Die Industrielle Revolution: Auswirkungen und Wandel

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Auswirkungen der Industriellen Revolution

Das internationale Gewicht der Länder wird zunehmend durch den Grad ihrer Industrialisierung gemessen, nicht mehr primär durch ihre geografische Ausdehnung oder militärische Stärke. Die Industrielle Revolution verursachte eine weltweite Spaltung zwischen entwickelten Industrienationen und nicht- oder spätindustrialisierten Ländern.

Sie beeinflusste das Bevölkerungswachstum und die Verstädterung maßgeblich, da sich Industrien bevorzugt in der Nähe von Ballungszentren ansiedelten. Zudem förderte sie andere Wirtschaftszweige, indem sie Maschinen für die Landwirtschaft bereitstellte, den Transport revolutionierte, den Handel belebte und das Wachstum des Kapitalismus begünstigte, welcher immer größere Mengen an Kapital und Finanzierung erforderte.

Soziale Veränderungen

Es entstand eine neue Gesellschaftsordnung, die auf dem individuellen Reichtum basierte:

  • Das Bürgertum: Die wirtschaftlich erstarkte Bourgeoisie wurde zur herrschenden Gruppe.
  • Das industrielle Proletariat: Eine neue soziale Klasse entstand, deren schlechte Arbeitsbedingungen in den Fabriken den Grundstein für die Arbeiterbewegung und Ideologien gegen den Kapitalismus legten.

Darüber hinaus begünstigte die Revolution die Entwicklung von Wissenschaft und Technik, was zu einer Steigerung der industriellen Produktion führte und neue Materialien sowie Inspirationen für die Kunst hervorbrachte.

Demografischer Wandel und Urbanisierung

Während der Industriellen Revolution erlebte Europa ein starkes Bevölkerungs- und Städtewachstum. Die Bevölkerung stieg zwischen 1750 und 1870 von 140 auf 300 Millionen Menschen. Hauptursache war der Rückgang der Sterblichkeitsrate aufgrund verbesserter Ernährung, medizinischer Fortschritte und Fortschritten in der städtischen Abwasserentsorgung ab Mitte des 19. Jahrhunderts.

Als Konsequenz dieses Wachstums begannen Länder wie Großbritannien und die skandinavischen Staaten eine beträchtliche Auswanderung in andere Kontinente, vor allem nach Amerika und Ozeanien. Diese demografischen Veränderungen verliefen jedoch nicht in allen europäischen Ländern gleich schnell; sie begannen früher im Westen und später im Süden.

Städtisches Wachstum

Auch die Städte verzeichneten zwischen 1750 und 1870 ein starkes Wachstum durch natürliches Bevölkerungswachstum und die Zuwanderung der Landbevölkerung. Besonders stark wuchsen industrielle und kommerzielle Zentren wie London, das Mitte des 19. Jahrhunderts mit zweieinhalb Millionen Einwohnern die größte Stadt Europas war.

Dieses städtische Wachstum führte zur Entstehung sozial unterschiedlicher Stadtviertel:

  • Bürgerliche Viertel: Diese lagen nahe der Altstadt, zeichneten sich durch eine regelmäßige Anordnung, breite Straßen, Bürgersteige sowie geräumige und hochwertige Gebäude aus.
  • Arbeiterviertel: Diese entstanden in der Nähe der Fabriken und wiesen ein desorganisiertes Stadtbild mit engen Gassen, einem Mangel an Dienstleistungen sowie kleinen Häusern von schlechter Qualität auf.

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