Die Industrielle Revolution: Ursprung, Wirtschaft und Folgen

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Die Industrielle Revolution

Konzept: Die Industrielle Revolution ist ein historischer Prozess, der den Wandel von einer Agrarwirtschaft hin zu einer durch industrielle Aktivitäten geprägten Wirtschaft beschreibt. Dieser Wandel basierte auf dem Vormarsch neuer Technologien, wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie der Entwicklung ökonomischer Theorien wie des Liberalismus. Ihren Ursprung hatte sie im 18. Jahrhundert in England.

Faktoren für den Ursprung in England

  • Physikalische Faktoren: Reichlich Wasserkraft und Bodenschätze.
  • Wirtschaftswachstum: Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und unternehmerische Entwicklung.
  • Soziale Faktoren: Wissenschaftliche und medizinische Fortschritte führten zu Bevölkerungswachstum, was den Bedarf an landwirtschaftlichen und industriellen Produkten erhöhte.
  • Politische und ideologische Faktoren: Das politische System der konstitutionellen Monarchie (der König herrscht, regiert aber nicht) und die ökonomische Theorie des Wirtschaftsliberalismus.

Wachsende industrielle Sektoren

  • Textilindustrie: Investitionen in neue Maschinen (Spinnen und Weben) steigerten die Produktion. Dies führte zu höheren Gewinnen für Arbeitgeber, während Handwerksbetriebe in den Konkurs getrieben wurden, Löhne sanken und Rohstoffpreise fielen.
  • Stahlindustrie: Entwickelte sich drastisch durch die Einführung der Eisenbahn und die Nachfrage nach Textilmaschinen. Der Einsatz von Hochöfen ermöglichte die Umwandlung von Eisenerz in Stahl und Eisenbleche.
  • Transport: Die Transportrevolution wurde durch die Anwendung der Dampfschifffahrt und der Eisenbahn vorangetrieben. Die Bahn steigerte den Güter- und Personenverkehr sowie den Bergbau und die Stahlproduktion.

Die kapitalistische Wirtschaft

Die Industrielle Revolution löste die alte feudale Agrarwirtschaft ab. Die kapitalistische Wirtschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass die meisten Aktivitäten den Vorgaben von Angebot und Nachfrage folgen.

Wirtschaftsliberalismus

Autor der Theorie: Adam Smith

Kernpunkte der kapitalistischen Theorie:

  • Der Wohlstand einer Nation resultiert aus der Bereicherung und dem Wohlstand ihrer Bürger.
  • Freier Markt.
  • Der Markt funktioniert nach Angebot und Nachfrage.
  • Stärkung des Wettbewerbs.
  • Der Staat soll den freien Markt gewährleisten.

Neue Unternehmensorganisation

Organisation unter dem alten Regime

  • Gilden verhinderten den freien Wettbewerb durch strenge Kontrolle von Arbeitszeiten, Löhnen und Produktion.
  • In Werkstätten verfügten Arbeiter nur über rudimentäre Technologie; der gesamte Herstellungsprozess fand vor Ort statt.

Organisation des kapitalistischen Systems

  • Kapitalbedarf für Unternehmen führte zur Gründung von Aktiengesellschaften (AG), bei denen Partner Anteile halten.
  • Der Eigentümer ist für die Verwaltung und das Management verantwortlich.
  • Abschaffung der Zünfte.
  • Unternehmensformen: Trust (Monopolbildung) und Holding (Kapitalgesellschaft, die mehrere Unternehmen umfasst).
  • Massenproduktion.
  • Fabriken verkaufen Produkte über den Handel statt direkt an die Öffentlichkeit.

Klassengesellschaft

Die Französische Revolution beendete die rechtliche Ungleichheit und führte zur Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz. Die Gesellschaft strukturierte sich fortan in Klassen:

  • Herrschende Klassen: Der alte Adel, der sein Einkommen aus landwirtschaftlichem Grundbesitz bezog und Schlüsselpositionen besetzte.
  • Mittelstand: Eine vielfältige Gruppe aus Kaufleuten, Handwerkern und freien Berufen.
  • Arbeiterklasse: Bauern und das Proletariat (Fabrikarbeiter). Das Verschwinden der Zünfte, liberale Gesetzgebung und Bevölkerungswachstum führten zu sinkenden Löhnen und schlechten Lebensbedingungen.

Ideologien der Arbeiterbewegung

Die erste Protestaktion

Die harten Lebensbedingungen des Proletariats (niedrige Löhne, überlange Arbeitszeiten, Rechtlosigkeit) führten zu ersten Protesten:

  • Luddismus: Zerstörung neuer Maschinen in Fabriken, da diese für die wachsende Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht wurden.
  • Chartismus: Eine britische Bewegung, die eine „Bill of Rights“ für alle Bürger ohne Ausnahme forderte.

Das Scheitern dieser Bewegungen war auf die Desorganisation der Arbeiter und den Mangel an einenden Ideen zurückzuführen.

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