Die italienische Malerei: Von der Renaissance zum Manierismus
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Die italienische Malerei
In der gotischen Malerei erschienen die ersten Schritte in Richtung der Renaissance, die sich im 15. Jahrhundert festigte. Die wichtigsten Änderungen waren:
- Der Altar wurde weniger wichtig, es entstanden unabhängige Tafelbilder.
- Der Mittelpunkt der Darstellung verlagerte sich auf:
- Landschaft und Natur.
- Körperliche Schönheit im Akt.
- Das Volumen.
- Licht und dessen Wirkung auf die Körper und den Raum.
Die Malerei wurde als intellektuelle und wissenschaftliche Übung betrachtet, wobei Aspekte wie die lineare Perspektive und später im Cinquecento die Luftperspektive studiert wurden. Neben religiösen Themen gewannen mythologische, allegorische und historische Episoden an Bedeutung.
Techniken
Für Wandmalereien wurde die Freskotechnik verwendet. Bei Tafelbildern setzte sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Ölmalerei durch.
Das Quattrocento (15. Jahrhundert)
Die italienische Malerei war in dieser Zeit im Wesentlichen zeichnerisch und linear geprägt. Die Kompositionen waren oft komplex mit vielen Figuren.
Wichtige Vertreter des Quattrocento
- Frührenaissance: Fra Angelico, Masaccio, Piero della Francesca.
- Spätrenaissance: Mantegna und Sandro Botticelli.
Tommaso Masaccio
Er zeichnete sich durch monumentale Schönheit und Volumen aus. Bekannte Werke: Die Brancacci-Kapelle, Der Zinsgroschen und Die Heilige Dreifaltigkeit.
Piero della Francesca
Bekannt für seine wissenschaftlich berechnete Komposition und den meisterhaften Einsatz von Licht, etwa in Die Madonna des Federico da Montefeltro.
Sandro Botticelli
Der bedeutendste florentinische Maler der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sein Stil ist geprägt von wellenförmigen Linien und präzisen Konturen. Bekannte Werke: Die Geburt der Venus, Primavera und Venus und Mars.
Das Cinquecento (16. Jahrhundert)
Die Hochrenaissance zeichnete sich durch das Streben nach Vereinfachung, Klarheit und Erhabenheit aus. Die Farbe wurde wichtiger, und das Chiaroscuro (Hell-Dunkel) gewann an Bedeutung.
Leonardo da Vinci
Der "universelle Mensch" entwickelte das Sfumato, eine Technik, bei der Konturen in einem nebligen Übergang verschwimmen. Werke: Die Jungfrau von den Felsen, La Gioconda, Das letzte Abendmahl.
Raphael Sanzio
Er verkörperte die Perfektion der Malerei. Bekannte Werke: Die Schule von Athen, Die Verklärung.
Michelangelo Buonarroti
Er legte besonderes Augenmerk auf Anatomie und Volumen. Hauptwerke: Gewölbe der Sixtinischen Kapelle, Das Jüngste Gericht.
Manierismus und Venezianische Schule
Der Manierismus zeichnet sich durch übersteigerte, irreal wirkende Formen und komplexe Kompositionen aus (z. B. Parmigianino, Bronzino).
Die Venezianische Schule
Venedig bewahrte eine eigene Identität mit Fokus auf Farbe, Sinnlichkeit und Lichtstimmungen.
- Tizian: Der bedeutendste Vertreter. Bekannt für Porträts (Karl V. zu Pferde) und mythologische Werke (Venus von Urbino).
- Paolo Veronese: Meister der prunkvollen Szenen wie Die Hochzeit zu Kana.
- Tintoretto: Bekannt für dramatische Licht-Schatten-Kontraste und dynamische Bewegungen.