Joan Miró: Analyse von Interieur Holländer (1928)
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Joan Miró: Interieur Holländer (1928)
Titel: Interieur Holländer I
Museum: Museum of Modern Art, NY
Autor: Joan Miró
Jahr: 1928
Stil: Surrealismus (organisch-abstrakt)
Technik: Öl auf Leinwand (Kleinformat)
Maße: 92 x 73 cm
Thema
Das Werk basiert auf einer Postkarte von Hendrick Sorghs Gemälde Die Lautenspielerin (ein niederländischer Maler des 17. Jahrhunderts). Miró übernahm alle Elemente des Originals nach seiner Reise nach Holland im Jahr 1928. In dieser Reihe entstanden zudem Interieur Holländer II und III.
Künstlerische Elemente
Miró transformierte die Vorlage von Sorgh gemäß seiner eigenen formalen und chromatischen Bildsprache. Die verschiedenen Komponenten des Bildes wurden verzerrt und in reine Zeichen, Farben und Hintergründe übersetzt. Dies entwickelte sich zu einer Konstante in seinem Werk: organische Formen, flache Farben und starke schwarze Linien. Dies markiert die Konsolidierung seiner Bildsprache, die um 1923 mit Werken wie Der Bauernhof und Landschaft mit gepflügtem Feld begann.
Zusammensetzung
Drei große Farbbänder bilden den Raum. Die Tiefe wird zugunsten einer flächigen Darstellung aufgegeben (das Fenster auf der linken Seite des Tisches wird ignoriert). In diesem fast flachen Bereich wurde jede Figur transformiert. Das Endergebnis ist ein Bild mit einem klaren Sinn für Bewegung, das den Klang der Laute visualisiert.
Stil und Bedeutung
Miró gehörte zum Kreis der Surrealisten und verteidigte den automatischen Surrealismus als Methode der Bildproduktion – ein kreativer Prozess ohne bewusste Reflexion. Im Gegensatz zu anderen Surrealisten wollte Miró nicht in das Unbewusste eintauchen, sondern die Unschuld der Kindheit wiedererlangen. Er bewunderte die Freiheit in Zeichnungen von Kindern und Geisteskranken, was ihn in die Nähe von Jean Dubuffets Art Brut rückt.
Künstlerische Entwicklung von Joan Miró
1. Erste Ausbildung (1907–1910)
Besuch der Escuela de Bellas Artes de la Lonja. Sein Lehrer Francisco Galí, ein anti-akademischer Maler, vermittelte ihm Einflüsse von Manet, Van Gogh, Gauguin, Cézanne und den Fauves. Miró zeigte sich bereits hier als begabter Kolorist.
2. Einfluss der Avantgarde (1913–1917)
Energetische Nutzung von Farbe mit einem klaren, von Cézanne beeinflussten Teint. 1917 endete seine fauvistische Phase.
3. Kontakt mit Dada und Surrealismus
1917 traf er in Barcelona Francis Picabia (Dadaist). 1919 kam er in Paris mit Künstlern und Schriftstellern in Kontakt, die den Surrealismus formten (Miró trat 1924 bei). Er entdeckte zudem die Werke von Paul Klee und Kandinsky.
4. Frühes Hauptwerk: Der Bauernhof (1921)
Eine detaillierte Bestandsaufnahme seiner Welt in Mont-roig. Objekte werden aus ihren gewohnten Beziehungen gelöst und in ihrer kleinsten Details hervorgehoben, ähnlich der kindlichen Wahrnehmung. In Der Pflug (1923–1924) verabschiedete er sich endgültig von der konventionellen Darstellung der äußeren Wirklichkeit und lehnte die Tiefenperspektive ab.
5. Der Karneval des Harlekins (1924)
Die Begegnung mit den Surrealisten bestätigte ihn in seinem Bestreben, die bildliche Darstellung zu transzendieren. Das Werk ist eine Ansammlung traumhafter Zeichen auf einem flachen Grund.
6. Die Reise nach Holland (1928)
Miró verband traumartige Erfahrungen mit dem Alltäglichen. Seine Ausdrucksmittel sind organische Formen, Flecken und Arabesken auf monochromatischen Flächen. Was spontan wirkt, ist das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung durch zahlreiche Zeichnungen. Im selben Jahr traf er Alexander Calder.
7. Spätwerk
Die Reinigung der Formen führte den Künstler zur Verwirklichung von Leere und extremer Reduktion. In seiner letzten Phase wurde der Ausdruck auf eine einzige Linie und eine einzige Farbe reduziert.