Internationale Beziehungen und Industrie in Europa (1871–1914)
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Internationale Beziehungen in Europa
Bismarck-System (1871–1890)
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands organisierte Kanzler Bismarck die internationalen Beziehungen Europas. Sein Ziel war es, Frankreich zu isolieren, einen Krieg aufgrund des Verlusts von Elsaß-Lothringen zu verhindern und Allianzen mit Russland und Österreich-Ungarn zu schaffen. Dieses System scheiterte jedoch an der Feindschaft zwischen Österreich-Ungarn und Russland.
Der bewaffnete Frieden (1891–1914)
Er heißt so, obwohl es Frieden war, weil die europäischen Länder wieder aufrüsteten und zwei Blöcke der Allianzen organisierten: die Triple Entente, gebildet durch Frankreich, Russland und Großbritannien, und die Triple Allianz, bestehend aus Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien. Diese Konstellationen führten schließlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
Veränderungen der Bevölkerung
Städtische Bevölkerung und europäische Bevölkerung: Wachstum und Einwanderung.
Bevölkerungswachstum
Europa verzeichnete zwischen 1870 und 1914 einen Anstieg von etwa 300 auf 400 Millionen Menschen. Das Ergebnis war eine hohe Auswanderung ins Ausland und ein starkes Bevölkerungswachstum in den Städten.
Äußere Migration
Die Auswanderung betraf eine beträchtliche Zahl von Menschen. Diese kamen zunächst aus Großbritannien, Irland und Skandinavien und später aus Mitteleuropa. Wichtige Zielgebiete waren Nordamerika, Australien und Neuseeland.
Die zweite industrielle Revolution
Nach 1870 gab es eine neue Transformation der Industrie, die als Zweite Industrielle Revolution bekannt wurde. Sie begann in den USA und in Deutschland und betraf technische Veränderungen sowie die Organisation der Arbeit.
Technische Veränderungen
Die Produktionstechniken verbesserten sich durch den Einsatz neuer Energiequellen wie Strom und Öl:
- Elektrizität: Sie wurde für Motoren, zur Beleuchtung und zum Antrieb verwendet, vor allem seit der Erfindung der Batterie und des Transformators.
- Öl: Es wurde verwendet, um Verbrennungsmotoren (z. B. Diesel) zu betreiben; daraus gewonnene Derivate wie Benzin entstanden.
Veränderungen in der Arbeitsorganisation
Bekannt als Fordismus und Taylorismus:
Fordismus
Initiiert von Henry Ford in der Automobilindustrie. Fabriken setzten auf Serienfertigung in großem Maßstab. Diese Produktion war in allen Phasen der Entstehung eines Produkts integriert, und die Arbeitnehmer waren auf bestimmte Aufgaben spezialisiert.
Taylorismus
Wurde von Frederick Taylor entwickelt. Seine Studien analysierten Arbeitsabläufe, um Zeit zu sparen und unnötige Bewegungen der Arbeiter zu beseitigen. Darüber hinaus regulierte er die Arbeitsorganisation in Fabriken, führte Förderbänder zur Bewegung der Produkte ein und reduzierte die Bewegungsfreiheit der Arbeiter. Damit entstand die Fließbandarbeit.