John Dewey: Pädagogik, Pragmatismus und die Laborschule
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John Dewey: Die fortschreitende Pädagogik (1859–1952)
John Deweys umfangreiches Werk umfasst 37 Bände, die sich mit philosophischen, sozialen, psychologischen und pädagogischen Fragen befassen. Sein praktischer Einsatz für Moral und Bürgertum prägte eine Karriere, die der sozialen Reform im Bildungswesen gewidmet war. Er bewies, dass es möglich ist, theoretische Forschung mit einem spielerischen und offenen Verfahren zu vereinen.
Pragmatismus und Erkenntnistheorie
Der Pragmatismus stellt eine amerikanische Alternative zur deutschen Philosophie dar und zeichnet sich durch eine dynamische Konzeption von Intelligenz und Wissen aus. Dewey entwickelte neue Subjekt-Objekt-Beziehungen und lehnte die Korrespondenztheorie der Wahrheit ab. Zu den pragmatischen Merkmalen zählen:
- Anti-Fundamentalismus und Fallibilismus
- Sensibilität für radikale Kontingenz
- Förderung einer kritischen Gemeinschaft von Forschenden
Erkenntnistheoretisch kritisierte er klassische Ansätze und ersetzte sie durch eine experimentelle, wissenschaftliche Sichtweise. Wissen ist für Dewey die Erfahrung des Austauschs eines Lebewesens mit seiner physischen und sozialen Umwelt. Dies beinhaltet eine projektive Dimension, da es den Versuch darstellt, das Gegebene zu verändern.
Gesellschaftskritik und Bildungsansatz
Dewey distanzierte sich vom Marxismus und kritisierte die industrielle Gesellschaft, da Menschen frei an der Bestimmung ihrer Ziele innerhalb gemeinsamer Projekte teilhaben sollten. Pädagogisch lehnte er Bildung als bloße Vorbereitung, Entwicklung oder reine Ausbildung von Fähigkeiten ab. Stattdessen definierte er Bildung als Reorganisation der Erfahrung.
Die Schule wird als Ort der sozialen Rekonstruktion gesehen. Bildung ist eng mit dem Gemeinwohl verknüpft und bedeutet Wachstum, Leitung und Kontrolle. Dewey wandte sich gegen Dualismen und betonte, dass Erfahrung und Denken eine Einheit bilden.
Methodik und die Laborschule
Dewey formulierte neue pädagogische Vorschläge im Gegensatz zur traditionellen Schule. Er betonte, dass es keine geschlossenen, starr auf die Praxis übertragbaren Methoden gibt. Sein Ansatz basiert auf der wissenschaftlichen Methode und unterscheidet zwischen einer allgemeinen Methode (intelligentes Handeln) und einer spezifischen Methode (Interaktion zwischen Lehrer und Schüler).
Die 5 Stufen des Lernprozesses:
- Prüfung der tatsächlichen Erfahrung des Kindes
- Identifizierung eines Problems aus dieser Erfahrung
- Inspektion verfügbarer Daten und Suche nach Lösungen
- Formulierung möglicher Lösungen
- Überprüfung der Hypothesen durch Handeln
Sein wichtigster methodischer Beitrag war die Laborschule (gegründet 1896). Hier wurde gezeigt, dass ein Curriculum auf beruflichen Aktivitäten basieren kann. Themen wie Wohnen, Verpflegung und Kleidung bildeten den Kern, aus denen theoretische und praktische Studienbereiche abgeleitet wurden. Die Schule war erfolgreich darin, ein offenes Curriculum zu entwickeln.