Die Industrielle Revolution: Ursprung und Entwicklung

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Die Industrielle Revolution

Die industrielle Revolution bezeichnet einen grundlegenden Wandel in den traditionellen Produktionssystemen hin zur industriellen Fertigung in Großunternehmen. Ziel war es, Waren in größeren Mengen schneller und kostengünstiger zu produzieren. Es handelt sich um einen wirtschaftlichen Wandel mit tiefgreifenden sozialen und kulturellen Auswirkungen. Ihren Ursprung nahm sie im späten 18. Jahrhundert im Baumwollsektor in Großbritannien und breitete sich von dort weltweit aus.

Merkmale der neuen industriellen Produktion

  • Maschineneinsatz: Die Dominanz der Maschine ersetzt zunehmend die menschliche Arbeitskraft. Anfangs wurden Spinn- und Webmaschinen verbessert, was von Arbeitern oft als direkte Bedrohung wahrgenommen wurde.
  • Technologische Innovationen: Bestehende Technologien wurden optimiert, was den Weg für neue Erfindungen wie den Telegrafen, Motoren und später das Flugzeug ebnete.
  • Neue Energiequellen: Traditionelle Energieträger wurden durch Kohle und später durch Strom oder Öl ersetzt.
  • Konzentration in Fabriken: Arbeiter wurden in großen Fabriken zusammengefasst, wo sie nach festen Zeitplänen gegen Lohn arbeiteten. Dies erforderte eine hohe Disziplin, an die sich die aus der Landwirtschaft stammenden Arbeiter erst gewöhnen mussten.
  • Arbeitsteilung: Die Arbeit wurde in spezialisierte Aufgaben unterteilt, um die Effizienz der Gruppe zu steigern.
  • Kapitalkonzentration: Kapital umfasst neben Geld auch Werkzeuge, Maschinen, Gebäude, Rohstoffe und menschliche Arbeitskraft.

Phasen der industriellen Revolution

Die Notwendigkeit für große Investitionen führte zu einer Expansion des Bankensektors. Man unterscheidet üblicherweise drei Phasen:

  1. Erste industrielle Revolution (ca. 1780–1840): Das Zeitalter von Dampf, Baumwolle, Kohle und Schiene.
  2. Zweite industrielle Revolution (1885–1914): Die Ära von Öl, Strom, Automobil- und chemischer Industrie.
  3. Dritte Revolution (seit 1945): Das atomare Zeitalter, Elektronik, Informationstechnologie, Raumfahrt und Massenmedien.

Auf dem europäischen Kontinent war die Industrialisierung ein langsamer, schrittweiser Prozess, der die traditionelle Welt allmählich transformierte.

Die britische industrielle Revolution

Die industrielle Revolution begann im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in Großbritannien. Sie wurde durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt, insbesondere durch Veränderungen in der Landwirtschaft:

  • Produktivitätssteigerung: Durch technische Neuerungen wie das Norfolk-System (Fruchtwechsel statt Brache) und den Einsatz von Dünger stiegen die Erträge.
  • System des Landbesitzes: Der Übergang von feudalen Gemeinschaftsflächen (Openfields) zu privatem Eigentum (Enclosures) durch Gesetze förderte die marktorientierte Produktion.

Diese Änderungen führten zu einem Überschuss an Nahrungsmitteln, der eine wachsende städtische Bevölkerung ernähren konnte. Zudem ermöglichten die Gewinne Investitionen in die Industrie. Gleichzeitig verlor ein Großteil der ländlichen Bevölkerung durch diese Umstrukturierungen ihre Lebensgrundlage und wanderte in die Städte ab, wo sie als Arbeitskräfte für die Industrie zur Verfügung standen.

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