Islamische Kunst in Spanien: Von Córdoba bis zur Alhambra

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Muslimische Kunst in Spanien: Eine Übersicht

Der Islam, ausgehend von Mekka durch Mohammed, expandierte schnell. Die Muslime erreichten Spanien im Jahr 711 und erlebten ihre größte Blütezeit in der Epoche des Kalifats von Córdoba (929-1031).

Architektonische Merkmale

Die Architektur zeichnet sich durch kubische Volumen aus, die meist aus Ziegel oder Mauerwerk mit Gips und Holz errichtet wurden. Es wurde großer Wert auf die Harmonie mit der Landschaft gelegt.

  • Säulen und Pfeiler: Oft wurden dünne und leichte Säulen aus älteren Gebäuden wiederverwendet, die leichte Dächer trugen.
  • Kuppeln und Gewölbe: Es kamen vielfältige Kuppeln und Gewölbe zum Einsatz, darunter Kreuzgewölbe, Fächergewölbe und Muqarnas (Stalaktitengewölbe).
  • Bögen: Als Erbe der westgotischen Kunst ist der Hufeisenbogen besonders hervorzuheben. Charakteristisch ab dem 10. Jahrhundert ist der Wechsel von Keilsteinen unterschiedlicher Farbe. Weit verbreitet waren auch Vielpassbögen.
  • Dekoration: Die Dekoration konzentriert sich fast ausschließlich auf das Innere und ist außerordentlich reichhaltig. Sie umfasst pflanzliche, geometrische und epigraphische (schriftliche) Motive.

Medina Azahara: Palaststadt des Kalifats

Medina Azahara ist ein herausragendes Beispiel für die zivile Architektur des Kalifats. Die architektonischen Formen ähneln denen der Moschee von Córdoba: Hufeisenbögen, Stuckdekorationen und der Alfiz (rechteckige Umrahmung eines Bogens). Ein originelles Element ist das typische Kalifatskapitell, das als Wespennestkapitell bezeichnet wird. Es war eines der größten Werke der spanischen Kunst, von dem heute jedoch nur noch wenig erhalten ist. Zeitgenössische Dokumente beschreiben seinen Reichtum: riesige Säle mit Mosaiken, Marmor- und Alabasterplatten.

Die Kunst der Taifa-Königreiche (11. Jahrhundert)

Die Zersplitterung des Kalifats führte zur Entstehung einer Vielzahl von Taifa-Königreichen. Der künstlerische Geschmack wurde prunkvoller, obwohl die Baumaterialien einfach blieben. Der dekorative Reichtum, auch an den Außenfassaden, nahm jedoch zu.

Beispiel: Die Aljafería von Saragossa

Die Aljafería ist ein Palast-Festungsbau. Weitere Beispiele aus dieser Zeit sind die Alcazabas von Málaga, Almería und Granada.

Die Kunst der Almohaden (12. - 13. Jahrhundert)

Die Almohaden waren ein nordafrikanisches Berberreich, das das muslimische Spanien von den letzten Jahrzehnten des 12. bis zur ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts dominierte.

Merkmale der Almohaden-Architektur

  • Üppige Dekoration, die die Konstruktion verdeckt.
  • Füllung von Flächen mit glatten Sebka-Paneelen (Rautennetzwerke).
  • Beibehaltung einiger almoravidischer Merkmale wie glasierte Keramik, Muqarnas und der spitze Hufeisenbogen.

Beispiele: Giralda und Torre del Oro in Sevilla

Die Giralda und der Torre del Oro in Sevilla sind herausragende Bauten dieser Epoche.

Die Kunst der Nasriden: Die Alhambra von Granada

Der Palast ist neben der Moschee der typischste Bau der islamischen Architektur. Die Alhambra von Granada ist der am besten erhaltene arabische Palast des Mittelalters. Sie ist eine regelrechte Palaststadt, bestehend aus:

  • Der Alcazaba (Festung) mit militärischer Funktion.
  • Dem eigentlichen Palast.
  • Einer riesigen Maueranlage, die den gesamten Komplex umschließt.

Dekoration als Hauptelement

Die islamische Tendenz, dekorative Aspekte zu betonen, erreicht in der Alhambra ihr höchstes Niveau. Die Dekoration überzieht alle Flächen und dient dazu, die einfache Grundstruktur und die günstigen Baumaterialien zu verbergen.

Dekorative Materialien der Alhambra

  • Stuck (Yesería): Fein gearbeitete Gipsornamente.
  • Holz: Insbesondere für kunstvolle Deckenkonstruktionen.
  • Keramikfliesen (Azulejos): Bunte Kacheln für Sockelbereiche.
  • Wasser und Vegetation: Teiche, Brunnen und Gärten als integrale Bestandteile.

Ein Meisterwerk der Illusion

Die Alhambra ist das Produkt einer reifen Kunst, die eine bildhafte Architektur schafft. Schein und Illusion verbergen die reale Struktur des Gebäudes durch die üppige Dekoration sowie durch Wasser- und Lichtspiele. Es ist eine Architektur, die sich durch Gärten, die in die Innenhöfe eindringen, zur Außenwelt hin öffnet.

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