Industriestandortfaktoren und aktuelle Trends
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Transport und Logistik
Es wird genutzt, was auf kurzen Entfernungen sinnvoll ist, wie der LKW-Transport. Für lange Distanzen sind hingegen der Zug oder das Schiff notwendig. Die Art der Ladung bestimmt dabei, ob der Transport teurer oder billiger ausfällt.
1.3 Die Rohstoffe (MP)
Immer mehr Unternehmen siedeln sich in der Nähe der Rohstoffquellen an, um Kosten zu senken. Dies gilt insbesondere in folgenden Fällen:
- Schwer zu transportierende Rohstoffe: Ein Beispiel ist Kupfer. Aus 100 Tonnen Erz, das in Minen abgebaut wird, extrahiert man oft nur 3 Tonnen reines Metall. Daher siedeln sich kupferverarbeitende Betriebe oft direkt am Bergwerk an. Auch Stahlunternehmen sind ein klassisches Beispiel hierfür.
- Verderbliche Rohstoffe: Zuckerrüben beispielsweise fermentieren schnell und nehmen Schaden. Daher muss die Zuckerherstellung unmittelbar bei den Anbaugebieten erfolgen.
1.4 Der Markt
Viele Unternehmen entscheiden sich für einen Standort in Marktnähe aus verschiedenen Gründen:
- Produkte des täglichen Bedarfs: Dazu gehören Bäckereien und ähnliche Fabriken.
- Prestige: Marken der Haute Couture oder Parfümhersteller bevorzugen Standorte in prestigeträchtigen Großstädten.
- Konsumgüter: Die Möbel- und Bekleidungsindustrie findet man oft nahe Städten, da dort eine große Zahl von Verbrauchern vorhanden ist.
- Zulieferer: Unternehmen, die Produkte für andere Firmen herstellen, siedeln sich oft direkt in deren Nähe an.
Weitere Standortfaktoren
Energie: Zu Beginn der Industrialisierung war Energie ein entscheidender Faktor für den Industriestandort (z. B. Kohlebergbau oder Wasserkraft). Heute ist die Energieversorgung meist flächendeckend gesichert und kein primärer Standortfaktor mehr.
Arbeitskraft: Die Verfügbarkeit von Arbeitskräften (Mano de Obra) ist heute ein wichtiger Faktor. Fabriken mit hohem Personalbedarf siedeln sich oft in Stadtnähe an. In reichen Ländern ist Arbeit aufgrund strenger Gesetze teuer. Daher ist der Trend zu beobachten, dass viele Unternehmen in die Dritte Welt abwandern, wo die Arbeitskraft viel billiger ist.
Persönliche Faktoren: Diese sind mit Psychologie oder Tradition verbunden, wenn ein Eigentümer den Standort rein subjektiv wählt.
Zonen mit Steuervorteilen: Um die Industrie zu fördern, schaffen Länder oft Sonderzonen, in denen Unternehmen weniger oder gar keine Steuern zahlen müssen.
Umweltfaktoren: In entwickelten Ländern ist Umweltverschmutzung aufgrund strenger Gesetze und hoher Strafen teuer. Regierungen verpflichten Firmen zu Umweltschutzmaßnahmen. Viele umweltbelastende Firmen ziehen daher in ärmere Länder mit weniger strengen Regeln um. Umgekehrt siedeln sich High-Tech-Unternehmen oft in umweltfreundlichen Gebieten an, um ihr Marketing-Image zu pflegen.
2. Allgemeine Trends der industriellen Standortwahl
2.1 Industrielle Agglomeration oder Konzentration
Heute gibt es zwei Trends: Konzentration und Zerstreuung. Bei der Konzentration siedeln sich Industrien in ganz bestimmten Gebieten an (technische Anziehungskraft). Industrie zieht weitere Industrie nach sich.
2.2 Industrialisierende Industrien
Wenn ein Industriegebiet wächst, verbessert sich die Infrastruktur und Dienstleistung. Dies zieht wiederum mehr Unternehmen an. Es kann vorkommen, dass Branchen an einem Ort bleiben, auch wenn der ursprüngliche Ansiedlungsgrund längst verschwunden ist.
2.3 Industrielle Dispersion
Dies ist der Gegentrend. Er tritt ein, wenn traditionelle Industriegebiete gesättigt sind oder Anwohner sich über Lärm beschweren. Fabriken ziehen dann aus der Stadt in Gewerbegebiete (Industrieparks) im Umland.