Die industrielle Entwicklung Spaniens im 19. Jahrhundert
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Bergbau-Expansion
Die Bergbau-Expansion beruhte auf drei Faktoren: die steigende internationale Nachfrage nach diesen Produkten, technische Fortschritte, die die Abbaukosten senkten, und die Konzessionsvergabe für Lagerstätten an ausländische Unternehmen. Infolgedessen kam es zu einem spektakulären Anstieg der Konzessionen für Lagerstätten, insbesondere bei Blei und Kupfer. Ein Großteil dieser Erze wurde exportiert, da im Inland keine ausreichende Nachfrage durch industrielle Gruppen bestand, um die Lagerstätten selbst zu nutzen.
Kohle- und Eisenbergbau
Die Entwicklung der Kohleförderung konzentrierte sich vor allem auf Asturien. Trotz der hohen Qualität der Kohle erschwerten hohe Einfuhrzölle zunächst die Wettbewerbsfähigkeit, doch ab 1895 vervielfachte sich die Produktion. Die Kohleförderung diente unter anderem dazu, die Weizenernte zu unterstützen.
Dank des Bessemer-Konverters und der steigenden Nachfrage nach Eisen erlebte der Sektor einen Aufschwung. Die Nähe der Minen zum Meer senkte die Transportkosten. Im Baskenland wurden zahlreiche Bergbaugesellschaften gegründet, wobei ein Großteil der Produktion exportiert wurde, da die Binnennachfrage in Spanien gering war. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war Spanien ein wichtiger Eisenlieferant für Europa, wenngleich die Bedeutung der baskischen Lagerstätten danach abnahm.
Stahlindustrie in Biskaya
In Biskaya entstanden drei große spanische Stahlunternehmen: San Francisco, Altos Hornos y Fábricas de Hierro und Vizcaya. Letzteres wurde zum bedeutendsten Unternehmen Spaniens. Die Altos Hornos setzten den Bessemer-Prozess sowie Martin-Siemens-Öfen ein. Vizcaya repräsentierte fast zwei Drittel der spanischen Produktion.
- Bilbao entwickelte sich zu einer kommerziellen Achse.
- Die Handelsbeziehungen wurden intensiviert und die Frachtkosten pro geförderter Einheit reduziert.
- Die Region wurde zum drittwichtigsten Industriegebiet Spaniens.
Durch die Fusion zu den Altos Hornos de Vizcaya entstand ein Unternehmen, das einen Großteil des 20. Jahrhunderts dominierte. Diese Entwicklung förderte auch den Maschinen- und Schiffbau sowie Versicherungs- und Chemieunternehmen, die das industrielle Fundament des Baskenlandes bildeten und zur Gründung solider Banken beitrugen.
Andere Industriezweige
In weiten Teilen Spaniens dominierten traditionelle Aktivitäten, vor allem in der Lebensmittel- und Bekleidungsindustrie. Weitere traditionelle Sektoren waren die Papier-, Keramik- und Glasherstellung. Die metallurgischen Industrien in anderen Teilen Spaniens konnten oft nicht mit ausländischen Unternehmen konkurrieren, was die Konsolidierung der baskischen Industrie weiter begünstigte.
Neue Bereiche wie die Herstellung von chemischen Düngemitteln, Sprengstoffen und Medikamenten gewannen an Bedeutung. Der Ausbau von Strom und Öl half, den Mangel an wettbewerbsfähigen Energiequellen zu überwinden:
- Strom: Zunächst für die Beleuchtung genutzt, weitete sich die Anwendung auf die Mechanisierung der Industrie aus.
- Transport: Fortschritte in der Motorentechnik und Ölverarbeitung ermöglichten eine Revolution im Transportwesen, etwa durch die Automobilmarke Hispano-Suiza.
- Kommunikation: Auch der Ausbau von Telegraf, Telefon und Radio spielte eine wichtige Rolle.