José Ortega y Gasset: Philosophie und Perspektivismus
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José Ortega y Gasset: Leben und Einflüsse
Der spanische Philosoph José Ortega y Gasset war einer der wichtigsten Denker des 20. Jahrhunderts. Sein Leben fiel mit der Krise der Generation von '98, der Diktatur von Primo de Rivera und der Zweiten Republik zusammen, an denen er aktiv teilnahm. Während des Bürgerkriegs ging er ins Exil und kehrte 1945 zurück. Der tiefe Verfall Spaniens bestimmte maßgeblich sein Leben und Denken.
Studienjahre in Deutschland
In seiner Jugend reiste er nach Deutschland, um in Marburg, Berlin und Leipzig Philosophie zu studieren. Er wurde vom Neukantianismus Hermann Cohens, der Phänomenologie und Heidegger beeinflusst. In dieser Zeit prägten zudem Denker wie Bertrand Russell (wie bereits erwähnt), der Wiener Kreis sowie die wissenschaftlichen Entwicklungen von Einstein (Relativitätstheorie), Heisenberg, Bohr etc. sein intellektuelles Umfeld.
Denkströmungen in Spanien
In Spanien waren zwei Strömungen des Denkens besonders kennzeichnend: der Vitalismus und der Historismus, wobei letzterer aus Deutschland stammte. Dies warf die wichtigen Begriffe der Vernunft und der historischen Vernunft für Ortega auf. Zudem gewann der Krausismus an Bedeutung – eine kulturelle Erneuerungsbewegung zur Förderung des Lernens, unterstützt durch Giner de los Ríos und die Institución Libre de Enseñanza (Freie Lehranstalt).
Der Perspektivismus (1914–1923)
Diese Stufe wird auch als situative Phase bezeichnet. Es stellt sich die Frage, ob die Wirklichkeit rein subjektiv, rein objektiv oder eine Synthese aus beidem ist – also die Perspektive, die ein Subjekt von den Dingen hat. Jeder Einzelne sieht die Realität aus seiner eigenen Sichtweise.
Kritik am Idealismus
Ortega erwähnte, dass der Fehler des Idealismus im Subjektivismus lag, ohne zu bemerken, dass die Subjektivität von Objekten abhängig ist (beeinflusst durch Heidegger). In der Vision der Wirklichkeit durch das Individuum passt sich die psychische Struktur der Struktur des Objekts an und stellt eine der vielen möglichen Perspektiven dar; die Realität wäre somit die Summe von allen.
Die Suche nach der absoluten Wahrheit
Nur Gott könnte die Wirklichkeit aus allen Perspektiven sehen, was der absoluten Wahrheit entspräche, die uns aufgrund menschlicher Grenzen verwehrt bleibt. Die Philosophie des Humanismus ist eine Disziplin, die darauf beruht, die grundlegende Wirklichkeit zu beschreiben und zu hinterfragen, um diese zu verstehen. Der fokussierte Startschuss sollte dabei das Bewusstsein der Synthese und Koexistenz des Ichs und der Außenwelt (Umstände) sein; das Leben wäre somit eine Synthese des Menschen.