Jacinto Verdaguer: Analyse des Canigou-Epilogs

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Jacinto Verdaguer: Canigou und der Epilog

Das Werk Canigou von Jacinto Verdaguer (Folgueroles, 1845 – Vallvidrera, 1902) ist ein bedeutendes Epos der katalanischen Literatur. Der Epilog, bekannt als Die zwei Türme, wurde ursprünglich als Nachwort zur zweiten Auflage des Werkes (1901) veröffentlicht, nachdem der Autor ihn in der ersten Auflage von 1886 ausgeschlossen hatte.

Ursprung und Entstehung

Die Skizze des Werkes entstand am 24. September 1880 in Santa Perpètua de Mogoda, nach einem Aufenthalt im Vallespir. Verdaguer thematisiert darin die historische Verbindung zwischen den Klöstern Sant Miquel de Cuixà und Sant Martí del Canigó und der Geburt der katalanischen Nation.

Inhaltliche Analyse des Epilogs

Der Epilog ist im Wesentlichen ein Dialog zwischen den Glocken der beiden Klöster:

  • Die Glocke von Sant Miquel: Sie nimmt eine hoffnungsvolle Stimme an.
  • Die Glocke von Sant Martí: Sie reflektiert das Elend und die Verwüstungen der Zeit.

Der Dichter fungiert als Erzähler und ruft zur Bewahrung des kulturellen Erbes auf. Dieses Gedicht war ein entscheidender Impuls für die Restaurierung der Abteien, unterstützt durch Persönlichkeiten wie den Bischof von Perpignan, Juli Carselada.

Symbolik und Bedeutung

Der Canigó besitzt einen hohen symbolischen und epischen Wert als heiliger Ort und Geburtsort Kataloniens. Der Dichter nutzt Metaphern, wie die Glocken als „Soldaten“, um die Zukunft Kataloniens zu reflektieren. Trotz der Vergänglichkeit der Klöster endet das Gedicht in einem optimistischen Ton: Auch wenn die Gebäude zerfallen, bleiben die Pyrenäen und der Canigó als ewige Symbole bestehen.

Struktur des Gedichts

Das Gedicht besteht aus 21 Strophen in Dekasyllaben (zehnsilbige Verse) mit dem Reimschema 10A/10B/10A/10A/10B. Der Epilog gliedert sich in drei Teile:

  • Teil 1 (Verse 1–35): Einführung und Präsentation der Pyrenäen durch rhetorische Fragen.
  • Teil 2 (Verse 36–90): Dialog zwischen den Glocken von Sant Miquel und Sant Martí.
  • Teil 3 (Verse 91–105): Ausklang des Gedichts.

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