Die Industrielle Revolution: Fortschritt und Folgen
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Die Industrielle Revolution und ihre Phasen
Die Industrielle Revolution beschreibt den Prozess, durch den Energiequellen in Wärme und mechanische Arbeit umgewandelt werden. Dies geschieht produktiv mit Hilfe von Maschinen, was zu einer Fabrikation großer Mengen desselben Produkts führt. Dies löste einen demografischen Wandel aus: Die Bevölkerung wuchs und Städte vergrößerten sich.
Landwirtschaft und Handel
In der Landwirtschaft gab es eine Steigerung der Produktion durch neue Maschinen und landwirtschaftliche Techniken. Dies führte zu einem internen und externen Wachstum des Handels. Durch den Austausch großer Mengen sowie neue Transportmittel und Maschinen konnten Güter in kurzer Zeit abtransportiert werden, was Fabriken und Handwerksbetriebe grundlegend veränderte.
Die zwei Stufen der Industrialisierung
- 1. Stufe (1750–1860): Geprägt durch Dampfkraft, Kohle und Eisenerz.
- 2. Stufe (1860–1914): Geprägt durch Elektrizität, Öl, den Verbrennungsmotor und Stahl.
Landwirtschaftliche und technische Änderungen
Das Norfolk-System, der Wohnungsbau und neue Produkte aus Amerika (wie die Verallgemeinerung der Kartoffelernte) sowie neue Werkzeuge erhöhten die Produktivität. Dies markierte den Übergang von der Subsistenzwirtschaft zur Marktwirtschaft. Im sozialen Bereich wurden Großgrundbesitzer zu Landwirten, während viele Arbeiter in die Städte migrierten, um dort als Lohnarbeiter tätig zu sein.
Städtebauliche Veränderungen
Es entstanden neue Stadtviertel für die Reichen, während Bauern und Arbeiter die ältesten Teile der Stadt besetzten. Kleine Städte blieben oft arm; ein großer Teil der britischen Bevölkerung wanderte zudem nach Irland aus.
Die neue Textilindustrie
In der Baumwollindustrie entstanden Werkstätten, in denen „Indiennes“ (bedruckte Baumwollstoffe) hergestellt wurden. Da der Import fertiger Stoffe verboten war, importierten die Briten Rohbaumwolle. Baumwolle war flexibler, isolierender, hygienischer und stärker als bisherige Materialien. Der Baumwollsektor industrialisierte sich zuerst.
Siderurgie und Bergbau
Die Nachfrage nach Eisen stieg durch den Bedarf an Spinnmaschinen, Webstühlen, Werkzeugen, Bergbauausrüstung, Schiffen und Eisenbahnen. Im Bergbau wurde Kohle unverzichtbar, um Dampf zu erzeugen. 1709 wurde erstmals Steinkohle zur Eisenverhüttung genutzt, wodurch der Abbau intensiviert wurde.
Der Kampf der Arbeitnehmer
Nach der Industriellen Revolution entstand eine neue soziale Klasse. Die Bedingungen von Arbeit und Privatleben waren prekär: Die Wohnungen waren klein, ohne viel Mobiliar, kalt, dunkel, feucht und ohne Sonnenlicht oder Leitungswasser. Oft lebten mehrere Familien zusammen; Toiletten außerhalb der Gebäude wurden von allen Bewohnern geteilt.
Arbeitsalltag und Lebensstandard
In den Vierteln mit engen, unbefestigten Straßen ohne Kanalisation sammelten sich Schmutz und Unrat. Die Werktage der Arbeiter dauerten 12 bis 14 Stunden, 365 Tage im Jahr, ohne Sicherheit oder Hygiene. Die Löhne waren sehr niedrig. Frauen in den Fabriken wurden noch schlechter bezahlt als Männer. Auch Kinder arbeiteten in Fabriken für noch geringere Löhne. Die Lebenserwartung war aufgrund von Krankheiten gering: Während das Bürgertum eine Lebenserwartung von 48 Jahren hatte, erreichte ein Arbeiter im Durchschnitt nur 24 Jahre.
Ideologien und Wirtschaftssysteme
Anarchismus
Der Anarchismus unterscheidet sich durch die direkte Ablehnung von Parteien, dem Staat und Hierarchien. Privatsphäre im Sinne von Privateigentum wird nicht akzeptiert. Staat, Parteien, Privateigentum und soziale Klassen sollten abgeschafft werden.
Das kapitalistische Wirtschaftssystem
Basierend auf den Theorien von Adam Smith verteidigt der Kapitalismus das Privateigentum, den Profit und den Wettbewerb zwischen Unternehmern. Der Wirtschaftsliberalismus besagt, dass der Staat nicht in die Wirtschaft eingreifen sollte. Unternehmen sollten die Freiheit zur Gründung und Erhaltung ihrer Betriebe haben.
Realistische Kunst und technischer Fortschritt
Die realistische Kunst wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich geboren. Sie versuchte, die Realität objektiv darzustellen, ohne die Charaktere (wie Bauern und Arbeiter) zu idealisieren. Emotionen oder heroische Taten wurden nicht betont.
Die Dampfeisenbahn
Die Dampfeisenbahn bewegt Wagen durch die Kraft des Dampfes auf Schienen. Sie ermöglichte den Transport großer Mengen an Passagieren und Fracht über weite Strecken.