Die Industrielle Revolution: Ursprung und Auswirkungen
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Die Industrielle Revolution in Großbritannien
Die Industrielle Revolution war das Ergebnis einer Reihe von wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen, die zum ersten Mal in Großbritannien in der Mitte des 18. Jahrhunderts auftraten und zu einer Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft führten.
Die demografische und landwirtschaftliche Revolution
Die demografische Revolution: Seit Mitte des 18. Jahrhunderts leitete das europäische Bevölkerungswachstum einen Prozess ein, der als demografische Revolution bekannt ist. Die Ursachen waren die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion sowie Fortschritte in der Hygiene und Medizin. Bekannte Krankheiten und Epidemien verschwanden aufgrund verbesserter Ernährung, wodurch die Bevölkerung resistenter wurde. Die Wirkung war ein Rückgang der Sterblichkeit und eine Erhöhung der Geburtenrate. Die Lebenserwartung stieg von 38 auf 50 Jahre.
Die landwirtschaftliche Revolution: Die Zunahme der Bevölkerung führte zu einem Anstieg der Nachfrage nach Lebensmitteln. Als Reaktion auf die steigenden Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden Eigentümer stimuliert, die Produktion zu verbessern. Dies wurde durch zwei wesentliche Änderungen erreicht:
- Die Privatisierung des Bodens
- Die Anwendung neuer Methoden und Techniken zur Stimulierung des Anbaus
Hierfür wurden Gesetze verabschiedet, die das Herrschaftssystem und das kommunale Eigentum beendeten, sodass Grundbesitzer frei die gewünschten Transformationen durchführen konnten. Die Anbaumethoden wurden durch Futterpflanzen (Norfolk-System) ersetzt, was den Beginn einer allmählichen Mechanisierung der Landwirtschaft markierte. Die Einführung neuer Pflanzen wie Mais und Kartoffeln sowie der Ausbau der Viehzucht ermöglichten der Bevölkerung eine reichhaltigere und vielfältigere Ernährung.
Das Zeitalter der Maschinen und neue Energiequellen
Das Zeitalter der Maschine: Maschinen, Dampf und Gewerbe: Ein weiteres grundlegendes Element der Veränderung war das Prinzip der technologischen Innovation. Einfache Maschinen ersetzten die manuelle Arbeit und veränderten die alten handwerklichen Systeme. Jeder technische Fortschritt erforderte eine Erhöhung der Produktivität und einen Rückgang der Produktionskosten, was einen günstigeren Verkauf, eine steigende Nachfrage und höhere Gewinne ermöglichte.
Die ersten Maschinen wurden durch menschliche Kraft und anschließend durch Wasserkraft (Hydraulik) angetrieben. Die Energiequelle, welche die Produktion und den Transport revolutionierte, war der Dampf. Die Dampfmaschine, 1769 von James Watt erfunden und mit Kohle als Brennstoff betrieben, erlaubte den Verzicht auf traditionelle Energieträger und wurde zum Symbol der Industriellen Revolution. Die Mechanisierung und die Einführung neuer Energiequellen förderten die Verbreitung des Fabriksystems (Factory System). Dies bedeutete die Konzentration von Arbeitern und Maschinen in großen Industriegebäuden. In den Fabriken erfolgte die Arbeitsteilung, das heißt, jeder Arbeitnehmer führt einen spezifischen Teil der Produktionskette aus.
Schlüsselindustrien: Textil, Kohle und Eisen
Die Textilindustrie: In Großbritannien war die Baumwollindustrie die erste mechanisierte Branche, zunächst beim Spinnen und dann beim Weben. Im 18. Jahrhundert gab es einen umfangreichen Handel mit bedruckter Baumwolle aus Indien. Doch die britische Regierung verbot den Import, was die Produktion dieses Gewebes im eigenen Land stimulierte. Um die Herstellung zu beschleunigen, wurde das fliegende Webschiffchen (1733) eingesetzt, das die Geschwindigkeit des Webprozesses erhöhte. Es entstanden neue Spinnmaschinen, die die Garnproduktion steigerten. Schließlich vervollständigten mechanische Webstühle (1785) den Bearbeitungsprozess von Textilien.
Kohle und Eisen: Stahl: Ein weiterer Pionier der Industrialisierung war die Eisen- und Stahlindustrie. Zuvor wurde Eisen nur in kleinen Mengen erzeugt, da mit Holzkohleöfen gearbeitet wurde. Die Erfindung, die eine höhere Eisenproduktion ermöglichte, war der Einsatz von Koks (Darby, 1732), der einen höheren Heizwert besaß. Später ermöglichte die Erfindung der Bessemerbirne die Umwandlung von Eisen in Stahl.