Die Industrielle Revolution: Ursachen und Folgen

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Der S-Faktor: Politische und institutionelle Rahmenbedingungen

Das politische Umfeld begünstigte den Beginn der Industrialisierung. Großbritannien verfügte über eine parlamentarische Monarchie, in der das Parlament die wirtschaftlichen Interessen des Mittelstands durch gesetzliche Regelungen aktiv unterstützte. Als führende Seemacht und Handelsnation profitierte das Land von seinen Kolonien in Nordamerika sowie dem Zugang zu neuen Märkten in spanischen und portugiesischen Gebieten.

Im 17. Jahrhundert wurde der freie Handel gefördert, indem kommerzielle und industrielle Monopole abgebaut wurden. Zudem gab die Liberalisierung der Landwirtschaft einen enormen Schub für die Industrie, da nun Rohstoffe effizienter aus anderen Ländern importiert werden konnten.

Revolution im Verkehrswesen

Die Entwicklung im Transportsektor brachte weitreichende Vorteile:

  • Metallurgische Industrie: Die Herstellung von Zügen und Schienen kurbelte die Produktion massiv an.
  • Infrastruktur: Entwicklung von Hoch- und Tiefbau sowie gezielte Streckenplanung für Eisenbahnen.
  • Logistik: Erleichterter Transport schwerer Materialien.
  • Effizienz: Verkürzung der Reisezeiten und Senkung der Transportkosten.
  • Kapitalbildung: Förderung der Gründung großer Kapitalgesellschaften.
  • Mobilität: Menschen begannen, ihre Wohnorte zu verlassen und zu reisen.

Grundlagen des ökonomischen Liberalismus

Der ökonomische Liberalismus basierte auf folgenden Prinzipien:

  • Unterstützung von Privatinitiative und staatlicher Zurückhaltung.
  • Die Überzeugung, dass Reichtum aus Arbeit entsteht.
  • Bevölkerungstheorie: Ein eher pessimistischer Blick auf das Verhältnis von Bevölkerung und Ressourcen; zur Vermeidung von Katastrophen wurde eine freiwillige Geburtenkontrolle vorgeschlagen.
  • David Ricardo: Befürwortung des Freihandels und der internationalen Arbeitsteilung.
  • John Stuart Mill: Verteidigung individueller Initiative, Kapitalakkumulation und des freien, wettbewerbsorientierten Marktes.

Soziale Klassen und Gesellschaftsstruktur

Untere Klassen

Die Armen bestanden aus Landlosen und gesellschaftlich Ausgegrenzten. Es entstand das Proletariat, gebildet aus Arbeitern der modernen Industrie. Die Zahl der Arbeitnehmer stieg durch den Zustrom arbeitsloser Bauern und hohe Geburtenraten. Männer, Frauen und Kinder arbeiteten unter unmenschlichen Bedingungen in Fabriken, oft ohne jegliche vertragliche Rechte.

Mittelschicht

Diese Gruppe erlebte ein bemerkenswertes Wachstum. Sie umfasste Landbesitzer, kleine und mittelständische Händler, Handwerker sowie spezialisierte Facharbeiter, die eine fundierte Ausbildung benötigten. Die Industrielle Revolution ging mit einer Revolution im Dienstleistungssektor einher, was zu mehr Wohlstand und der Entstehung einer Beamtenschicht in den liberalen Staaten führte.

Oberschicht

Der Adel bewahrte sein Ansehen und seinen Einfluss. Die Bourgeoisie entwickelte sich jedoch zur herrschenden gesellschaftlichen Gruppe, die sowohl die politische als auch die wirtschaftliche Macht dominierte. Zu ihr gehörten große Kaufleute, Industrielle und Landbesitzer, die aufgrund ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft und ihrer Handelsaktivitäten den Markt maßgeblich prägten.

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