Industrie und Arbeiterbewegung in Spanien (1914–1930)

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Neue Energie und Industrie (1914–1930)

Zwischen 1914 und 1930 erweiterte die Nutzung von Strom die Produktionsmöglichkeiten, was eine breitere Mechanisierung ermöglichte und die Produktionskosten verringerte. Der Verbrennungsmotor und das Öl ebneten den Weg für die Automobilindustrie, die eine Revolution im Verkehrswesen auslöste. Die Notwendigkeit für neue Geräte führte zu einer Ausweitung der Metallurgie und der chemischen Industrie (Düngemittel, Farben, Medikamente). Die Industrie konzentrierte sich primär auf Katalonien, Madrid und das Baskenland. Dies führte zu einem Bevölkerungswachstum und einer steigenden Nachfrage nach Konsumgütern.

Die spanische Klassengesellschaft

Infolge der liberalen Revolution entwickelte sich eine Klassengesellschaft:

  • Landadel: Er verlor seine angestammten Rechte, behielt jedoch eine wichtige Rolle in der Gesellschaft.
  • Oberklasse: Sie bestand aus den Besitzern großer Industrien und Großgrundbesitzern.
  • Mittlere Bourgeoisie: Diese Gruppe umfasste kleine Händler.
  • Städtische Arbeiterklassen: Bestehend aus Arbeitern und Handwerkern.
  • Bauernschaft (Pagesia): Sie lebte in prekären Verhältnissen, was während des gesamten Jahrhunderts zu Unruhen führte. In Katalonien waren die Lebensbedingungen aufgrund langfristiger Mietverträge besser; der Familienbetrieb war hier die häufigste Einheit.

Entwicklung der Arbeiterbewegung

Arbeiter und Bauern organisierten sich in Gewerkschaften. Die sozialen Ideen des Marxismus und des Anarchismus wurden zum Sprachrohr im Kampf gegen die harten Lebensbedingungen. Die ersten Proteste der Ludditen (wie der Brand der Bonaplata-Fabrik in Barcelona 1835) markierten den Beginn. Im Jahr 1840 wurde die Vereinigung der Weber von Barcelona gegründet. Ihre Ziele waren die Verringerung der Arbeitszeit, höhere Löhne und das Recht, Arbeitervereinigungen zu bilden. 1854 führte der Streik der Selfaktoren (Selfactines) in Barcelona zum ersten Generalstreik. Die Erste Internationale verbreitete die Ideen des Marxismus und Anarchismus weiter. 1870 gründete der Kongress der Arbeitergesellschaften von Barcelona die spanische Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation.

Anarchismus und Sozialismus in Spanien

Anarchismus (Katalonien und Andalusien): Er setzte auf die Bildung autonomer Gruppen, welche die Oberschicht gefährdeten. Gewaltfreie Anarchisten steuerten die Gewerkschaften (1907 Solidaridad Obrera; 1910 Gründung der CNT – Confederación Nacional del Trabajo, die wichtigste Gewerkschaft in Spanien).

Sozialismus / Marxismus (Madrid, Asturien und Baskenland): Im Jahr 1879 wurde die PSOE (Partido Socialista Obrero Español) unter der Führung von Pablo Iglesias gegründet. 1888 entstand die UGT (Unión General de Trabajadores) als sozialistische Gewerkschaft. Der Sozialismus befürwortete die Teilnahme an Wahlen. Im Jahr 1910 erhielt die PSOE mit Pablo Iglesias ihren ersten Abgeordneten.

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