Jugendförderung und Partizipation in Europa und Spanien
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,67 KB
Maßnahmen zur Jugendpartizipation in Europa
Durch einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates wurde das Jugendprogramm verabschiedet. Dieses umfasst Aktivitäten, die im Rahmen früherer Programme wie „Jugend für Europa“ und dem „Europäischen Freiwilligendienst“ entwickelt wurden. Ziel ist es, die Entwicklung einer europäischen Identität bei jungen Menschen zu fördern sowie deren Engagement und Beteiligung am Aufbau Europas in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu unterstützen.
Wichtige Aktivitäten sind:
- Erstens: Jugend für Europa. Hierbei wird der kurzfristige Austausch von Jugendgruppen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren unterstützt. Ziele sind das nicht-formale Lernen, der erzieherische Wert sowie das Erkunden gemeinsamer Themen und Kulturen.
- Zweitens: Europäischer Freiwilligendienst. Junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren können bis zu 12 Monate im Ausland in lokalen Projekten tätig sein. Die Tätigkeitsfelder sind vielfältig: Soziales, Ökologie, Umwelt, Kunst, Kultur, neue Technologien, Freizeit und Sport.
- Drittens: Jugendinitiativen. Unterstützung für Projekte, die von Jugendlichen selbst auf lokaler Ebene initiiert und geleitet werden.
- Viertens: Vernetzung. Diese Aktivität bietet die Möglichkeit, Projekte im Zusammenhang mit anderen Gemeinschaftsprogrammen wie Sokrates, Leonardo und Kultur 2000 zu entwickeln.
- Fünftens: Aktion 5. Ein Paket von Unterstützungsleistungen, auf die zugegriffen werden kann, um neue Jugendprojekte zu entwickeln und deren Qualität zu verbessern.
Die Grundzüge dieser Politik sind in drei Dokumenten definiert: dem Programm zur Förderung der Jugend, der Entschließung des Europäischen Rates über die Beteiligung der Jugend und der Mitteilung der Kommission „Für ein Europa des Wissens“.
Staatliche Jugendförderung: Verwaltung und Aktionspläne
Das Engagement der spanischen Verfassung für die Jugend findet seinen primären Ausdruck in Artikel 48. Dieser besagt, dass die Behörden die Voraussetzungen für eine freie und wirksame Teilnahme der Jugend am politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben fördern sollen. Dieses Engagement erfordert die Aufstellung von Aktionsplänen und Strukturen, die reale Mittel und Möglichkeiten für junge Menschen bieten. Seit Beginn der neuen demokratischen Periode werden solche Maßnahmen kontinuierlich entwickelt.
Die Verwaltungsstruktur im Bereich der Jugend besteht aus folgenden Organen:
Das Institut für die Jugend (INJUVE)
Das INJUVE versucht, die Partizipation von Jugendlichen in verschiedenen Bereichen der Wirklichkeit zu fördern. Es ist für die Einrichtung und Durchführung spezifischer politischer Ziele des Ministeriums verantwortlich, in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und der öffentlichen Verwaltung. Zu den Kernaufgaben gehören:
- Kulturelle Kommunikation: Förderung der kreativen und professionellen Entwicklung durch Programme, die jungen Menschen und der Gesellschaft den Zugang zu Kultur und deren Werten ermöglichen. Dies geschieht in Koordination mit den Autonomen Gemeinschaften (z. B. Jugend-Kunst-Ausstellungen, Fotografie, Musik).
- Förderung von Jugendverbänden: Unterstützung von Bewegungen, die in internationalen Verbänden aktiv sind, durch technische Hilfe sowie allgemeine Zuschüsse und Subventionen (u. a. aus der Einkommenssteuer).
- Informationssystem und Dokumentation: Aufbau eines Netzwerks in Zusammenarbeit mit den Autonomen Gemeinschaften, um Jugendliche über alle relevanten Fragen zu informieren. Dies erfolgt sowohl über Publikationen als auch über ein Informationsnetzwerk für alle Fragen, die sie betreffen und interessieren, bestehend aus Personal, das in Schulen und Jugendgruppen arbeitet.
- Internationale Zusammenarbeit: Förderung der Beziehungen auf europäischer Ebene, insbesondere durch die Integration in Eurodesk, einem Service zur Verbreitung europäischer Programme.
Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet das INJUVE mit Selbstverwaltungseinrichtungen zusammen, fördert den Jugendtourismus, den nationalen und internationalen Jugendaustausch sowie die Erstellung von Studien und Berichten über die junge Bevölkerung. Die Organisationsstruktur umfasst das Generalsekretariat, die Abteilung für Zusammenarbeit sowie die Abteilung für Information und Dokumentation.
Interministerielle Kommission für Kinder und Jugend
Da Maßnahmen im Bereich Jugendarbeit verschiedene Politikbereiche tangieren, sind unterschiedliche Ministerien beteiligt. 1980 wurde die Interministerielle Kommission für Kinder- und Jugendorganisationen ins Leben gerufen, um diese Maßnahmen zu koordinieren. Ziel ist eine umfassende Integration junger Menschen in die Gesellschaft (Bildung, Arbeit, Kultur, Wirtschaft).
Dieses kollegiale Gremium des Ministeriums für Arbeit und Soziales wird vom Minister geleitet und besteht aus:
- Dem stellvertretenden Generalsekretär des Departements.
- Dem Generaldirektor des Instituts für Jugend (INJUVE).
- Dem Generaldirektor für Kinder und Familie.
- Einem Vertreter aus jedem Ministerium im Rang eines Generaldirektors.
Zu den Aufgaben gehören die Ausarbeitung von Programmvorschlägen, das Studium von Jugendproblemen, die Koordinierung der Ministerien sowie die Bearbeitung von Initiativen des Jugendrates von Spanien.