Die Erste Industrielle Revolution: Ursachen, Technologien & Folgen
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Was ist die Industrielle Revolution?
Die Industrielle Revolution (IR) war eine tiefgreifende Veränderung der Techniken, der Energienutzung und der Arbeitsorganisation, die zu einem enormen Produktionswachstum führte. Diese wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen begannen im letzten Drittel des achtzehnten Jahrhunderts (ca. 1760) in Großbritannien und verbreiteten sich von dort aus nach Europa und in andere Teile der Welt.
Die IR markiert den Übergang von einer traditionellen Agrargesellschaft hin zu einer modernen Industriegesellschaft. Vor der IR wurden Fertigwaren hauptsächlich in Werkstätten produziert. Ab dem späten achtzehnten Jahrhundert wurden diese Werkstätten durch Fabriken ersetzt – große Betriebe, in denen Maschinen zum Einsatz kamen und eine große Anzahl von Arbeitern beschäftigt war.
Hauptursachen der Ersten Industriellen Revolution
Die Industrialisierung wurde durch mehrere Schlüsselfaktoren ermöglicht:
- Kapitalistische Mentalität: Die Entstehung einer auf persönlichem Gewinn basierenden kapitalistischen Mentalität, eng verbunden mit dem Aufstieg des Bürgertums als treibende soziale Klasse.
- Bevölkerungswachstum: Ein starkes Bevölkerungswachstum erleichterte den Industrialisierungsprozess, indem es sowohl Arbeitskräfte für die Industrie als auch einen breiteren Markt für Produkte bereitstellte.
- Agrarrevolution: Eine erhebliche Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion durch verbesserte Produktionstechniken und erhöhte Investitionen in die Landwirtschaft. Dies gewährleistete mehr Nahrung für die Bevölkerung und lieferte landwirtschaftliche Rohstoffe für die Industrie.
- Technologische Innovationen: Erfindungen wie die Dampfmaschine, die es der Industrie ermöglichten, die Produktivität zu steigern – also mit weniger Aufwand mehr zu produzieren.
Schlüsseltechnologie: Die Dampfmaschine
Die Dampfmaschine, entwickelt von James Watt (1776), war ein Schlüsselelement zur Steigerung der Produktion und Produktivität in den Fabriken der Ersten Industriellen Revolution. Sie war entscheidend, da sie die notwendige Energie lieferte, um Maschinen anzutreiben. Kohle wurde dadurch zur primären Energiequelle dieser Industrialisierung.
Die Dominanz der Textilindustrie (1780–1830)
Die Textilindustrie war die dominierende Branche zwischen 1780 und 1830. Sie war die schnellste bei der Einführung technischer Innovationen, insbesondere durch das Erscheinen der Webmaschine, und wurde somit zum ersten Fabriksystem.
Gründe für die Expansion der Baumwollindustrie:
- Baumwolle ist ein Gewebe, das sich gut an verschiedene Klimazonen anpasst, im Gegensatz zu Materialien wie Wolle.
- Die Expansion wurde sowohl durch den englischen Binnenmarkt (bedingt durch die demografische Revolution) als auch durch den externen Markt, insbesondere die britischen Kolonien, stark gefördert.
Der hohe Bedarf an Arbeitskräften in den Fabriken und das Streben nach maximalem Profit führten dazu, dass viele Arbeitgeber die Arbeiter, einschließlich Kinder, ausbeuteten.
Aufstieg der Stahlindustrie (ab 1830)
Ab 1830 wurde die Stahlindustrie dominant. Sie erforderte große Investitionen, was zur Entstehung von Kapitalgesellschaften führte.
Wichtige technologische Innovationen für die Entwicklung der Stahlindustrie waren:
- Die Steigerung der Effizienz bei der Eisenproduktion durch die Verwendung von Kokskohle.
- Die Verfeinerung der Technik des Puddelns, um Verunreinigungen zu entfernen und hochwertiges Eisen zu erzeugen.