Der Kalte Krieg: Geschichte, Konflikte und Weltordnung
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Der Kalte Krieg: Ursachen und globale Spannungen
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Welt zerstört. Es entstanden zwei Supermächte mit gegensätzlichen Systemen: die USA und die UdSSR. Über mehr als vier Jahrzehnte herrschten ständige Spannungen sowie ein militärischer, politischer und wirtschaftlicher Wettbewerb, der auf einer tiefen ideologischen Konfrontation basierte.
Die Neuordnung nach dem Weltkrieg
Nach dem Krieg wurde die politische Lage auf den Treffen in Teheran, Jalta und Potsdam neu strukturiert. Ziele waren die Besetzung Deutschlands, die Entmilitarisierung und die Entfernung der Nazi-Führer. Doch schon früh zeigten sich Differenzen bezüglich der politischen Installation und der Grenzziehungen. Im Jahr 1947 prägte ein US-Journalist den Begriff „Kalter Krieg“, als die Truman-Doktrin dazu beitrug, die Expansion der UdSSR in Griechenland und der Türkei einzudämmen. Die USA waren alarmiert, da die UdSSR die Gründung kommunistischer Regierungen in den meisten osteuropäischen Ländern förderte. Erste Reibungspunkte gab es im ölreichen Iran, aus dem die USA die UdSSR verdrängten. In Griechenland unterstützte Großbritannien das monarchische Projekt gegen die Kommunisten.
Wirtschaftshilfe und die Teilung Deutschlands
Der 1947 begonnene Marshall-Plan gewährte Hilfe für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und diente der Eindämmung der sowjetischen Expansion, indem er die Mittelschicht zur Unterstützung demokratischer Systeme stärkte. 17 Länder erhielten Hilfe über die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Als Reaktion gründete die UdSSR 1949 den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), bestehend aus den osteuropäischen Ländern und der Sowjetunion.
Deutschland wurde 1945 in vier Besatzungszonen unterteilt: USA, Russland, Frankreich und Großbritannien. Auch Berlin wurde in vier Zonen gesplittet, obwohl es im sowjetischen Bereich lag. Als die Westmächte ihre Zonen zu einem Staat zusammenschlossen, reagierte die UdSSR mit der Sperrung der Landwege. Berlin überlebte ein Jahr lang dank einer Luftbrücke für die Versorgung. 1949 wurden zwei deutsche Staaten gegründet: die Bundesrepublik Deutschland (BRD) mit der Hauptstadt Bonn und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) mit der Hauptstadt Berlin.
Militärbündnisse und der Mauerbau
1949 gründete der Westblock das Militärbündnis NATO (North Atlantic Treaty Organization) zur Verteidigung der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Kanadas und weiterer Länder (Spanien trat 1982 bei). 1955 schuf die UdSSR als Gegenstück den Warschauer Pakt mit den osteuropäischen Ländern. Im Jahr 1961 verließen vier Millionen Deutsche die sowjetisch besetzte Zone in Richtung Westen. Daraufhin befahl die UdSSR den Bau der Berliner Mauer, um die Stadt streng bewacht zu teilen.
Militärische Konflikte: Korea und Vietnam
Der Koreakrieg (1950–1953): Nach dem Krieg besetzten Sowjets den Norden und US-Truppen den Süden, geteilt am 38. Breitengrad. 1949 zogen sich die Mächte zurück. Nach dem Sieg kommunistischer Führer drang der Norden in den Süden ein. US-Truppen intervenierten mit UN-Mandat und Unterstützung aus Großbritannien, China, Frankreich und den Niederlanden. Der Krieg endete 1953 mit einem Friedensschluss und der dauerhaften Teilung des Landes.
Der Vietnamkrieg (1946–1975): Vietnam war eine französische Kolonie, die ihre Unabhängigkeit forderte. Es begann ein Guerillakrieg der Kommunisten (unterstützt von der UdSSR und China) gegen Frankreich und später gegen die massiv intervenierenden USA.
Friedliche Koexistenz und die Kubakrise
Unter Kennedy und Chruschtschow (UdSSR) begann eine Phase der friedlichen Koexistenz und der Rüstungsbegrenzung, auch weil inzwischen Länder wie Frankreich, Großbritannien und China über Atombomben verfügten. Die Kubakrise im Jahr 1959 begann mit der Installation des pro-sowjetischen Regimes unter Fidel Castro, was die USA als Bedrohung sahen. Im Juli 1962 installierten die Sowjets Raketenbasen auf Kuba, die US-Städte erreichen konnten. Kennedy verordnete eine Seeblockade. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als US-Schiffe sowjetische Frachter stoppten. Schließlich erklärte sich Chruschtschow bereit, die Waffen abzuziehen, während Kennedy zusicherte, US-Raketen aus der Türkei zu entfernen. Es wurden Kommunikationswege (der „Rote Draht“) eröffnet und Verträge zur nuklearen Nichtverbreitung geschlossen.
Spannungen innerhalb der Blöcke
Auch innerhalb der Blöcke gab es Konflikte. Jugoslawien unter Marschall Tito verfolgte einen eigenen, neutralen Weg abseits des sowjetischen Modells. Zwischen Peking und Moskau kam es zu politischen Abweichungen. 1956 wurde eine antisowjetische Bewegung in Ungarn von der Armee niedergeschlagen. In der Tschechoslowakei wurde der Versuch einer Demokratisierung (Prager Frühling 1968) durch Truppen des Warschauer Paktes erstickt.
Gleichzeitig gab es Widerstand gegen den Einfluss der USA. In Südamerika intervenierten die USA gegen linke Bewegungen oder unterstützten Militärputsche (z. B. in Chile, Argentinien, Nicaragua und Panama). Im Iran entstanden gesellschaftspolitische Bewegungen gegen diktatorische Regimes. Die Sowjetunion schickte Truppen nach Afghanistan, um die pro-sowjetische Regierung zu stützen, während die USA den islamischen Widerstand unterstützten.
Der Westblock: Politische Entwicklungen
In den USA herrschten nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst die progressiven Ideen des „New Deal“ vor. Unter Kennedy wurde der Interventionismus und die Beseitigung der Armut gefördert. Ab 1969 kehrte mit Nixon und später Reagan (bis 1989) der Konservatismus zurück, geprägt von starkem Antikommunismus, Patriotismus, hohen Militärausgaben und wirtschaftlichem Liberalismus. George H.W. Bush wird das Konzept und das Ende des Kalten Krieges zugeschrieben. 1992 endete die Ära der Konservativen mit der Wahl von Clinton, bevor im Jahr 2000 George W. Bush die globale Führung erneut verstärkte. In Großbritannien...