Industrialisierung in den USA und Japan: Kartelle, Konzerne und Produktion
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Die Industrialisierung in den USA
Die Industrialisierung in den USA veränderte Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Neue Technologien, Fabriken und eine neue Unternehmensstrategie prägten die Entwicklung der Unternehmen, die zunehmend Kapital und Märkte kontrollierten.
Marktentwicklung und Vertrieb
Bis 1870 entstand ein Markt für Waren, Wertpapiere und Presse. Der Telegraf und neue Finanzinstitute beschleunigten den Handel. Die Revolution im Vertrieb führte dazu, dass Großhändler in den 1920er-Jahren an Bedeutung verloren, da Unternehmen direkt an Kleinanleger verkauften.
Produktion und Kostenvorteile
Große Stückzahlen bei niedrigen Preisen, billige Arbeitskräfte und eine flexible Spezialisierung ermöglichten es, viele Produkte kostengünstig herzustellen. Dies erhöhte die Gewinnmargen und machte den Wettbewerb über Preise möglich.
Neue Strategien: Kartelle, Konzerne und Integration
- Horizontale Kombination (Kartell/Konsortium): Unternehmen vereinbaren, Preise festzulegen und Gewinne aufzuteilen. Anders als ein Kartell, das nur Preise setzt, kontrolliert das Konsortium auch die Verteilung der Gewinne.
- Vertikale Integration: Ein Unternehmen kontrolliert die gesamte Produktionskette, von der Rohstoffgewinnung bis zum Endprodukt.
- Laterale (horizontale) Integration: Mehrere Unternehmen werden zusammengeschlossen, um den Markt zu sichern und den Marktanteil zu vergrößern.
Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass hier eine große Firma auf mehrere Unternehmen trifft. Die Trusts wurden von Treuhändern (Trustees) gelenkt, die die Unternehmen im Namen der Aktionäre kontrollierten. Später entstanden Holdinggesellschaften, die die Leitung übernahmen. Die Regierung schritt mit Antitrustgesetzen ein.
Branchen im Wandel
Die vertikale Integration war in der Tabakindustrie besonders stark ausgeprägt. In der Erdölindustrie kontrollierten wenige große Unternehmen einen Großteil des Marktes. Fusionen führten zu einer hohen Konzentration in Chemie, Elektrotechnik, Stahlindustrie und Pharmazie.
Die Industrialisierung in Japan
Um 1850 war Japan ein wenig entwickeltes Land mit geringer Industrialisierung. Der Kontakt mit amerikanischen Handelsinteressen zwang Japan zur Öffnung. Der Kaiser (Tennō) erhielt nach einem Machtwechsel wieder die politische Kontrolle, und die Samurai verloren ihre Macht.
Modernisierung unter dem Kaiser
Die Regierung modernisierte das Land schnell, holte ausländische Fachleute ins Land und gründete Universitäten. Ab 1880 wurden zahlreiche staatliche Unternehmen an private Unternehmer verkauft. Dadurch entstanden die Zaibatsu, große Handelskonzerne, die eng mit dem Staat verbunden und stark geschützt waren.
Die Zaibatsu
Die Zaibatsu waren stark diversifiziert und sehr erfolgreich. Japan hatte kaum eigene Energiequellen wie Kohle oder Erdöl, weshalb die Nutzung der Wälder als biologische Energiequelle wichtig war. Um 1930 kontrollierten drei Zaibatsu rund 60 % des investierten Kapitals in der Industrie:
- Mitsui
- Sumitomo
- Mitsubishi
Japan als Industriemacht
In den 1960er-Jahren wurde Japan zur führenden Industriemacht der Welt. Neue Organisationsformen der Arbeit und neue Produktionsmethoden, etwa die Arbeitsorganisation nach Taylor und Ford sowie die Abstimmung von Maschinen und Arbeitszeit, steigerten die Produktivität. Die Zeit der Arbeiter in der Produktion wurde genau gemessen, um den Ertrag zu erhöhen.