Die Industrielle Revolution: Verkehr, Handel und Kapital

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Die Eisenbahn und das Dampfschiff

Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Großbritannien und in Teilen Europas eine bessere Art der Kommunikation als die traditionellen Wege. Zu Beginn wurde die Eisenbahn in Bergwerken verwendet, um Mineralien zu transportieren. Die ersten Neuerungen im Verkehr waren ein neues System von Schienen und Rädern mit Flanschen, die das Entgleisen der Eisenbahn verhinderten. Die innovativste Neuerung war jedoch die Lokomotive von Stephenson (1829), welche die Eisenbahn durch eine Dampfmaschine antrieb. Die erste Passagierlinie verband die Städte Manchester und Liverpool (1830). In den folgenden zehn Jahren war der Bau des Eisenbahnnetzes in Europa ein großer Anreiz für die Entwicklung der Eisen- und Stahlindustrie. Die Eisenbahn verkürzte die Fahrzeit, erhöhte die Fahrsicherheit und machte die Güter aufgrund ihrer Ladekapazität billiger. Anschließend wurde die Dampfmaschine auch auf die Schifffahrt angewandt; aus Eisen gebaute Dampfschiffe ersetzten die Segel.

Verstärkter Handel und Marktwirtschaft

Die Industrielle Revolution ebnete den Weg für eine Marktwirtschaft, in der nicht mehr für den Eigenverbrauch, sondern für den Verkauf auf breiten Märkten produziert wurde. Dies wurde möglich dank der erhöhten Produktion, des Bevölkerungswachstums, einer Erhöhung der Kaufkraft der Landwirte sowie der unteren Bevölkerungsschichten. Die Verbesserung der Transportsysteme ermöglichte den Anstieg des Binnenhandels. Auf diese Weise erweiterten sich die lokalen Märkte zu einem konsolidierten nationalen Markt. Auch der Außenhandel nahm in der Mitte des 19. Jahrhunderts erheblich zu.

Liberalismus und Kapitalismus

Eine Gruppe britischer Denker entwickelte im späten 18. Jahrhundert den Wirtschaftsliberalismus, wobei besonders Adam Smith hervorzuheben ist. Die Grundsätze des Liberalismus waren:

  • Das Eigeninteresse und das Streben nach maximalem Gewinn sind der Motor der Wirtschaft.
  • Die verschiedenen Interessen werden auf dem Markt über den Preismechanismus ausgeglichen, der Angebot und Nachfrage anpasst.
  • Der Staat greift nicht in das Funktionieren der Wirtschaft ein, um die freie Entfaltung der individuellen Interessen nicht zu behindern.

Bank- und Finanzwesen

Banken wurden zu einer wichtigen Institution für die Entwicklung des Kapitalismus, da sie Unternehmen Kapital zur Verfügung stellten, direkt mit Investoren handelten und Zahlungen durch Schecks und Wechsel erleichterten. Die Bank fungierte als Mittler zwischen Sparern, die ihre Einlagen hielten, und Unternehmen, die Kapital für Investitionen benötigten. Da Unternehmen für große Investitionen oft mehr Geld brauchten, als ein einzelner Arbeitgeber aufbringen konnte, entstanden Gesellschaften mit beschränkter Haftung (Aktiengesellschaften). Hierbei wird das Kapital eines Unternehmens in Teile (Aktien) zerlegt. Diese können von jedem Individuum in einer spezialisierten Institution gekauft und verkauft werden: der Börse.

Der Ausbau des industriellen Kapitalismus

Im frühen 19. Jahrhundert breitete sich die Industrialisierung in Ländern wie Frankreich und Belgien aus, wobei die Eisen- und Stahlindustrie ein größeres Gewicht hatte als die Textilindustrie. Zwischen 1850 und 1870 wurden auch Russland, Deutschland, die Vereinigten Staaten und Japan zu Industrieländern. In Südeuropa gab es industrialisierte Regionen, während andere Gebiete ländlich blieben. Große Teile Europas blieben fast vollständig außerhalb des Industrialisierungsprozesses bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

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