Jüdische Moral, Eucharistie und das Neue Testament

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Jüdische Moral und das göttliche Gesetz

Moral: Die Moral des jüdischen Volkes ist nicht bloß eine Folge der Religiosität, sondern eines ihrer konstitutiven Elemente. Jahwe ist der Schöpfer des Menschen, der über Rechte verfügt – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Bundes. Dies ist der besondere Grund, warum Israel einen Gesetzgeber und sein heiliges Gesetz erhielt, welches auf das Wohlergehen und das Glück des Einzelnen sowie der Gesellschaft ausgerichtet ist.

Das Neue Testament als göttliches Vermächtnis

Neues Testament: Es handelt sich um einen Rechtsakt mortis causa – einseitig, feierlich und widerruflich. Der Erblasser bestimmt über sein Eigentum, seine Rechte und Pflichten nach seinem Tod. Im Kontext dieser Definition eines Testaments verstehen wir das Neue Testament: Jesus nahm beim Letzten Abendmahl den Tod auf sich und hielt seine letzten Wünsche fest. Dies ist das physische Bild, das perfekt mit dem übereinstimmt, was die Kirche seit jeher als das Erbe versteht, das Christus den Menschen in der Nacht vor seiner Opferung schenkte.

Die Einsetzung der Eucharistie

Der Wille Christi zeigt sich in der Einsetzung der Eucharistie, die sich von der reinen Selbstaufopferung unterscheidet. Sie ist die tägliche Gabe von Nahrung durch sein Fleisch und Blut. Während es beim Opfer am Kreuz keine Gemeinschaft im Sinne einer Mahlgemeinschaft gibt – Gott ist dort der einzige Begünstigte des Opfers, vergleichbar mit einem Brandopfer (Holocaust), bei dem alles verbrannt wird –, gibt die Einsetzung der Eucharistie einen Hinweis darauf, wie das Kreuzesopfer Frieden stiftet: Die Menschen werden zu Opfernden und nehmen an dem Leib und dem Blut des Geopferten teil.

Dies ist eine großartige Neuigkeit: Während das Gesetz des Mose den Genuss von Blut streng untersagte (Blut gehörte allein Gott; der Mensch durfte es nur nutzen, um seine Sünden abzuwaschen), lädt Christus die Menschen ein, es zu trinken: „Nehmt und trinkt alle daraus, dies ist der Kelch meines Blutes...“

Im Alten Testament führte Gott sein Volk in das Gelobte Land und wohnte in der Stiftshütte (Tabernakel) inmitten seines Volkes durch die Gesetzestafeln und Vorschriften sowie den Stab, mit dem Mose das Volk führte. Im neuen Tabernakel und dem Neuen Testament gab sich Christus selbst als Speise zur täglichen Erneuerung des Opfers der Kommunion. Hier teilen die Menschen mit Gott den Leib und das Blut des Gottmenschen, der zum Bruder aller Menschen wurde, damit sie alle Kinder Gottes werden. Wenn diese Geheimnisse für die Theologie faszinierend sind, so sind sie es nicht minder für die Anthropologie, denn in ihrer Mitte steht der Mensch.

Der Aufbau des Neuen Testaments

Die Evangelien und die Apostelgeschichte

Die ersten drei Evangelien (griechisch für „Predigt“, „Zeugnis“ oder „freudige Verkündigung der Botschaft“) stammen von Matthäus, Markus und Lukas; sie werden auch als synoptische Evangelien bezeichnet.

  • Matthäus: Er verfasste die erste apostolische Lehre etwa in den Jahren 40 bis 50 n. Chr. in aramäischer Sprache. Rund 20 Jahre später wurde sie überarbeitet, um der schriftlichen Lehre mehr Kohärenz zu verleihen.
  • Markus: Ein Schüler des heiligen Petrus, der die Lehren niederschrieb, die der Apostel in Rom verkündete (ca. 60–63 n. Chr.).
  • Lukas: Ein Arzt heidnischen Ursprungs und Begleiter des Paulus. Er schrieb das nach ihm benannte Evangelium sowie die Apostelgeschichte um das Jahr 63 n. Chr.
  • Johannes: Sein Evangelium hat einen anderen Stil. Als Jünger Jesu lieferte er wahrheitsgetreue Aussagen, um den Glauben zu stärken. Seine Lehre ist im Kern identisch mit den anderen Evangelien, lässt jedoch Bekanntes weg und konzentriert sich auf die Lehren, die Jesus über sich selbst gab.

Die Apostelgeschichte ist das fünfte Buch des Neuen Testaments. Ursprünglich war sie Teil des Lukasevangeliums, doch die Texte wurden getrennt, bevor die heute erhaltenen Handschriften entstanden. Ziel dieser Trennung war es, die Evangelien als heilige Einheit zu bewahren, während die Apostelgeschichte als eine Art Anhang dient. Sie besitzt einen einzigartigen historischen Wert: Kein anderes Buch im Neuen Testament ist mit ihr vergleichbar.

Die Briefe und die Offenbarung

Die apostolischen Briefe (Episteln) im Neuen Testament werden oft einfach als „Briefe“ bezeichnet. Darüber hinaus gibt es die poetische Epistel, in der ein Autor einen realen oder eingebildeten Empfänger anspricht. Die übliche Form dieser Gedichte sind Terzinen oder Blankverse.

Die Offenbarung (Apokalypse) ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Sie ist auch als Offenbarung Jesu Christi bekannt. Unter Wissenschaftlern gilt sie als das einzige rein prophetische Buch des Neuen Testaments und ist vielleicht das symbolreichste Werk der gesamten Bibel. Die Fülle an Symbolen, Ereignissen und Prozessen erschwert die Interpretation der gesamten Offenbarung, weshalb sie im Laufe der Geschichte Gegenstand zahlreicher Untersuchungen und Diskussionen war.

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