Justiz und Politik: Demokratischer Konstitutionalismus

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Verfassung, Recht und Politik

Traditionell wird die Verfassung als das Gesetz angesehen, das vom Parlament als Gesetzgeber geschaffen wird. Es ist das Recht, wie es sein sollte (Staatsrecht). Darüber hinaus stellen Gesetze und Kodizes das Recht dar, wie es ist. Wir verstehen das Recht als Ausdruck der Verfassung – nicht nur als bloße Gesetze –, was die Prinzipien der Demokratie erfordert. Ist die Verfassungsgerichtsbarkeit eine neue Form des Positivismus oder gar ein Neopositivismus?

Das Problem der richterlichen Demokratie

Problem: Die Justiz produziert Demokratie. Demokratie bedeutet jedoch die Freiheit der Wahl durch das Volk. Die Justiz hingegen wird nicht vom Volk gewählt.

Hinweis: Die Lücken im Gesetz führen oft dazu, dass Richter politisch agieren, da keine eindeutige Definition vorliegt. Es entsteht ein Freiraum zwischen der Verfassung und der Normschöpfung durch die Justiz.

Justiz und Politik: Eine Analyse

Unser Ziel: Den demokratischen Konstitutionalismus in Brasilien zu erklären.

In der heutigen Politik entscheidet die Justiz nicht mehr nur, sondern interpretiert Gesetze extra-legal. Die Konsequenz ist, dass die Gerichtsbarkeit unabhängig von der Welt der Tatsachen agiert. Es findet eine Spaltung zwischen dem Ganzen und den Teilen statt. Konflikte werden abstrakt betrachtet, losgelöst von ihrem Kontext. Dies führt zur Individualisierung von Konflikten und einem Bruch mit der Realität.

Die Rolle der Verfassung

Die Verfassung ist Ausdruck eines politischen Projekts. Das Recht ist das Ergebnis richterlicher Tätigkeit, wobei die Justiz entscheidet, wie die Verfassung interpretiert wird. Es besteht eine Kopplung zwischen dem gerichtlichen und dem politischen System.

Dworkin und Habermas

Beide Autoren befassen sich mit dem demokratischen Konstitutionalismus:

  • Habermas: Fokus auf Verfahrensfragen (adjektivische Demokratie).
  • Dworkin: Fokus auf inhaltliche Prinzipien (substantielle Demokratie).

Hinweis: Die Autoren beschreiben Demokratie unterschiedlich und geben der Verfassung somit verschiedene Bedeutungen.

Einheit 3: Justiz und Politik

Thema: Legalisierung der Politik, demokratischer Konstitutionalismus und Gewaltenteilung (nach Gisele Cittadino).

Ziel: Erklärung der Beziehung zwischen Recht und Politik in Brasilien. Die Rechenschaftspflicht der Richter basiert auf der demokratischen Verfassung. Die Erweiterung der Justiz führt zur Definition der Verfassungsgerichtsbarkeit und zum Entstehen neuer öffentlicher Räume.

Modelle der Verfassungsdemokratie

  1. Inhaltliche konstitutionelle Demokratie (Dworkin): Modell des bürgerlichen Republikanismus, basierend auf Gemeinschaftsrecht, historischen Werten und demokratischen Traditionen (Beispiel: USA).
  2. Verfahrensrechtliche Demokratie (Habermas): Modell des Verfassungspatriotismus. Fokus auf Konsens durch Kritik, Selbstkritik und universelle Prinzipien.

Hinweis: Die Legalisierung der Politik ist eine Tatsache, die in vielen Ländern auftritt. In Brasilien war sie besonders während der Demokratisierung nach der Militärdiktatur und der Verfassung von 1988 präsent.

Die Legalisierung der Politik

Im 21. Jahrhundert ist es unmöglich, Recht und Politik vollständig zu trennen. Die Justiz spiegelt eine Erweiterung der politischen Macht wider. Die Justiz übernimmt eine neue Funktion: Sie wird zum Instrument der Demokratisierung der Wirklichkeit. Dies zeigt das Versagen der traditionellen politischen Behörden. Wenn Demokratie als Gleichheit verstanden wird, muss die Justiz diese Gleichheit unter Berücksichtigung von Geschichte, Politik und Kultur aktiv fördern.

Konsequenzen der Verrechtlichung

Wenn die Justiz die Demokratisierung vorantreibt, verteidigt sie einerseits die Verfassung und andererseits die Verwirklichung der Rechte. Dadurch existiert nicht mehr nur das reine Reich des Gesetzes.

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