Die Industrielle Revolution in Spanien: Verlauf & Kultur
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Die Industrielle Revolution in Spanien
Ursachen für die verzögerte Industrialisierung
- Politische Instabilität: Die politische Situation war instabil und das Bevölkerungswachstum unzureichend.
- Wirtschaftliche Faktoren: Auf der wirtschaftlichen Seite wurden Mittel des Adels und des Bürgertums für den Erwerb von säkularisierten Grundstücken (aus Enteignungen) abgezweigt.
- Soziale Struktur: Im sozialen Bereich gab es kaum eine unternehmerische Bourgeoisie. Landbesitz galt weiterhin als die wichtigste Grundlage für soziales Prestige.
Die wichtigsten Industriesektoren
Die Baumwolltextilindustrie konzentrierte sich vor allem in Katalonien. Der Stahlsektor entstand zunächst in Andalusien und Asturien und verlagerte sich später ins Baskenland.
Aktivitäten des tertiären Sektors
- Verbesserung des Verkehrs: Es wurden Straßen gebaut und ein Schienennetz eingerichtet.
- Binnen- und Außenhandel: Der Binnenhandel war durch eine niedrige Kaufkraft begrenzt. Dem Außenhandel schadete der Verlust des kolonialen Marktes.
- Finanzierung und Kapitalismus: Diese wurden durch die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben. Es entstanden erste Banken und Börsen in Madrid und Barcelona.
Die neue Klassengesellschaft
- Die Oberschicht: Die herrschende Klasse wurde vom Adel gebildet. Der alte Adel verlor zwar seine Privilegien, das Bürgertum (Gentry) wurde jedoch stark durch den Kauf von säkularisierten Grundstücken angezogen.
- Die Mittelschicht: Zur Mittelschicht gehörten mittlere Grundbesitzer sowie städtische Gruppen.
- Die Unterschicht: Die untere Klasse bestand überwiegend aus Kleinbauern und Arbeitern.
Soziale Konflikte
- Landarbeiter: Die Arbeiter auf dem Land litten unter niedrigen Löhnen und saisonaler Arbeitslosigkeit.
- Industriearbeiter: Industriearbeiter litten unter extrem langen Arbeitszeiten und schlechten Lebensbedingungen. Ihre frühesten Formen des Protests äußerten sich in der Zerstörung von Maschinen (Luddismus). Später wurden Arbeitervereine gegründet, die jedoch bis zur Anerkennung während des Sexenio Democrático (revolutionäres Jahrsiebt) von geringer Bedeutung blieben.
Kultur im isabellinischen Zeitalter
- Bildung: Obwohl die politische Bildung gefördert wurde, blieb der Umfang der Maßnahmen stark beschränkt.
- Presse: Die Presse erlebte eine bedeutende Entwicklung und wurde zu einem wichtigen Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung.
- Kulturzentren: Bedeutende Zentren wie das Museo del Prado und das Archäologische Nationalmuseum wurden etabliert.
- Literatur: Es traten herausragende literarische Strömungen hervor, darunter die Romantik, der Realismus, der Naturalismus und der Costumbrismus (Sittenbilder).
Künstlerischer Ausdruck
Das Genie Francisco de Goya war der bedeutendste Maler der zweiten Hälfte des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts und nahm spätere bildhafte Bewegungen vorweg.
Die Romantik und ihre Strömungen
- Architektur: Die Architektur orientierte sich am romantischen Historismus und realisierte neugotische Gebäude (wie das Abgeordnetenhaus in Madrid). Die neue Eisen- und Glasarchitektur wurde vor allem für Zweckbauten (wie den Bahnhof Atocha) angewendet.
- Bildhauerei: Die Skulptur prägte insbesondere städtische Denkmäler (wie das Denkmal für den gefallenen Engel der Brüder Bellver).
- Malerei: Die Malerei spezialisierte sich auf traditionelle Themen (Pradilla) und Porträts (Madrazo).