Interne Migration in Spanien im 20. Jahrhundert
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Interne Wanderungen in Spanien im 20. Jahrhundert
Migrationsbewegungen in Spanien sind eines der charakteristischsten demografischen Phänomene der Bevölkerung. Sowohl interne als auch externe Migrationen waren von großer Bedeutung und hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Geschichte des Landes. Die internen Wanderungsbewegungen (innerhalb des Landes) haben eine größere quantitative Bedeutung. Die Ursachen sind vor allem wirtschaftlicher Natur (Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsdruck, Bedarf an Arbeitskräften). Sie spiegeln die Situation im Land wider und sind für regionale Ungleichgewichte verantwortlich.
Es existieren verschiedene Arten der Binnenwanderung in Bezug auf Zeit und Ort:
- Saisonale oder zeitlich begrenzte Wanderung: Meist zyklisch (z. B. Erntezeiten).
- Langfristige Wanderung: Kann verschiedene Formen annehmen, wobei die Migration vom Land in die Stadt durch die Mechanisierung der Landwirtschaft am wichtigsten ist.
- Überland- oder interrurale Wanderung: Bewegungen zwischen Zentrum und Peripherie, die durch Arbeit, Freizeit oder das Wachstum von Tourismuszentren beeinflusst werden.
Analyse der Migrationsphasen
Zur Analyse der Ursachen und Unterschiede lassen sich vier Abschnitte unterscheiden:
1. Traditionelle Bewegungen (bis 1960)
Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich ein Prozess der Entleerung des Landesinneren und der Konzentration in der Peripherie. Die höchste Intensität wurde ab 1880 mit der industriellen Entwicklung in Barcelona, dem Baskenland und Madrid erreicht. Ursachen waren die Industrialisierung, der Ausbau der Eisenbahn, die Schwierigkeit der Übersee-Migration nach dem Ersten Weltkrieg sowie die Mechanisierung der Landwirtschaft.
Zwischen 1900 und 1940 verzeichneten Barcelona, Madrid und Sevilla die höchste Zuwanderung, während Galicien, Kastilien-La Mancha und Aragón starke negative Salden aufwiesen. In den 1940er Jahren intensivierten sich die Bevölkerungsverluste in Galicien, Kastilien-La Mancha und Andalusien, während Bilbao, Barcelona, Madrid und Valencia positive Salden verbuchten. In den 1930er und 1940er Jahren verlangsamte sich die Bewegung durch den Bürgerkrieg und seine Folgen.
2. Landflucht (1960 bis 1975)
Diese Bewegung trat massiv während der Entwicklung der Metropolen auf. Das Jahr 1964 verzeichnete die höchste Zahl an Migranten. In diesem Zeitraum wiesen nur 15 Provinzen positive und 35 negative Salden auf. Dies spiegelt die starke Fokussierung auf bestimmte Ziele und eine breite Diversifikation der Herkunft wider. Wichtige Einwanderungszentren waren Barcelona, die Mittelmeerprovinzen, Madrid, Saragossa und Álava, die durch eine Vielzahl wirtschaftlicher Tätigkeiten und den aufkommenden Tourismus attraktiv waren. Es handelte sich hierbei um endgültige Wanderungen.
3. Rückkehrbewegungen (1975 bis 1985)
Ab 1975 sank die Landflucht, während die Attraktivität des ländlichen Raums zunahm. Die Wirtschaftskrise von 1975 veränderte die Migrationsströme: Migranten kehrten in ihre Herkunftsorte zurück, und Langstreckenmigrationen nahmen zu. Provinzen mit positivem Saldo waren nun Gebiete der zweiten Einwanderungsgeneration (Tarragona, Girona, Alicante, Castellón, Álava, Navarra und Saragossa). Barcelona, Bilbao und Guipúzcoa wurden zu Emigrationsgebieten; Madrid diversifizierte seine Industrie erst einige Jahre später.
Allgemein kehrte sich der Trend der Migration um. Auch die Merkmale der Migranten änderten sich: Waren es früher meist junge, ledige Menschen, die vom primären in den sekundären Sektor wechselten, betraf die Bewegung nun ganze Familien, die aus der Großstadt in die Provinzhauptstädte zogen.
4. Intraprovinziale Migration (seit 1985)
Seit 1985 entwickelte sich die intraprovinziale Migration, ohne dass die bisherigen Formen verschwanden. Ursachen sind die Mobilität von Fachkräften zwischen entwickelten Wirtschaftsräumen, die Migration von Rentnern sowie Umstrukturierungsprozesse in der Industrie. Zudem gibt es eine Abwanderung vom Zentrum in die Peripherie, unterstützt durch verbesserte Verkehrssysteme und die Entstehung von „Schlafstädten“ und Wohngebieten, insbesondere im Umfeld von Madrid und Barcelona.