekäre Bedingungen
Geprägt durch lange Arbeitszeiten, geringe Bezahlung und schlechte Wohnverhältnisse.
- Handwerker und Ladenbesitzer: Handelten mit eigenen Produkten.
- Angestellte und Proletarier: Arbeiteten gegen Gehalt für Dritte.
Landwirtschaftliche Bevölkerung
- Pächter: Bewirtschafteten Land und gaben einen Teil der Ernte an den Adel ab.
- Tagelöhner: Besaßen kein eigenes Land und arbeiteten gegen Lohn.
Arbeitsbedingungen
Bergbau
Sehr prekäre Bedingungen. Arbeiter litten unter Atemwegserkrankungen durch Quecksilberdämpfe, Tremor und frühzeitigem Zahnverlust.
Frauenarbeit
Die Bedingungen waren schlechter als bei Männern. Trotz 12–14-stündiger Arbeitstage erhielten sie geringere Löhne, die nicht zur Existenzsicherung reichten. Zudem waren sie durch Hausarbeit und Kinderbetreuung doppelt belastet.
Historischer Kontext
Die Sentencia Arbitral de Guadalupe (1486) regelte das Pachtsystem. Die Industrialisierung im 18. Jahrhundert in Katalonien war stark durch die Produktion von indischen Textilien geprägt.